×

You are using an outdated browser that does not fully support the intranda viewer.
As a result, some pages may not be displayed correctly.

We recommend you use one of the following browsers:

Title:
Reallexikon des classischen Alterthums für Gymnasien
Persons:
Lübker, Friedrich Erler, Max
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4431291
<br> 1202 Tzetzes <br> (wahrscheinlich von dem ungleichen Versmaß des <br> Hexameters und Pentameters) ygauficctcuv Slöcc- <br> 6Y.ulov (oft sehr falfch durch Schulmeister über¬ <br> setzt) geschickt. Tyrtaios habe durch feine Lieder <br> den Muth der Spartauer aufs neue entflammt <br> und so den Staat gerettet. Wahrscheinlich ist es, <br> daß Tyrtaios aus Attika stammte und ein Io¬ <br> nier war, der die Elegie, eine ionische Dichtuugs- <br> art, nach dem dorischen Sparta verpflanzte. Sem <br> Einfluß auf die Sitten der Spartaner war be¬ <br> deutend; man hielt seine Gedichte lange Zeit in <br> Ehren und gebrauchte sie als Bildungsmittel der <br> Jugend. Aus Feldzügen wurden feine Elegien <br> des Abends nach dem Mahle vorgetragen. Wir <br> haben von Tyrtaios außer kleineren Bruchstücken <br> noch drei vollständige Kriegselegien, 'Tno&fixai <br> (Ermahnungen, Ermunterungen), kräftige, lebens- <br> frifchc Lieder, durch die er die Spartaner zum <br> muthigen Kampfe gegen die Meffenier antrieb, <br> und ein kleines Marfchlied, ’EfißarrjQiov. Be¬ <br> rühmt war feine Elegie Evvo[iicc (gute Ver¬ <br> fassung), durch welche er Streitigkeiten der Spar¬ <br> taner wegen einer von vielen verlangten neuen <br> Aeckervertheilnng beschwichtigte. — Ausgg. von <br> — Ulpii. <br> Klotz (1767) und N. Bach (1831), außerdem in <br> de« Sammlungen von Gaisford, Bruuck, Schnei- <br> dewin, Bergk (lyr. Graec. p. 393 ff.). <br> Tzetzes, Tgh^rjg, mit dem Vornamen Jo¬ <br> hannes, Dichter nnd Grammatiker ans dem 12. <br> Jahrhundert n. C., ein für feine Zeit wohlunter¬ <br> richteter gelehrter Mattn. Unter feinen Gedichten <br> (vgl. Epos, G.) sind zu nennen: ’/Aiaxa, ein <br> Epos in 1676 Versen in 3 Abtheilungen: tu <br> 7tqÖ OprjQOv, tu 'Ofirjgov, tu 'OiArjQOv <br> (herausg. von Tychfen, 1770, Fr. Jacobs, 1795, <br> I. Bekker, 1815, Sehrs, 1840), und BißXog igto- <br> QiY.r}, aus 12,661 politischen Versen bestehend, <br> abgetheilt in 13 stades, wornach ihm gewöhn¬ <br> lich der Titel Chiliades gegeben wird (herausgeg. <br> von Gerbelius, 1546, von Kießling, 1826). Dies <br> Buch hat Werth durch seinen reichen historischen <br> und antiquarischen Stoff. Ferner hat er sich für <br> uns nützlich gemacht durch feine eompilatorifchen <br> Commentare zu Homer, Hefiod, Aristophaues, <br> Lykophron, Nikander, Appian. — Sein Bruder <br> Isaak schrieb mit ihm den Commentar zu Ly¬ <br> kophron. <br> U. <br> Ubii, Oußioi, eine dem Cäsar befreundete, <br> darum aber den übrigen Germanen verhaßte ger¬ <br> manische Völkerschaft (Caes. b. g. 1, 54. 4, 3. 16. <br> 7, 13.) ant rechten Nheinufer von der Lahn bis <br> unterhalb Köln. Unter Auguftus wurden sie auf <br> das linke Rheinufer versetzt; ihre Hauptstadt, <br> oppidum Ubiorum, wurde dann, 50 n. C., zur <br> Colonia Agrippina, j. Cöln. Tac. ann. 1, 35. <br> Germ. 28. hist. 4, 28. 