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Title:
[Theil 6, [Schülerband]]
Persons:
Plümer, Emil Haupt, W. Bachmann, C. Fr.
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-16867693
<br> 210 <br> gewöhnliches Fischerboot See halten konnte, und kein anderes lag <br> im Hafen. — Immer näher kam der schreckliche Augenblick; die <br> Dorothea konnte nur noch wenige Kabellängen vom Vogelsande ent¬ <br> fernt sein. Da stand das Fahrzeug still, die Segel fielen nieder. <br> Der kühne Schiffer hatte mitten in der Brandung Anker geworfen; <br> wenn dieser faßte und hielt, so war das Schiff gerettet. Mit <br> athemloser Erwartung blickten hundert Augen auf einen Fleck; das <br> Weib klapperte hörbar mit den Zähnen. Mit einem Male trieb <br> das Schiff langsam vom Anker weg, und mit gellendem Schrei sank <br> die Frau zusammen. Da hatte plötzlich Jaspersen wieder alle Segel <br> aufgezogen und begann aufs neue den hoffnungslosen Kampf gegen <br> den Orkan, bis die Dunkelheit einbrach und alles verhüllte. Keiner <br> ging schlafen, keiner verließ den Platz; immer noch stierten die Leute <br> hinaus und harrten mit dumpfem Entsetzen des Tages. Neben <br> ihnen lag leise wimmernd das unglückliche Weib. <br> Gegen Morgen legte sich plötzlich der Sturm; nach und nach <br> wurde es lichter, der Tag begann zu grauen, und kaum eine halbe <br> Seemeile entfernt lag die Dorothea, mit vollen Segeln auf den <br> Hafen zusteuernd. Jauchzend eilte alles zum Strande, und eine <br> Viertelstunde später umschlang Jaspersen sein Weib, — aber eine <br> alte Matrone, die er vor wenigen Tage als blühende junge Frau <br> verlassen. Die furchtbare Angst der einen Nacht hatte tiefe Furchen <br> in ihr Antlitz gegraben, ihre Wange und ihr Haar gebleicht. <br> v. Schubert. <br> 121. Der Ausbruch des Vesuv im Jahre 1868. <br> Schon beim Ankommen mit der Eisenbahn hatte ich meine <br> ganze Aufmerksamkeit auf den Vesuv gerichtet; es war Nacht ge¬ <br> worden, und durch diese trat nun der glutrothe Gipfel des Vesuv <br> in furchtbarer Pracht hervor. Je näher der Zug Neapel kam, desto <br> großartiger wurde das Schauspiel; immer schärfer zeichnete sich der <br> glühende Krater am dunklen Himmel ab, und Feuergarben, glühende <br> Steine und dicke Rauchwolken wirbelten aus dem feurigen Schlunde. <br> Das war am 13. November abends. <br> Schon am 14. begann die unterirdische Thätigkeit des Berges <br> sich mit furchtbarer Gewalt zu entwickeln, und am 15. erhob sich <br> auf dem obern Gebirgssattel unterhalb des alten Kraters ein neuer <br> Kegel, der mit furchtbarem Krachen aufborst. Aus ihm ergoß sich <br> ein glühender Lavastrom über den Gebirgssattel, der sich langsam, <br> aber unaufhaltsam abwärts schob, während der alte Hauptkrater <br> auf dem Gipfel des Berges nur eine dicke, mit Feuerstreifen durch¬ <br> zogene schwarze Rauchwolke ausstieß.