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Title:
Reallexikon des classischen Alterthums für Gymnasien
Persons:
Lübker, Friedrich Erler, Max
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4427181
<br> Oaros —'OßehiGxog. <br> 795 <br> eine freundliche Gottheit gebiert sie aber auch den <br> Hypnos und das Heer der Träume. Auch tue <br> nach Westen hin am Rande der Erde wohnenden <br> Hesperiden heißen ihre Töchter. Im Westen sind <br> die Pforten, wo sie, in Dnnkel gehüllt, den Schlas <br> nnd den Tod in den Armen, aus der Unterwelt, <br> ihrem eigentlichen Sitze, der Hemera begegnend, <br> emporsteigt. Hesiod. theog. 748 ss. Bei den Or¬ <br> phikern ist sie der Urgrund, aus dem Alles her¬ <br> vorgeht. Die Tragiker uud die Späteren fassen <br> sie als Personification der Nachtzeit aus, bald <br> geflügelt, bald mit einem von (2 oder 4) schwar¬ <br> zen Pferden gezogenen Wagen, in schwarzem, mit <br> Sternen besäetem Gewände. Eur. Ion 1150. <br> Orest. 176. Theocr. 2, a. E. Verg. A. 5, 721. <br> 8, 369. Im Bereich des Tempels der ephesischen <br> Artemis befand sich ein Standbild der Nyx, ein <br> Werk des Rhoikos. Auf dem Kasten des Kypselos <br> war sie dargestellt, den Schlaf und den Tod in <br> den Armen haltend. <br> O. <br> Oäros, ’Octgos, ein nach Herodots (4, 123 ) <br> Versicherung bei den Thyssageteu entspringender, <br> östlich vom Tanais fließender und in die Maio¬ <br> tis mündender Fluß. Wahrscheinlich ist bannt <br> ein östlicher Nebenfluß des Tana'is gememt, etwa <br> ber Opharus bes Pliuius (6, 7, 7.). <br> Oases, Öaffftg, Jvaasie, heißen bie gleich <br> Inseln aus dem Sandmeere der libyschen Wüste <br> austauchenden fruchtbaren, mit Quellwasser ver¬ <br> sehenen Landstriche, besonders die beiden westlich <br> von Aegypten liegenden, welche vorzugsweise die <br> kleine und die große Oase genannt wurden. <br> Ihrer Lage nach gehörte eigentlich nur bie nörd¬ <br> lichere kleine Oase zu Mittelägypteu (j. Wah el <br> Bahire ober Bahnasa el Kassar), westlich von ber <br> Stabt Oxyryuchos 1 Tagereise entfernt; die 24 <br> Meilen südlicher gelegene große Oase (j. Wah <br> el Kebir), die schon Herodot (3, 26.) als noXig <br> "Oaois oder vrjaog Manügcov kennt, gehörte zu <br> Oberägypten. Beide waren bewohnt und bildeten <br> eigene Nomen Aegyptens. Strabon erwähnt noch <br> eine dritte, die Oase des Ammon (f. Ammo¬ <br> nium). Uebrigens kommen die andern den Alten <br> auch bekannten Oasen der libyschen Wüste (z. B. <br> Angila, Phazania) nicht uuter diesem Namen vor. <br> Unter den römischen Kaisern dienten die Oasen <br> als Verbannungsort. Strab. 2, 130. 17, 790 f. <br> 813. <br> ’iißai s. <X>vl7], 9. <br> ’Oßekiöxoq, obeliscus, eine hohe, vierseitige, <br> nach oben spitz zulausende (daher auch Spitzsäule) <br> und pyramidenförmig endigende Säule aus nie¬ <br> driger Basis, von Mittelägypten bis nach Nubien <br> hin weit verbreitet und ihrem Ursprünge nach <br> bis ins 15. Jahrhundert v. C. hinausragend. Die <br> meisten sind aus Granit vom libyschen Gebirge, <br> seltener aus Kalkstein und weißem Marmor, und <br> zwar aus Einem Stück gearbeitet; man hat die <br> Steinbrüche zu Syeue entdeckt, aus denen sie be¬ <br> arbeitet worden sind. Die viereckige ausgehöhlte <br> Grundlage, in der sie ruhen, ist meistens einige <br> Fuß breiter als die Säule. Die Höhe der Obe¬ <br> lisken schwankt zwischen 50 und 150 Fuß. Sie <br> sind entweder ganz glatt oder mit Hieroglyphen <br> (s. d.) verziert, und zwar bald ans allen vier <br> Seiten, bald nur theilweise. Die Schrift geht bis <br> zu einer Tiese von 2 Zoll und ist meist felder- <br> oder absatzweise eingetheilt, sehr häufig aber auch <br> mit verschiedenen Farben ausgemalt. Unter den <br> Alten berichten Herodot, Diodor von Sieilien und <br> der ältere Pliuius über die Obelisken, deren eine <br> große Zahl vorhanden gewesen sein muß. Sie <br> standen vornehmlich vor den Tempeln und haben <br> ohne Zweifel eine religiöse Bedeutung gehabt, <br> mögen aber außerdem wol auch astronomischen <br> Zwecken, als Sonnenzeiger n. dgl., gedient haben. <br> Zur Herbeischaffung fo kolossaler Massen kamen <br> den Äegyptern außer dem Nilstrome besondere <br> Fahrzeuge uud uus nicht näher bekannte Werk¬ <br> zeuge zu Hülse. Nach dem Eintritte der persischen <br> Herrschaft sind keine neuen mehr errichtet worden, <br> und auch die Ptolemaier haben Alexandrien mir <br> mit älteren geschmückt. Die berühmtesten waren <br> zu Heliopolis (s. d.) und Theben in Oberägypten; <br> neun derselben sind im Lause der Zeit, zuerst <br> uuter deu Kaisern Augustus, Caligula und Clau¬ <br> dius, nach Rom gebracht worden. Von den beiden, <br> welche Angnstus auf einem eigenen, lange in <br> Ostia aufbewahrten Fahrzeuge mit großen Kosten <br> aus Heliopolis holen ließ, stand der eme auf dem <br> Marsfelde und diente als Gnomon oder Sonnen¬ <br> zeiger bei den in Angnstus' Austrag von Mani- <br> lius getroffenen großen Veranstaltungen zur Er¬ <br> richtung einer Sonnenuhr, wurde aber im Mittel¬ <br> alter (vielleicht durch die Normannen) umgestürzt <br> und erst in neuerer Zeit wieder hergestellt; der <br> audere wurde auf der Spina int Circus maximus <br> aufgestellt (wahrscheinlich 10 n. C.), ebenfalls bei den <br> Verheerungen zu Rom durch die Barbaren tn Stücke <br> zerbrochen und erst int 16. Jahrhundert aus der <br> Piazza del Popolo wieder ausgerichtet; er hat auf <br> jeder Seite des Schafts 3 Reihen Hieroglyphen. Eilt <br> anderer (der vaticanifche) wurde unter Ealigularim <br> Circus Vaticanus, im 16. Jahrhundert aber vor <br> der Peterskirche aufgestellt. Den größten und <br> mit den schönsten Scnlptnren versehenen (vom <br> König Ramses) ließ Constantius II. im I. 357 <br> n. E. im Circus Maximus errichten, uud nachdem <br> derselbe int 5. Jahrhundert von den Barbaren <br> umgestürzt war, wurde er 1588 aus dem Platze <br> vor' der Johanniskirche int Lateran wieder ausge¬ <br> stellt und daher der Lateranische genannt. — In <br> neuester Zeit ist ein schöner £Dbelt)f ciu§ Sujov <br> nach Europa gebracht und 1833 aus dem Con- <br> cordienplatz zu Paris aufgestellt worden; er trägt <br> die Namen des Ramses und Sesostris und tst <br> mit einer dreifachen Reihe von Hieroglyphen be¬ <br> deckt. — Endlich befinden sich auch noch ein Paar <br> in Alexandrien in dem nördlichen Theile der alten <br> Stadt, der eine mit sehr schönen und gut erhal¬ <br> tenen Hieroglyphen, vom König Ramses, „tue <br> Nadel der Cleopatra" genannt; der andere da-