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Title:
Reallexikon des classischen Alterthums für Gymnasien
Persons:
Lübker, Friedrich Erler, Max
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4428994
<br> 976 <br> Pythokles — Quaestio perpetua. <br> n. C. den kaiserlichen Palast ans dem Palatin <br> mit Bildwerken zierten. <br> Pytliökles, TlvO-o^-n^g, 1) ein Athener, Vater <br> des Phaidros Plat. Phaedr. p. 244. — 2) Sohn <br> des Pylhoboros, ein athenischer Redner, makedo¬ <br> nisch gesinnt, wurde mit Phokion Hingerichtet. <br> Phit. Phoc. 35. <br> Python, 1) s. Apollon, 2. — 2) s. Pi¬ <br> thon. <br> O. <br> Quadi, KovüSot, ein snevischer Volksstamm, <br> dessen Wohnsitze im südöstl. Deutschland, im Nor¬ <br> den der Donau, in einem Theile des Heut. Böh¬ <br> mens und Mährens, lagen und der gewöhnlich <br> in Verbindung mit beu Markomannen genannt <br> wird. Ein Theil von ihnen schloß sich bem ans <br> seinem Lande verjagten Marbod an (Tac. ann. <br> 2, 63.), empfing von den Römern einen eigenen <br> König, den Qnaben Vannius, unb stanb mit Rom <br> in fveunbschaftlichem Verkehr. Als aber unter <br> Marc Aurel im I. 167 n. C. ber große, bis zu <br> besseu Tobe bauernbe, Krieg mit ben Markoman¬ <br> nen ansbrach, schlossen sie sich biesen wieber an <br> unb fügten ben Römern großen Nachtheil zu. <br> Doch schloß ber Kaiser später'mit ihnen Friebett, <br> vermochte aber ihren Freiheitssinn nicht burch <br> Festungen zu bänbigen. Dio Cass. 71, 8. 11. 13. <br> 20. Noch unter ben spätern Kaisern beunruhigten <br> sie Roms Greuzproviuzeu Eutr. 10, 9. Vopisc. <br> Aurel. 18. Amm. Marc. 17, 12. 29, 6. Zur <br> Zeit bes Theobosius verschwinbet ihr Name gänz¬ <br> lich. Sie scheinen ein tüchtiges Reitervolk, viel¬ <br> leicht sarmatischer Abkunft, gewesen zu sein. <br> Qaadrans s. Münzen, II. <br> (jjiiadrlgae s. Wagen. <br> (jjuadrigarius s. Claudii, 30. <br> C^uadringenti s. Vierhundert. <br> Quadruplätor, ein öffentlicher Ankläger, bem <br> schon zur Zeit ber Republik der vierte Theil des <br> eingezogenen Vermögens nach den Gesetzen zukam; <br> diese Belohnung wurde durch die lex Julia de <br> maiestate auch unter ben Kaisern beibehalten, <br> obschou der davon hergenommene Name gegen <br> accusator und delator zurücktrat. Tac. ann. <br> 4, 20. <br> Quaesitor, der von dem Senate oder Volke <br> in außerordentlichen Fällen beauftragte Unter- <br> suchet einer Crimiualsache. Bei dem langsamen <br> und schwierigen Gauge ber gewöhnlichen Volks¬ <br> ober Staatsgerichte stellte sich bie Nothweubigkeit <br> heraus, Einzelne mit ber Untersuchung eines <br> einzelnen Falles zu beauftragen, betten bann für <br> gewöhnlich Richter beigegeben würben. Als sich <br> bie Erirninalfälle bei bem Verfalle ber Republik <br> vielfach mehrten, würben staubige Gerichte (quae- <br> fitiones perpetuae, s. b.) eingerichtet, zuerst burch <br> bie lex Calpumia (s. Repe tundarum cri¬ <br> men), bann namentlich burch Sulla vermehrt; <br> aber boch hörte bie Ernennung eines außer¬ <br> ordentlichen quaesitor nicht auf; so z. B. würbe <br> burch Pompejus eine quaestio de caede Clodii <br> gegen Milo