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Title:
Deutsche Geschichte bis zum Ausgange des Mittelalters
Persons:
Brockmann, Emil Kösters, Josef
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-6929193
<br> 90 — <br> Sieger von einer Edelfrau überreicht wurde, bestand in einer goldenen <br> Kette, einem Helm, einem kostbaren Wehrgehänge, einem gestickten Stirn¬ <br> bande (Schapel) oder dergl. <br> Verfall des Rittertums. Die Blütezeit des Rittertums ging <br> mit den Hohenstaufen zu Ende. Die Ritter blieben der gemachten <br> Gelübde nicht eingedenk, ihr Frauendienst artete in lächer- <br> liche A beuten ersucht (Ulrich von Lichtenstein) aus, und ihre kriegerische <br> Kraft vergeudeten sie in zahllosen Fehden. Auf ihren Burgen <br> führten sie ein verfchwenderifches Sieben, und viele verarmten, <br> weil sie sich an den bürgerlichen Erwerbszweigen nicht beteiligen <br> wollten, und weil beim Aufblühen der Geldwirtschaft die Land- <br> Wirtschaft, auf deren Erträge die Adeligen angewiesen waren, immer mehr <br> zurückging. Mit Neid und Habgier schauten sie auf den Wohlstand der <br> Bürger, übersielen von ihren festen Burgen den vorüberziehenden Kauf¬ <br> herrn. plünderten seine schwer beladenen Wagen und Schiffe und schleppten <br> ihn selbst mit ans die Burg, um für feine Freilassung ein schweres Löse¬ <br> geld zu erpressen. Die früher so hoch geächteten Ritter waren zu ehr¬ <br> losen Strauch- und Raubrittern geworden. <br> Die geistlichen Ritterorden. In den geistlichen Ritter- <br> orden. die eine Verbindung von Rittertum und Mönchtum waren, erhielt <br> das Rittertum eine höhere, gleichsam kirchliche Weihe; denn auch die Ordens- <br> ritter mußten das dreifache Gelübde ablegen. Die Christen, <br> besonders die Kreuzfahrer, zu schützen und in der Krankheit zu <br> Pflegen, Selbstzucht. Demut und Frömmigkeit zu üben, <br> hatten sie sich zur besonderen Aufgabe gestellt. <br> Der Johanniter orden, so genannt nach dem hl. Johannes <br> dem Täufer, feinem Schutzheiligen, wurde von italienischen Kauf- <br> leuten gegründet (1070). Nach dem Verluste von Palästina (1291) <br> Zogen sie nach der Insel Rhodns, dann nach Malta (1530). weshalb <br> sie auch den Namen Malteserritter führten. Die reichen Ordensgüter <br> sind zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in fast allen Staaten ein- <br> gezogen worden. — Dem Zwecke der Krankenpflege besonders im Kriege <br> dient noch heute der Malteserorden, eine Vereinigung katholischer, <br> und der Johanniterorden, eine Vereinigung evangelischer Edelleute. <br> Der Orden der Templer (Tempelherren) führte feinen <br> Namen von feinem ersten Ordenshaufe, das selbst Tempel genannt wurde <br> und aus der Stätte des ehemaligen salomonischen Tempels errichtet war; <br> seine Mitglieder waren vorwiegend Franzosen. Der sehr reiche und <br> in Frankreich. Spanien und Deutschland weit verbreitete Orden hatte <br> nach seiner Vertreibimg aus dem Heiligen Lande (1291) keine eigentliche