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Title:
Karten und Skizzen aus der Entwicklung der größeren deutschen Staaten
Persons:
Rothert, Eduard
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-5684800
<br> Zertrümmerung des Herzogtums Sachsen 1181. <br> t <br> Nr. 1. <br> Schleswig <br> Herzogtum Sachsen <br> Hausmacht Heinrichs des Löwen <br> -p'^SCh£ß.ark <br> Stralsund <br> ™ $ ^Rostock <br> Doberan i ^ <br> , C <br> $ a <br> Wismar y°Wurle <br> > ^Lübeck MeckIenbur| <br> Ratzeburg ^ ^ ^ <br> NeumUnster <br> Itzehoe <br> Hamburg <br> 845 <br> Schwerin <br> Harburg <br> o <br> Büchel <br> Emden <br> Bardowiek <br> Lüneburg <br> fteuhaus <br> Oldenburg <br> Bremen — <br> Dannenber <br> J Ebstorf o <br> 'Verden - — ‘ <br> Wildeshausen <br> Ahlden <br> .{£ .. <br> Nienbaig^O; Wölpe / <br> / P Diepholz <br> Gifhorn <br> Lingen I <br> Jj ^n(|- <br> '■ Wun^tor:t,°\r\y-v ) y \' ' ' .. <br> X f t.-' «S Hannover «*"' S '> ^\/ { oCalvorde <br> yj>/ \ I r) 'r'<Vs <br> \ Ji \ ^ Kom8£lutjei- <br> * Oer ’ <br> /\0snabrück x v <br> k ...» ^ __ <br> iburg fia#e \ <br> ‘Braunschweig^)' <br> ) c '" (* SuPPl!“fenburg <br> ,vrn,M r->'' Wolfenbüttel V m au <br> ' PHildesh'eim V ^ i N Magdeburg <br> D <br> Minden <br> Tecklenburg <br> / 3 <br> Münster <br> N-Xi '• Ja. <br> \ V ' / ± ‘ 9 Harzburg ^ Halberstadt <br> ^ c. ^oBevern ( f^de^heiffl ^.;%eimbar^J1 <br> S£rÄ El.TeCk V‘~~'iSausthal^ ^Ian^*D^irf^~^^UediiöbUr^ <br> £ »Dassel ^rubenhigen ;■ -'i <br> r ' rVoNortheim ! - ; <br> Deranburg T 7^?",%* A*f^' <br> £ ^./Bfirsftrdefe ^Sa^senst^inf oWalkenrted <br> (^Grone°PG<tttingen^ ^erstadt ^Q^prdhausen <br> N . M,lnd«\ <Tv&nsV^°-^ Spatenberg^-^C^>%e <br> Detmold <br> \Q Bocholt <br> 5 <br> Paderborn <br> Wesel <br> Xanten <br> Giebichenstein <br> Dortmund <br> igiburg <br> Eresbur <br> SondersSausen Tilleda <br> Merseburg <br> V Heiligenstadt Spira° <br> itzenh~ausen\ \ <br> ^olkenrode <br> endorf olMllhlhausen <br> Neuss <br> Naumburg <br> Eschwegeö>sviarcj1j1°im ^HÖE^burg <br> p « 1075 o <br> GorätuugeW^ EiseMch Er/ur( <br> & <br> Wartburg <br> Hersfeld <br> Ältere Brunonen Billunger <br> Ludolf <br> 5 <br> Otto d. Erlauchte | 912 <br> I <br> Heinrich I. f 936 <br> I <br> Otto d. Gr., f 973, gibt Sachsen an Hermann Billung, f 972 <br> in Lüneburg <br> Magnus f 1106 <br> I <br> Wulfhilde <br> Welfen <br> Jüngere Brunonen <br> Scheitern des Versuches, auf Grund der Haus¬ <br> macht die ganze politische Gewalt im Herzogtum <br> zu vereinigen. <br> A. Die Sachsen, die Karl d. Gr. 772/808 bezwungen und zum <br> Christentum genötigt, waren zahlreich und tapfer, aber <br> räumlich in vier Gruppen getrennt: Westfalen, Engern, <br> Ostfalen, Nordalbingier und auch politisch in Friedens- <br> zeiten ohne Oberhaupt und Freunde der Selbständigkeit. <br> Sie wohnten vom Zusammenflufs der Werra und Fulda <br> bis zur Nordsee und von der Eider und Unterelbe bis <br> fast an den Rhein. Das Christentum, überwacht von <br> 7 Bischofssitzen, schlug bald bei ihnen feste Wurzeln. <br> B. Die Angriffe der Normannen, die 845 Hamburg zerstörten <br> und die Verlegung des erzbischöflichen Wohnsitzes von <br> hier nach Bremen notwendig machten, veranlafsten 856 <br> eine Zusammenfassung der Heeresgewalten durch die <br> Übertragung der dauernden Herzogs würde an Ludolf, <br> dessen Sohn Bruno (angeblich Begründer Brunswiks = <br> Braunschweigs) bei Ebstorf im blutigen Kampfe gegen <br> die Normannen blieb. Erfolgreicher bewiesen diese <br> Ludolfinger die Stärke der vereinigten Macht