bestellt. <br> (Quaestio perpetua. Es gab schon früh iit <br> Rom außerorbentliche Unterfuchungscornrnisfionen, <br> welche statt bes Senats ober bes Volkes in Eri- <br> minalsacheu Recht sprachen. Der bamit beauftragte <br> Richter hieß quaesitor (a quaerendo), welcher <br> Name sowohl für biefe anfjerorbentlichen Fälle, <br> als auch für bie regelmäßigen Indices qnaestionis <br> gebraucht würbe. Die Schwerfälligkeit ber Volks- <br> ltnb Senatsgerichte hatte Veranlassung gegeben, <br> für gewisse Fälle einem Consul, Prätor ober auch <br> Dictawr bie Untersuchung zu übertragen (quae- <br> stioni praeficere; die Untersuchung führen hieß <br> quaestionem habere, exercere). Aus diesen <br> außerordentlichen Gerichten gingen bie regelmäßi¬ <br> gen Kriminalgerichte, quaestiones perpetuae, her¬ <br> vor, wenngleich es auch noch nach ber Einführung <br> berfelben solche außerordentliche Quästioneit zur <br> Schärfung bes Verfahrens gab, s. Quaesitor. <br> Die Einführung ber orbentlichen Kriminalgerichte <br> (ordo iudiciorum publicorum) erfolgte nicht mit <br> einem Mal, fonbern begann im I. 149 v. E. mit <br> ber lex Calpurnia repetundarum zn Gunsten ber <br> verbünbeten unb untertänigen Volker. Allmäh¬ <br> lich entstauben auch für aitbere Verbrechen solche <br> stäubige Gerichte uttb Orbnungen; zu Eicero's <br> Zeit gab es 8 quaestiones perpetuae: repetun¬ <br> darum, maiestatis, peculatus, ambitus, inter <br> sicarios, veneficii, de vi, falsi. Ieber Gerichts¬ <br> hof hatte einen Vorfitzeuben, welcher entweber <br> Prätor ober ein iudex qnaestionis (f. Iudex) <br> war. Mit Ausnahme bes praetor nrbanus unb <br> peregrinus, welche ihre Civilgerichtsbarkeit weiter <br> verwalteten, übernahm nach bem Loose jeber ber <br> Prätoren (über ihre Zahl s. b.) eine quaestio, <br> wo btefe nicht ausreichten, ein iudex qnaestionis. <br> Dem Prätor ober bem iud. quaest. staub eine <br> gewisse Anzahl Richter (Geschworne) zur Seite, <br> ursprünglich senatorischen Ranges, seit ben Gracchen <br> mit Unterbrechungen aus Senatoren, Rittern und <br> Schatztribuuen gewählt. ÜBährenb in früherer Zeit <br> jebe quaestio ihre befonbere Zahl von Richtern <br> gehabt hatte, würben später allgemeine Richter- <br> listen aufgesetzt, ans betten bie Richter für bie <br> einzelnen Fülle entnommen würben. Die Zahl <br> ber Richter scheint in ben verschiebenen Fällen <br> (auch wol in ben verschiebenen Zeiten) verschieben <br> gewesen zn sein; z. B. kommen in bem Proceß <br> bes Milo 51, gegen Piso 75, gegen Elobius 56 <br> vor. Der Proceß begattn mit ber Bitte (postu- <br> latio) bes Anklägers an ben Prätor ober iudex <br> qnaestionis, einen Bestimmten anklagen zu bür <br> fett (ut liceret nomen deferre), unter mehreren <br> Anklägern würbe burch bie divinatio entfchieben. <br> Nach erhaltener Erlaubniß, unb wenn ber Ange¬ <br> klagte anklagbar war (f. Rens), erfolgte bie no- <br> minis delatio in Gegenwart bes Angeklagten, bie <br> Stellung ber Frage (interrogatio) an diesen, so <br> wie enblich bie Eintragung (nominis receptio) <br> von Seilen bes Vorsitzenbeu. Nach biesem Vor¬ <br> verfahren folgte ait dem festgesetzten Tage (bie