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Title:
Erstes Lesebuch
Persons:
Flügge, Heinrich Friedrich
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-19706292
<br> sie unter ihre Flügel und vertheidigt sich und ihre Kinder <br> gegen die Feinde. <br> 121. Wolf und Fuchs. <br> Der Wolf hatte den Fuchs bei sich, und was der <br> Wolf wollte, das mußte der Fuchs thun, weil er der <br> schwächste war; und der Fuchs wäre gern den Herrn <br> los gewesen. Es trug sich zu, daß sie beide durch den <br> Wald gingen; da sprach der Wolf: „Rothfuchs, schaff mir <br> was zu fressen, oder ich fresse dich ⸗ Da antwortete der <br> Fuchs: „Ich weiß einen Bauerhof, wo ein paar junge <br> Lämmlein sind; hast du Lust, so wollen wir eins holen.« <br> Dem Wolfe war das recht, und sie gingen hin; der <br> Fuchs stahl das Lämmlein, brachte es dem Wolfe und <br> machte sich fort. <br> Da fraß es der Wolf auf, war aber damit noch nicht <br> zufrieden, sondern wollte das andere dazu haben und ging, <br> es zu holen. Weil er es aber so ungeschickt machte, ward <br> es die Mutter des Lämmleins gewahr und fing an, ent— <br> setzlich zu schreien und zu blähen, daß die Bauern herbei— <br> gelaufen kamen. Da fanden sie den Wolf und schlugen ihn <br> so erbärmlich, daß er hinkend und heulend bei dem Fuchse <br> ankam. „Du hast mich schön angeführt,« sprach er; „ich <br> wollte das andere Lamm holen, da haben mich die Bauern <br> erwischt und haben mich weich geschlagen. Der Fuchs <br> antwortete: „Warum bist du so ein Nimmersatt!« <br> Am andern Tage gingen sie wieder ins Feld; da sprach <br> der gierige Wolf abermals „Rothfuchs, schaff mir was zu <br> fressen, oder ich fresse dich . Da antwortete der Fuchs: <br> „Ich weiß ein Bauerhaus, da backt die Frau heute Abend <br> Pfannkuchen; wir wollen uns davon hoten.“ Sie gingen <br> hin; der Fuchs schlich ums Haus herum, guckte und <br> schnupperte so lange, bis er ausfindig machte, wo die <br> Schüssel stand, zog dann sechs Pfannkuchen herab und <br> brachte sie dem Wolfe. „Da hast du zu fressen,“ sprach <br> er zu ihm und ging seiner Wege.