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Title:
Reallexikon des classischen Alterthums für Gymnasien
Persons:
Lübker, Friedrich Erler, Max
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4431747
<br> Wirthshäuser - <br> Winde, an dem jährlich einmal der Priester bei <br> Nacht opferte. Die Delphier opferten den Win¬ <br> den im heiligen Bezirk der Thyia (der Stür¬ <br> menden). Hdt. 7, 178. In Athen stand ein noch <br> heute erhaltener, von Andronikos errichteter Thurm <br> der Winde auf der Agora (s. Attika, 13. und <br> die Abbildung); die 8 wichtigsten Winde sind <br> oben an den Seiten des Gebäudes in halberha¬ <br> beneu Gestalten abgebildet, während eine beweg¬ <br> liche Gestalt oben anf der Spitze des Dachs die <br> Windrichtung anzeigte. Boreas wurde verehrt <br> zu Megalopolis und hatte seit der Zeit des XerxeL <br> in Attika am Jlissos einen Altar. Nach der Sage <br> hatte er einst die Tochter des Erechtheus, Orei- <br> thyia, geraubt und nach Thrakien entführt, wo <br> er mit ihr den Zetes und Kala'is und die <br> Kleopatra, die Gemahlin des Phineus, zeugte. <br> Ov. met. 6, 683 ff. Soph, Ant. 981 ff. Bei dem <br> Herannahen des Lerxes nun erhielten die Athener <br> das Orakel, sie sollten ihren Schwager anrufen; <br> sie opferten daher dem Boreas mtd riefen ihn zu <br> Hülfe, und als der stürmende Windgott ihnen <br> durch Zertrümmerung der barbarischen Schiffe am <br> Vorgebirge Sepias (in der thessalischen Landschaft <br> Magnesia) sich wohlwollend gezeigt hatte, errich¬ <br> teten sie ihm deu genannten Altar. lldt. 7, 189. <br> 6 Auch Zephyros hatte in Attika einen Altar am <br> heiligen Wege nach Eleusis. Da er deu Regen <br> bringt und das Wachsthum der Pflanzen fördert, <br> so ist ihm Chloris, die Blühende, zur Gemahlin <br> gegeben worden, die ihm den Kagnog (Frucht) <br> gebar. Ov. fast. 5, 197. Ueber seine Liebe zu <br> Hyakinthos s. d. Wegen ihrer Windesschnelle be¬ <br> rühmte Rosse galten als Kinder des Boreas oder <br> des Zephyros. Ho m. II. 20, 223. 16, 150 ff. Von <br> den anderen Windeu finden sich keine besonderen <br> Mythen. — Auch die Skythen und Perser ver¬ <br> ehrten die Winde (Hdt. 1, 131.), besonders aber <br> die Römer wegen ihrer Wichtigkeit für den Sand- <br> bau und die Schiffahrt. Verg. G. 1, 51. 3, 273. <br> Den Tempcstates, welche vorzugsweise gefähr¬ <br> liche Sturme des Meeres bezeichneten, opferten <br> die Flottenführer, wenn sie zu Schiffe gingen, <br> schwarze Lämmer; L. Corn Seipio errichtete ihnen, <br> als er int I. 259 v. C. aus einem Sturme <br> bei Corsiea sich mit Mühe gerettet hatte, ein <br> Heiligthum zu Rom vor dem eapeuischeu <br> Thore. Ov. fast. 6, 193. — Die Kunst <br> hat die Winde gewöhnlich mit Flügeln an <br> Haupt und Schultern dargestellt, mit offenem <br> Munde, aufgeblasenen Backen, nach ihren ver¬ <br> schiedenen Eigenschaften charakterifirt. Als der <br> — Xanthippos. 