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Title:
Aus dem Leben vornehmer Ägypter
Persons:
Roeder, Günther
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4619046
<br> arbeiten geschäftsmäßig übernahmen. Offenbar wurden <br> dem Auftraggeber bei der Bestellung Zeichnungen vorgelegt, <br> die das Schema der verlangten Bilder enthielten; aus ihnen <br> sonnte er sich feine Grabdekoration zusammenstellen. Ge¬ <br> zeichnete Entwürfe und Skizzen zu den einzelnen Bildtypen, <br> zum Teil sicher mit ausgeführten Details, Haben sich in der <br> Kaste der Zeichner und Bildhauer von Generation zu Gene¬ <br> ration vererbt; ein erfinderischer Geist veränderte und be¬ <br> reicherte wohl die hergebrachten (Einzelheiten, aber im <br> wesentlichen konservierten die Künstler ihre altehrmürMgen <br> Typen und die Arbeitsweise ihrer Gilde. <br> wie mit den bildlichen Darstellungen stand es nun auch <br> mit den Inschriften des Grabes; und wie mit den Bildhauern <br> so auch mit den Schriftgelehrten. Es war üblich, daß man zu <br> den Bildern bestimmte Beschriften setzte, die in naiver weise <br> den Inhalt des Dargestellten verkünden oder wechselreden <br> der arbeitenden Tischler und Bischer enthalten. Es war auch <br> üblich, daß man im Grabe, meist an der Fassade oder im Ein¬ <br> gang eine Art Lebensbeschreibung des Bestatteten anbrachte, <br> und an der sogenannten Scheintür mußten Formeln für das <br> Seelenheil des Toten stehen. Bei ihrer Abfassung war es <br> einem schriftstellernden Besteller oder der literarischen Bil¬ <br> dung des Schreibers anheimgestellt, ob er sich ganz in tradi¬ <br> tionellen Phrasen bewegen oder der Individualität des zu <br> verherrlichenden Rechnung tragen wollte. Auch hier gab <br> es ein festes Schema, nach welchem Gebete und Biographie <br> angefertigt wurden. Es enthielt die Versicherung eines in <br> jeder Hinsicht untadelhaften Lebenswandels, deren Aus¬ <br> drücke natürlich der sozialen Lebensstellung des jeweiligen <br> Auftraggebers angepaßt wurden. Es enthielt ferner eine <br> Angabe über die Anlage des Grabes; daß der Erbauer es <br> nämlich aus eigenen Mitteln und ohne Schädigung anderer <br> erbaut habe; oder daß dieses Grab von einem pietätvollen <br> Sohn seinen Eltern errichtet sei, deren vermögen vielleicht <br> zu gering gewesen war. war der Besteller einer der Großen <br> des Pharao, der eine Provinz verwaltet oder eine Expedition <br> in abgelegene Gegenden geleitet hatte, so ließ er den For¬ <br> meln eine Erzählung seiner Taten anhängen: wie er sich um <br> jenen Gau verdient gemacht oder wie trefflich er feinen Auf¬ <br> trag ausgeführt habe. hatte sein königlicher Herr ihm eine