×

You are using an outdated browser that does not fully support the intranda viewer.
As a result, some pages may not be displayed correctly.

We recommend you use one of the following browsers:

Title:
[Anhang 3]
Persons:
Koch, Hermann
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-7428385
<br> 1. Oos alte Niebersachsen. <br> Als die Römer in unsere engere Heimat eindrangen, war diese von einer <br> Reihe deutscher Völkerschaften bewohnt. <br> a) Die Lhauken. Sie bewohnten die Küstenländer von der Ems bis an <br> die Elbe, also die heutigen Marschen, und wurden von den Hörnern als das <br> edelste unter den deutschen Völkern bezeichnet. Doch müssen sie ein elendes <br> Leben geführt haben, denn das Land besaß noch feine Deiche und wurde von <br> jeder großen Zlut überspült. Die ärmlichen Häuser lagen auf künstlichen Erd- <br> Hügeln, lüurten genannt. Das Volk trieb Jagd und Zischfang. Die Römer <br> konnten nicht begreifen, wie ein solches Volk glücklich sein konnte. Ein römischer <br> Schriftsteller (piinius) schreibt: „Zweifeln möchte man, ob es Land sei oder Meer, <br> was man sieht. Da wohnt das armselige Volk in seinen Hütten, auf Hügeln, <br> von Menschenhand aufgerichtet, so hoch, wie die $Iut reicht, Schiffenden gleich, <br> wenn die Gewässer die Gegend bedecken, Schiffbrüchigen aber, wenn die fliehenden <br> 51uten Seefische und Muscheln zur Nahrung lassen, wenn sie sich verlaufen haben. <br> Nicht wie die Nachbarn können sie Vieh halten und von Milch sich nähren; nicht <br> einmal mit wilden Tieren können sie kämpfen, weil ihr Land von allem Gebüsch <br> entblößt ist. Aus Schilf und Binsen fertigen sie Stricke und Netze zum Kisch- <br> fang, und indem sie den mit ihren Händen hervorgeholten Schlamm (vielleicht <br> eine Torfschicht) mehr im Winde als in der Sonne trocknen, erwärmen sie mit <br> dieser Erde ihre Speisen und ihre vom Nordwind starrenden Glieder. Getränk <br> haben sie nur vom Regen, den sie in Gruben im Vorplatze ihres Hauses auf¬ <br> bewahren. Und diese Leute meinen, wenn sie jetzt von den Römern besiegt <br> würden, in Knechtschaft zu geraten." (Nach Rllmers.) <br> b) Die Friesen. Der Name dhauken verschwand später ganz. Den größten <br> Teil ihrer Wohnsitze nahmen die Friesen ein, die von der Rheinmündung her <br> in die verlassenen Gebiete eindrangen. Sie wurden Gstfriesen genannt im <br> Gegensatz zu den in Holland zurückgebliebenen Westfriesen. Allmählich dehnten <br> sie ihre Herrschaft auch auf die Wesermarschen aus und besiedelten am rechten <br> Ufer die Marschen Gsterstade, das Land Wührden und das Land Wursten. Sie <br> nahmen den Kampf mit den wütenden $Iuten auf, bauten Deiche und schufen <br> so nach und nach den herrlichen Marschengürtel unseres Landes. <br> c) Die flngrinorter. Sie bewohnten südlich von den Ehauken zu beiden <br> Seiten der Weser einen breiten Landstrich, der im Westen bis zum Dümmersee, <br> im Süden bis fast ans Gebirge, etwa bis zum Steinhuder Meer, reichte. Ihre <br> Südgrenze war durch einen langen Wall bezeichnet. <br> (1) Die £ongobaröen. Sie bewohnten das heutige Lüneburgsche, das <br> man noch jetzt als Bardengau bezeichnet. Ihre Nachbarn waren im <br> 2 *