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Title:
Reallexikon des classischen Alterthums für Gymnasien
Persons:
Lübker, Friedrich Erler, Max
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4419185
<br> Y. <br> Abäcns, ußa'g, aßaxiov, heißt jeder Tisch zu <br> einem besonderen Gebranch; so bei den Römern <br> vornehmlich der dreibeinige Tisch, auf dem entweder <br> beim Mahle oder auch nur zur Schau das kost¬ <br> bare goldeue und silberne Geschirr ausgestellt wurde, <br> Prunktisch (Cie. Verr. 2, 4, IG, 25. Tlin. 37, 2, G.). <br> Die Platten desselben waren meist von Marmor, <br> zuweilen von Silber, seltener aus citrus, Ahorn¬ <br> oder Cedernholz, die Form gewöhnlich viereckig, <br> seltener ruud, bisweileu wohl ringsum mit erha¬ <br> benem Rande; der Fuß aus Elfenbein oder kost¬ <br> barem Mischern Erze. — Außerdem heißen abaci <br> die glatten Felder in dem künstlichen Marmorputze <br> der Wände (Hin. 33, 56. Vitr. 7, 3, 10.), bis¬ <br> weilen auch die bunten Felder in den Mosaikböden <br> (aßaxi'oxog); ferner Spielbretter (Suet. Nero 22.), <br> auf denen mit Steinen oder Würfeln (alea) ge¬ <br> spielt wurde; dann Tische, die sogenannten Pytha- <br> gorischen, mit Sand oder Mehl zu mathematischen <br> Berechnungen und Figuren (Pers. 1, 132.); endlich <br> die viereckigen vierkantig behanenen Deckplatten <br> auf den ionischen Säulen unmittelbar unter der <br> Balkenlage (Vitr. 4, 1.). <br> Abäddir s. BaltvIog. <br> Abai, selteuer Aba, ”Aßat, uralte Stadt im <br> nordöstlichen Phokis, an der Straße von Orcho- <br> menos nach Opus, mit berühmtem Apollotempel, <br> welcher von Terxes und dann von den Thebanern <br> im phokischeu Kriege zerstört wurde. Hdt. 8, 27. <br> 33. Bind. Sic. 16, 58. Kaiser Hadrian erbaute <br> dem Apollo einen neuen kleineren Tempel. <br> Abantes, -’^ßccvzeg, l;ntw. thrakischen Ursprungs <br> oder (Hdt. 1, 146.) zum ionischen Bunde gehörig, <br> aus Phokis nach Enboia wandernd und älteste <br> Bewohner dieser Insel; zogen unter Elephenors <br> Anführnng mit 40 Schiffen vor Troja (II. 2, 536.), <br> wozn sich auch die Söhne des Thesens gesellten <br> (Plut. Thes. 16.), wurden aber auf der Rückfahrt <br> mit 8 Schiffen an das kerauuifche Gebirge nach <br> Jllyrien verschlagen. Sie erscheinen als wild, hin¬ <br> ten mit langem Haupthaare (o-rnfttv y.oiioaweg.) <br> Abantiades s. Perseus. <br> Abäris, "slßaQig, ein wunderthätiger Apollo- <br> priester ans dem Skythenlande (od. Hyperboreer) <br> um 770 od. 700 od. 550 v. C., dessen Leben die <br> Sage vielfach ausgeschmückt hat. Er hatte nach <br> Jamblichos (de vita Pythag. 19. 