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Title:
Geschichte des preußischen Vaterlandes
Persons:
Hahn, Ludwig
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4388348
<br> Die deutsche Bundesverfassung. 427 <br> Größe in Deutschland mehr gethan, als sie augenblicklich zu verhindern <br> gedachten. <br> Die Verfassung des deutschen Bundes konnte gleichfalls nur mit den <br> größten Schwierigkeiten auf dem Congresse neu festgestellt werden. An die <br> Wiederherstellung des alten deutschen Reiches mit Kaiser und Reichsfürsten <br> war nicht mehr zu denken: Preußen so wenig wie die übrigen souverän gewor> <br> denen Staaten hätten dazu ihre Zustimmung gegeben. Nach langwierigen <br> Verhandlungen einigten sich zuletzt die deutschen Staaten zur Gründung eines <br> unauflöslichen deutschen Bundes, dessen Gesetze in der sogenannten deut¬ <br> schen Bundesacte (v o m 8. I n n i 1815) niedergelegt wurden. Die Haupt¬ <br> bestimmungen derselben waren folgende: <br> „Des Bundes Zweck ist die Erhaltung der äußeren und inneren Sicher¬ <br> heit Deutschlands, und die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit der deutschen <br> Bundesstaaten. — Alle Bundesglieder haben als solche gleiche Rechte. — <br> Die gemeinsamen Bundesangelegenheiten werden durch eine Bundesver¬ <br> sammlung besorgt, welche ihren Sitz in Frankfurt am Main hat, und bei <br> welcher Oesterreich den Vorsitz führt. — Alle Bundesglieder versprechen, mit <br> einander gegen jeden Angriff zu stehen, und wenn der Bundeskrieg erklärt ist, <br> keine einseitige Unterhandlung mit dem Feinde einzugehen, noch einseitig <br> Waffenstillstand oder Frieden zu schließen. — Ebenfalls wollen sie unter <br> keinerlei Vorwand einander bekriegen, sondern ihre Streitigkeiten bei der <br> Bundesversammlung vorbringen. Diese soll entweder vermitteln, oder richten <br> und die streitenden Theile ihrem Ausspruche gehorchen u. s. w. <br> Der deutsche Bund umfaßt die souveränen Fürsten und freien Städte <br> des ehemaligen deutschen Reiches: der Kaiser von Oesterreich und der König <br> von Preußen traten demselben in Bezug auf diejenigen ihrer Besitzungen bei, <br> welche vormals zum Reiche gehörten, ebenso der König von Dänemark wegen <br> Holstein und Lauenburg, der König der Niederlande wegen Luxemburg. <br> Preußen ließ später aus dem am 5. November 1816 eröffneten Bundestage <br> erklären, daß folgende preußische Provinzen zum deutschen Bunde gehören <br> sollten: Brandenburg, Schlesien, Pommern, Sachsen, Westphalen, Jülich- <br> Cleve-Berg und Niederrhein, — während Ost- und Westpreußen und Posen <br> außerhalb des Bundes verblieben. <br> Die zum Congresse in Wien versammelten Mächte würden sich, wie <br> gesagt, über alle dort verhandelten Streitfragen schwerlich so bald geeinigt <br> haben, wenn nicht eben plötzlich die Nachricht, Napoleon sei von Elba ent¬ <br> wichen und in Frankreich wieder erschienen, wie ein Blitz ans heiterem Him¬ <br> mel Alles mit Schrecken erfüllt und die Gemüther zur friedlichen Einigung <br> gestimmt hätte. <br> 49. Uapoleon's Rückkehr von (Elba; seine endliche <br> Ueberwindung. <br> Napoleon's Rückkehr (1815). Napoleon in seiner Verbannung von <br> dem Gange der europäischen Ereignisse fortwährend unterrichtet, vernahm <br> mit Freude und mit neu erwachender Hoffnung die Kunde von der Uneinigkeit <br> der Mächte, und gleichzeitig von der Unzufriedenheit, welche das unbesonnene