65. Außerdem gehörten <br> ihnen die Städte Bonna (j. Bonn), Antuua- <br> cum (j. Andernach), Rigomagns (j. Remagen) <br> u. a. <br> Udaios f. Kadmos. <br> Ufens, Fluß in Latium, der mit anderen <br> Flüssen die pomptinifchen Sümpfe bildet und, nach¬ <br> dem er den Amafenus aufgenommen, zwischen <br> Tarracina und Circeji ins tyrrhenische Meer fällt; <br> j. Uffente. Verg. A. 7, 802. <br> Ukalegon, Ovxcdsycov (Sorgenlos), troifcher <br> Volksältester. Hom. II. 3, 148. Verg. A. 2, 311. <br> Ulia, Ovlicc, römisches Municipinm in Hi- <br> fpania Bätica, zum Gerichtsbezirk von Corduba <br> gehörig; j. Monte mayor mit Ruinen. Caes. b. <br> Alex. 61. b. Hisp. 3. 4. Strab. 3, 141. Dio <br> Cass. 43, 31. <br> Ulixes f. Odysseus. <br> Ulpiäni, 1) Domitins Ulp., aus Tyros, <br> begattn feine Laufbahn unter Sept. Severus in <br> Rom und beschäftigte sich unter Caracalla und <br> feinem Nachfolger mit wissenschaftlichen Arbeiten, <br> deren bedeutendste um diese Zeit entstanden. Als <br> Alexander Severus, dessen Vormuud er war, zur <br> Regierung kam, gelangte Ulp. zu hohem Einfluß <br> und erfreute sich der ganzen Gunst des Kaisers, <br> der ihm fast ausschließliches Vertrauen erwies. <br> Des Kaisers Mutter, welche ihm anfangs nicht <br> gewogen war, beschützte ihn später aufs wärmste, <br> als sie seinen Werth erkannt hatte, und Severus <br> selbst überhäufte ihn mit Aemtern und ernannte <br> ihn zuletzt zum Befehlshaber der Prätorianer, <br> die er zu strenger Zucht anhielt, dafür aber von <br> den erbitterten Soldaten ermordet wurde, 228, <br> nachdem mehrere Versuche gescheitert waren. Be¬ <br> rühmt geworden ist Ulp. als Jurist und steht <br> als solcher dem Papiniait würdig zur Seite. Er <br> verstand es, das ganze Recht nicht nur zu über¬ <br> schatten, sondern auch darzustellen. Seine Werke <br> waren zahlreich, darunter die bedeutendsten: ad <br> edictum in 83 Büchern und ad Sabinum in 51 <br> Büchern, in welchen er selbständig in jenem das <br> prätorische, in diesem das Civilrecht behandelte. <br> Die ihm folgenden Juristen stellten ihn bald sehr <br> hoch, und in den Pandekten, in welchen feine <br> Schriften die Grundlage bilden, finden sich zahl¬ <br> reiche Excerpte aus ihnen. Von seinen Schriften <br> selbst besitzen wir jedoch nur geringe Fragmente <br> (abgedruckt in Httschke's Iurisprud. anteiust. u. ö.). <br> — 2) ans Emesa in Syrien, unter Konstantin <br> d. Gr., ist Verfasser vieler rhetorischer Schriften, <br> darunter auch Scholien zum Demosthenes, welche <br> indeß wol nicht in ihrer ursprünglichen Gestalt <br> auf uns gekommen sind und aus zahlreichen Be¬ <br> merkungen älterer Erklärer Anführungen ent¬ <br> halten. Die Hauptsache sind ihm übrigen» rhe¬ <br> torische Bemerkungen, während die Grammatik <br> sowie die Geschichte wenig Berücksichtigung finden; <br> daher ist ihr Werth ein geringer. <br> Ulpii, ein altes, römisches Geschlecht aus Ita¬ <br> lic« in Hispania Bätica, welches erst in der rö¬ <br> mischen Kaiferzeit hervortritt. Dazu gehören l) <br> M. Ulp. Trajanns, der Vater des gleichnami¬ <br> gen Kaisers, war durch Adoption in die nlpische <br> Gens hineingekommen, zeichnete sich unter Vefpa- <br> ! fiatt im Kriege gegen die Inden aus und kämpfte