28.) von Apoll <br> einen goldenen Pfeil empfangen, auf dem er durch <br> i>ie Lnft ritt (ccL&Qoßdrrjg) f durchzog weissagend <br> Griechenland, heilte Krankheiten durch sein bloßes <br> Wort, verfaßte allerlei weihende und sühnende <br> Formeln, lebte ohne Nahrungsmittel zu genießen <br> (Hdt. 4, 36.), hob eine in Sparta herrschende <br> Pest und erbaute der Äö^rj ocötfiQcc einen Tempel <br> (Paus. 3, 13, 2.). <br> Abas s. Danaos. <br> Real Lexikon des class. Alterthums. f>. Ausl. <br> Abdalonynius oder Abdalonimus, d. i. Abdul <br> Onoma, „mit Namen Abdul" (vielleicht Knecht <br> Gottes, rN/’-ja?), ein Nachkomnie des alten sido <br> nischen Königsgeschlechts, war wegen seiner Armuth <br> genöthigt, sich mit Gärtnerei und Wassertragen <br> seinen Unterhalt zu verdienen. Alexander der <br> Große, durch seine Rechtschaffenheit auf ihn auf¬ <br> merksam geworden, machte ihn im I. 332 zum <br> Könige von Sidon und schenkte ihm dazn die an <br> die Stadt grenzende Landschaft so wie den größten <br> Theil der persischen Bente. Curt. 4, 1, 19—26. <br> Justin. 11, 10, 8. Bei I)iod. Sic. 16. 46 heißt <br> er BcclXcöwf^og. Vgl. Droysen, Alexander d. Große <br> S. 180 — 182. <br> Abdera, ra '[’AßSrjQcc, l) Stadt in Thrakien <br> östlich der Mündung des Nestosflnsses (j. Karasn), <br> nach der Sage von Herakles zum Andenken an <br> seinen Liebling, den von den Rossen des Diomedes <br> zerrissenen Abderos, gegründet. Apollod. 2, 5, <br> 8, 4. Geschichtlich sicher ist die 2. Gründung der <br> Stadt durch den Klazomenier Timefios, der dem <br> Hasse seiner A^itbürger weichend dorthin ging Ol. <br> 31, 1 (656 v. C.). Die neue Pflanzstadt ward <br> aber vou den Thrakern zerstört, bis sie 543 durch <br> die Bürger von Teos, welche vor der drohenden <br> Zwingherrschaft des Harpagos, Feldherrn des <br> Kyros, wichen, an derselben Stelle wieder her¬ <br> gestellt wurde (Hdt. 1, 168.); so konnten spätere <br> Abderiten, Protagoras und der Philosoph Heka- <br> taios, geradezu Teier genannt werden. Aber <br> schon nach der Schlacht von Lade und der Ein¬ <br> nahme von Miletos mußte sich die Stadt den <br> Persern beugen und als persische Stadt den Lerxes <br> mit seinem Heere bewirthen; doch trug später die <br> gastliche Aufnahme des aus Europa flüchtigen <br> Herrschers der Stadt reiche Geschenke ein. Hdt. 7, <br> 109. 120. 8, 120. Die folgenden Siege der <br> Hellenen machten auch Abdera frei, welches dann <br> wiederholt unter den Bundesgenossen der Athener <br> genannt wird und als eine der mächtigsten Städte <br> jener Gegend erscheint. Diod. Sic. 13, 72. Erst <br> Ol. 101, 1 (376 v. E.) erlitt A. durch die Ein¬ <br> fälle der benachbarten Triballer einen tödtlicheii <br> Stoß und trat dann 343 in die Bundesgenossen¬ <br> schaft Makedoniens als unbedeutende Stadt. In <br> späterer Zeit war A. frei (188 v. C., f. IAv. 38, <br> 41.) und behauptete diese Freiheit auch nach der <br> grausamen Behandlung durch deu Prätor Horten- <br> fius, 18 Jahre später. IAv. 43, 4. Noch im <br> Mittelalter wird ihr Dasein unter dem Namen <br> Polystili bezeugt, au der Stelle der Ruinen <br> steht kein neuer Ort. Wie Abdera, aus dem neben <br> jenen obengenannten Männern auch der „lachende" <br> (ysluatvog) Philosoph Demokritos stammte, im <br> Lause der Zeit eine von Wieland in seinen Ab <br> deriteit ausgemalte Berrufenheit erlangte, ist nicht <br> 1