1243 <br> schönste und freundlichste wurde Zephyros ge¬ <br> bildet. <br> Wirthshäuser, iit betten für Geld gastliche <br> Ausnahme ersauft wirb, kannte bie homerische <br> Zeit noch nicht, weil bei betn verhältnißmäßig <br> geringen Verkehr auch Fremde in Privathäusern <br> gastfreie Bewirthung fanden. Diese schöne Sitte <br> findet sich auch noch in der historischen Zeit, vgl. <br> Hdt. 6, 35. Allein es ist natürlich, daß von der <br> Zeit au, wo der Verkehr mit dem Jnlande und <br> Auslaude bedeutender wurde, wo Städte wie Ko¬ <br> rinth und Athen oft überfüllt mit Fremden waren, <br> das Bedürfniß öffentlicher Gasthäuser (navSo-nti^, <br> xrernymyta, HotxctXvGSig), auch für die befferu <br> Stände, sich fühlbar machte. Alt den Orten öffent¬ <br> licher Feste oder in der Nähe berühmter, viel¬ <br> besuchter Tempel war für ein Unterkommen der <br> zahlreichen Fremden schon ans Staatskosten ge¬ <br> sorgt in 6Y.r\vcii und x«r«ycoytos, so in Olympia, <br> beim Aphroditetempel zu Knidos ttttb bei beut <br> Heraion zu Ptataiai (Thue. 3, 68.); für Unter¬ <br> halt mußte der Fremde wol selbst sorgen. Doch <br> sind damit natürlich Privatunternehmungen der <br> Art an jenen Orten nicht ausgeschlossen^ Daß <br> von solchen Wirthshäusern Leute jeden Standes <br> Gebrauch machten, ist schon an sich natürlich, <br> wird aber auch ausdrücklich bezeugt, indem die <br> Gesandten Athens an Philipp von Makedonien <br> in solchen 7ZKvdoH8t'ots einkehren. Aescli. de fals. <br> leg. p. 272. .Vgl. Aristoph. ran. 112. Cie. div. <br> 1, 27. Das Gewerbe der Gastwirthe war übri¬ <br> gens nach griechischer Ansicht nicht geachtet. Einer <br> Legitimation bedurften die Reisenden wol nur <br> im Kriegszustände. Daztt dienten Pässe (avyyQoc- <br> cpoL oder ovyyQciycii, auch wol acpQciyiöeg, weil <br> mit dem Staatssiegel versehen), auch die gewöhn¬ <br> lichen Familienmarken (c^ußo-la). — Auch bei <br> den Römern hatte das liospitium eine vollgül¬ <br> tige Bedeutung; dennoch kommen frühe schon fo- <br> wol für die Beherbergung als für die Tages- <br> bewirthttng verschiedene deversoria, cauponae <br> (f. d.), popinae (s. d,) u. a. vor. Namentlich die <br> Reise, welche Horaz in Begleitung des Macenas <br> nach Bntndusium machte (sät. 1, 5.) liefert Bei¬ <br> spiele solcher Benutzung von Wirthshäusern an <br> der Landstraße, selbst nach der Vereinigung mit <br> Mäeenas (v. 77.), der freilich meistens mit seinem <br> Gefolge von Seiten des Staats empfangen wurde. <br> Vgl. Caupona und K. Zell, Ferienschristen I, <br> S. 3—52, wo namentlich von den cauponis und <br> popinis, weniger von den eigentlichen Wirths¬ <br> häusern sür Reisende gehandelt wird. <br> X. <br> Xanthippe Sokrates. beseht der Flotte, siegle mit Leotychides bei My- <br> Xanthippos, BavO-mnos, 1) aus Athen, Vater fale, machte darauf einen Zug nach der Ihrakifcheu <br> des Perikles, verwandt mit dem Geschlechte der Halbinsel, kehrte aber bald zurück nach Athen. <br> Alkmaioniden, unterstützte den Kleisthenes bei sei- Hdt. 6, 136. 8, 131. 9, 120. — 2) eilt in den <br> nett Reformen und übernahm nach ihm mit1 makedonischen Kriegen gebildeter Lakedaimonier, <br> Aristeides die Leitung der öffentlichen Angelegen- kam als Führer von Soldnern nach Karthago, <br> heitert. Sonst wird er zuerst genannt unter den zeigte, daß die Bedrättgniß durch Regulus in der <br> Anklägern des Miltiades wegen des Zuges gegen Unfähigkeit der Führer ihren Grund habe, wurde <br> Paros, übernahm nach Themistokles den Ober- j dann durch die Stimmen des Volks an die Spitze