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Title:
Für Tertia
Persons:
Paulsiek, Karl Hopf, Jakob
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-17689772
<br> 4 <br> A. Nein epische Poesie. I. Heroisches Epos. <br> Und ließ um Frieden bitten; der ward ihm nicht versagt; <br> Das Geld und auch der Geisel hatten Etzeln wohlbehagt. <br> 7. Den Franken gab er Frieden und ließ sie ohne Harm. <br> Da zog alsbald vorüber der wilden Völker Schwarm, <br> Den Rhein bei Breisach kreuzend, ins nächste Reich, Burgund <br> Ihrer Waffen Klirren schlug an des bangen Himmels Rund. <br> 8. Die Erde dröhnte seufzend unter der Hufe Schlag; <br> Der Staub, emporgewirbelt, verdunkelte den Tag. <br> Das Feld mit rothen Bannern durchzog der Eschenwald <br> Der Speere; endlich macht' er am Saon- und Rhodanuser Halt. <br> 9. Plündernd und sengend zerstreute sich das Heer. <br> Zu Chalons saß Herr Herrich, ein König stolz und hehr; <br> Dem blüht' in Hildegunden ein einzig Töchterlein; <br> Das edle Mädchen sollte seines Reiches Erbin sein. <br> 10. Wie er nun ruhig thronte und dacht' an keinen Sturm, <br> Da scholl die Waruungsstimme des Wächters ihm vom Thurm: <br> „Staubwolken seh' ich steigen, fern blitzen Waffenpracht; <br> lins nahen starke Feinde, geschwind die Thore zugemacht!" <br> 11. Auch kamen schnelle Boten aus der Franken Land, <br> Die machten ihm, was dorten geschehen war, bekannt. <br> Da berief er seine Mannen und frug, ob er dem Heer <br> Der Hennen widerstände. „Doch fällt zu siegen uns schwer. <br> 12. Die Rheinfranken beugten sich vor der Heunen Macht; <br> Wie sollt' es uns gelingen, die wir in mancher Schlacht <br> Den Franken weichen mußten? Wir können unser Reich <br> Und Land nicht inehr behüten; drum besser Frieden bitten gleich. <br> 13. Mir müssen Zins erlegen, auch muß der Völker Bund <br> ^Oiein einzig Kind verbürgen, die süße Hildegund. <br> Von solcher Pflicht, ich seh' cs, spricht Niemand hier mich tos." <br> Da gingen die Gesandten, aller Waffen bar und bloß. <br> 14. Sie traten demüthig in Etzels Königszelt; <br> Er saß auf hohem Throne, um ihn manch edler Held. <br> Was ihnen aufgetragen, das richteten sie aus <br> lind baten abzulassen von des Krieges Brand und Graus. <br> 15. Etzel empfing sie gütig, wie seine Sitte war; <br> „Gern verstärk' ich," sprach er, „der Buudesfreunde Schar, <br> Mag nicht den Sieg verdanken verderbenschwaugrer Schlacht; <br> Die Heunen mehren lieber im Frieden Herrschaft und Macht. <br> 16. Doch der muß unterliegen, der sie zum Kampfe zwingt. <br> Mag euer König kommen; wenn er mir Frieden bringt, <br> Ich weigr' ihm nicht den Frieden." Er ließ die Boten ziehn; <br> Mit großen Schätzen mußte der König Herrich dahin. <br> 17. Mit goldrothen Spangen und manchem theuern Stein; <br> Auch ließ er da zu Pfande sein einzig Töchterlein. <br> Ob er sie wiederschaue, das war ihm unbewußt, <br> Sein allerliebstes Kleinod, seiner Augen Licht und Lust. <br> 18. Der Friede war bedungen, erzielt zu theurem Kauf. <br> Da brach mit seinen Scharen der König Etzel auf, <br> Gen Abend weiter dringend in der Gothen Reich; <br> Da gebot im Waskculaude ein König edel und reich.