Über das Projekt
Das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) hat im August 2009 begonnen, seine deutschen historischen Schulbücher ausgewählter Fächer zu digitalisieren. Dabei werden die Bestände des GEI durch die Digitalisierung von Schulbüchern weiterer Partner-Bibliotheken ergänzt. Das GEI vorfolgt damit das Ziel, möglichst alle in deutschen Bibliotheken noch vorhandenen, meist aber schwer zugänglichen Lehrwerke vom 17. Jahrhundert bis zum Ende des Nationalsozialismus zusammenzuführen, formal und inhaltlich zu erschließen und im Volltext der Forschung und einem breiten, internationalen Nutzerkreis zugänglich zu machen. Gleichzeitig wird das Ziel einer langfristigen Sicherung der Schulbücher verfolgt.
Schulbücher bilden eine Quellengattung, die sich ideal eignet, um Sinnwelten und Werte in Bezug auf den sozialen Zusammenhalt und die politische Legitimation von Gesellschaften, zu untersuchen. Da ihnen insbesondere für die Epoche der Nationalstaatsgründung als Instrument staatlicher Erinnerungspolitik und als Schlüsselressource der nationalstaatlich kontrollierten Identitätsbildung eine zentrale Rolle zukommt, konzentriert sich das Projekt in seiner ersten Phase auf die Digitalisierung deutscher Geschichtsschulbücher des Kaiserreichs.
Folgende Teilprojekte bzw. Projektphasen sind vorgesehen:
- Geschichtsschulbücher des Kaiserreichs (1871 – 1918) [ca. 1.750 Bände]
- Geschichtsschulbücher Anfänge bis Kaiserreich (-1870) und Weimarer Republik (1919 – 1932) [ca. 1.800 Bände]
- Lesebücher bis 1899 [ca. 2.000 Bände]
- Lesebücher 1900 – 1932 [ca. 1.700 Bände]
- Geographielehrbücher und Realien von den Anfängen bis 1932 [ca. 1.800 Bände]
- Staatsbürgerkunde bzw. deren Anfänge als Staatskunde, Bürgerkunde, Vaterlandskunde (Anfänge bis 1932) [ca. 250 Bände]
- Schulbücher des Nationalsozialismus (alle Fächer, 1933-1945) [ca. 1500 Bände]
Das Vorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Aktionslinie "Digitalisierung der DFG-Sondersammelgebiete" gefördert.
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Göttinger Digitalisierungszentrum der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und der Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für internationale pädagosiche Forschung konzipiert. Unterstüzung erhielt das GEI dabei auch von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Universitätsbibliothek Augsburg.
Es ist vorgesehen, dass alle in den Schulbüchern enthaltenen Abbildungen erschlossen und in das digitale Bildarchiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF), die Pictura Paedagogica Online, aufgenommen werden.
Die Server sowie die Speicher- und Backup-Systeme werden durch das Gauß-IT-Zentrum der TU-Braunschweig auf der Grundlage des Kooperationsvertrags zwischen beiden Einrichtungen gehostet.
Die Digitalisierung wird durch MIK-Center in Berlin durchgeführt. Als Digitalisierungs-Plattform wird das Open-Source-System Goobi eingesetzt.
Weitere Informationen zu Partnern und Beteiligten finden Sie auf der Partner-Seite.
Digitalisierungsbeirat
Für das Projekt konnten Experten gewonnen werden, die das GEI hinsichtlich der Schwerpunktsetzung beraten. Mitglieder sind Prof. em. Dr. Wolfgang Jacobmeyer (Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Prof. Dr. Luigi Cajani (Universität Rom), Prof. Dr. Heidemarie Kemnitz (TU Braunschweig) und Dr. Christian Ritzi (BBF Berlin).