gegen <br> den Franken Konrad, als sie 913 bei Grone siegten <br> und damit die Erringung einer noch höheren Stellung <br> vorbereiteten. <br> Heinrich d. Schwarze <br> Heinrich d. Stolze f 1139 <br> Otto v. Northeim <br> Lothar v. Supplingenburg^Richenza v. Northeim <br> i <br> Gertrud <br> v <br> Heinrich d. Löwe <br> Otto IV. f 1218 <br> Die Besteigung des Kaiserthrones hatte aber für dies <br> Fürstengeschlecht auch die Folge, dafs namentlich seit <br> 962 die Vorliebe dem italischen Süden zugewendet wurde. <br> Deshalb übertrug Otto d. Gr. die sächsische Herzogs¬ <br> würde dem Hermann Billung, der sich um die Lüneburg <br> ausgedehnte Allodien erworben hatte. Hier blühte <br> Billungs Geschlecht noch unter Magnus, als gleichzeitig <br> Otto v. Northeim an der oberen Leine zu ähnlicher <br> Macht gelangte, und anderseits Adalbert, Erzbischof von <br> Bremen, den ehrgeizigen Plan fafste, mit Benutzung der <br> kaiserlichen Gewalt sich eine Art geistlichen Patriarchats <br> im Norden zu verschaffen. Zur Bezwingung der sächsi¬ <br> schen Grofsen vereinigte Adalbert seine Kräfte mit denen <br> des unerfahrenen Kaisers. Ihre Unternehmungen waren <br> anfangs glücklich. Während Adalbert im Norden Stade <br> an sich rifs, schlug Heinrich IV. im Süden Ostsachsens, <br> in Goslar sein unwillkommenes Hoflager auf, sicherte <br> sich durch einen Kranz von Burgen im Osten des Harzes <br> (Harzburg, Heimburg, Sassenstein, Spatenberg, Volken- <br> rode u. a.) die Verbindung nach der Werra bei Gerstungen <br> und weiter nach Franken, namentlich nach dem blühenden <br> W'orms, und bezwang endlich, nach der Flucht von der <br> belagerten Harzburg auf demselben Wege zurückkehrend, <br> bei Hohenburg an der Unstrut die sächsischen Grofsen. <br> Aber der Umschlag des Glückes im Kampfe Heinrichs IV. <br> mit Gregor Vn. kam auch den Sachsen zustatten. <br> Somit blieben sie im Besitze ihrer gröfseren Allodial- <br> Wilhelm <br> Otto dj Kind 1235. <br> güter und vererbten diese dann an die Welfen, zunächst <br> an Heinrich den Schwärzen, der die Billungschen im <br> Norden und darnach an dessen Sohn Heinrich d. Stolzen, <br> der auch die Supplingenburgschen und Northeimschen <br> Güter im Süden erheiratete. Des letzteren Sohn Heinrich <br> der Löwe erhielt somit neben den Ansprüchen auf Bayern, <br> das die Welfen 1156 wirklich zurückgewannen, die sämt¬ <br> lichen vorgenannten Hausgüter und dazu die Herzogs¬ <br> würde über das ganze Sachsen. Das kühne Bestreben, <br> diese Macht noch weiter auszudehnen, nicht blofs räum¬ <br> lich im Osten, wo besonders Mecklenburg germanisiert <br> wurde, sondern namentlich auch in Sachsen selber, wo <br> die besonderen Gewalten der Bischöfe und Grafen ge¬ <br> brochen werden sollten, mufste für ihn in dem Augen¬ <br> blicke verhängnisvoll werden, als es sich auch noch <br> mit Friedrich Barbarossa überwarf (Chiavenna 1176) und <br> trotzig alle Gegner gleichzeitig herausforderte. <br> C. 1180 Ächtung Heinrichs des 'Löwen in Gelnhausen. 1181 <br> Unterwerfung in Erfurt. Das ganze Weifenreich wird <br> zertrümmert; einige Teile werden besondere Herzog¬ <br> tümer und damit ein Gegengewicht gegen die immer <br> noch ansehnliche Hausmacht der Welfen. (Westfalen an <br> Köln, Herzogtum „Sachsen“ an Bernhard v. Askanien, <br> Bayern an Otto v. Wittelsbach.) Andere kleine Gebiete <br> trennen sich als selbständige Grafschaften, wie Arnsberg, <br> Tecklenburg, Oldenburg, Holstein. Vorläufige Aussöhnung <br> 1194 in Tilleda am Kyffhäuser.