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Title:
Karten und Skizzen aus der Entwicklung der größeren deutschen Staaten
Persons:
Rothert, Eduard
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-5684989
<br> Thüringen, Sachsen und Meifsen um 1180. <br> Nr. 7. <br> '^.Silwndorf <br> Mölln V' ) <br> Hamburg <br> !. Lauenburg <br> Thüringen. <br> Herzogtum Sachsen. <br> Markgrafschaft Meifsen. <br> Magdeburg <br> uo^nnern <br> Nieder <br> o B.aruth <br> /Sachsen* <3üterb J <br> Halberstact <br> Wittenberg <br> ö Grubenhagen <br> Kottbns <br> Grf. VBrehna^ r , ,, <br> 2290 \ ( Finaterwaldo <br> WettinY Brehna£^..J^-/'\'---AV L 3 11 / S i <br> H S fo S \ ^ \ \i Dobrilügk <br> 9 Halle» Landsberg V " To^gan* <br> rWsen.-. J Lelpv feeA*«« <br> Wurzen <br> .*^>c*frsar. 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J -RodoHUAiS-, <br> ^^Meiningen..^ <br> isenach <br> Wartburg <br> Wehlen <br> Gemeinschaftlicher Wettiner Besitz <br> 1850-1381. <br> Die entlegenere Lausitz ist an Brandenburg verloren gegangen; <br> der verbliebene Besitz dagegen wächst schon vor dem Erwerb <br> S. Wittenbergs unter den Wettinern mehr und mehr ineinander. <br> (Chemnitz, Pleissen, Orlamttnde.) <br> uÄu.e^r - <br> ^ Pflege Koburg • <br> 13^53 <br> Koburg <br> Thüringen. <br> Ludwig d. Bärtige f 1036 Cäcilie v. Sangerhausen <br> r <br> Ludwig d. Springer f 1123 Giso v. Gudensberg <br> Ludwig I. Landgraf + 1140 .Tochter <br> Ludwig ü. d. Eiserne Jutta v. Schwaben <br> Ludwig HI. f 1190 in Cypern <br> Hermann f 1217 <br> i 1 <br> Ludw. IV. d. Heil. + 1227 (Gem. heil. Elisabeth) Heinr. Raspe f 1247 Jutta Dietr. d. Bedrängte <br> Haus erlischt ^ von Meifsen <br> Heinr. v. Brabant Sophie Herrn. H. f 1241 <br> Heinrich dl Kind f 1308 <br> Stammvater aller hessischen Landgrafen <br> Meifsen. <br> Konrad d. Gr., Markgraf von Meifsen 1127 f 1157 <br> ,, v. Niederlausitz 1136 <br> Otto d. Reiche f 1190 <br> Dietrich d. Bedrängte + 1221 <br> Jutta v. Thüringen <br> Margarethe <br> Heinrich d.^ Erlauchte + 1288 (1246 Pleifsen, 1247 Thüringen) <br> Albrecht d. Unartige^ Kunigunde v. Eisenberg <br> Apitz <br> Friedrich d. Freid. f 1324 Diezmann f 1307 <br> Osterland i Thüringen <br> Meifsen <br> Friedr. d. Strenge i 1381 <br> Friedr. d. Streitbare, Kurf. 1423, f 1428 <br> Balthasar f 1406 <br> i <br> Erlischt 1440. <br> Wilhelm f 1407 <br> Die ältesten Bestandteile Kursachsens und Hessens. <br> I. Landgrafschaft Thüringen. <br> Die Landgrafen Thüringens stammen von den Ufern der <br> fränkischen Saale. Ludwig der Springer (saltator, eigentlich <br> der von der Saale Kommende) erbaute als seinen Herrscher¬ <br> sitz in der Mitte seines Reiches die sagenumwobene Wart¬ <br> burg und später zur „Abbüfsung seiner Sünden“ in der Nähe <br> das liebliche Kloster Reinhardsbrunn. Anfänglich im Dienste <br> der Mainzer Erzbischöfe stehend, (die ihre gebietende Stellung <br> noch an manchen Punkten festhielten, wie Erfurt, Fritzlar, <br> Amöneburg) machten er und seine Nachkommen sich mehr <br> und mehr frei und lehnten sich dafür an das Kaisergeschlecht <br> der Hohenstaufen an, denen sie als Keil zwischen den mäch¬ <br> tigen Welfen in Sachsen und Bayern gewifs sehr willkommen <br> waren. Sie verschwägerten sich aufserdem mit den Hohen¬ <br> staufen, beteiligten sich an deren Kreuzzügen, (1190, 1227) <br> am Glanz ihrer Feste (Mainz 1184) und wurden so reich, dafs <br> sie dem Kaiserhause gleich die Minnesänger in fürstlicher <br> Freigebigkeit feiern konnten, so unter dem Landgrafen <br> Hermann. (Walther v. d. Vogelweide.) Noch allseitiger gerühmt <br> wurden Hermanns Sohn, Ludwig der Heilige, der auf dem <br> 5. Kreuzzuge in Otranto starb, und dessen Gemahlin Elisabeth <br> von Ungarn, die sich durch selbstloses Wohltun und strenge <br> Weltentsagung die allgemeinste Bewunderung errang. (Konrad <br> von Marburg.) Ihr frommer, werktätiger Sinn fand Aner¬ <br> kennung in dem Bau der herrlichen Elisabethenkirche, die sich <br> in Marburg, ihrem Witwensitze, über ihrem Grabe empor¬ <br> wölbte. Als auch ihr Schwager Heinrich Raspe, der ihr und <br> ihrer Freigebigkeit so oft und so hart entgegengetreten, im <br> Kampfe mit Friedrich H. 1247 geblieben, war männlicherseits <br> das Geschlecht der Thüringer Landgrafen ausgestorben. Ihr <br> Besitz wurde nunmehr endgültig in zwei, fast gleiche Hälften <br> geteilt. Östlich der Werra ging derselbe an Meifsen über und <br> westlich an den Enkel der heil. Elisabeth, Heinrich das Kind. <br> Dieser Westen wurde dann das Stammland Hessens. <br> II. Markgrafschaft Meifsen. <br> Das Königreich Sachsen ist hauptsächlich aus drei <br> Bestandteilen hervorgegangen, aus der Östlichen Hälfte der <br> Landgrafschaft Thüringen, der zumeist die deutsche Ein¬ <br> wanderung zu verdanken ist, aus der Markgrafschaft Meifsen <br> und endlich aus dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg, dem <br> ostelbischen Reste der Länder Heinrichs d. L. Das letztere, <br> das unbedeutendste der drei Länder, hatte doch den an¬ <br> gesehensten Namen und später auch die Kurwürde, und diesem <br> Ansehen ist die Weitertragung des Namens Sachsen zu ver¬ <br> danken. Derselbe wanderte zunächst die Elbe hinauf und <br> dann auch von da westwärts in Thüringen hinein. Als der <br> eigentliche Kern des späteren Königreichs ist aber weder <br> Sachsen, noch Thüringen, sondern Meifsen zu betrachten. <br> Die Burg Meifsen wurde um 930 von Heinrich I. als Sitz für die <br> Markgrafen angelegt. Ihre Aufgabe war an vorderster Stelle der Schutz <br> der Deutschen gegen die Slawen, (Daleminzier) und diesem Zwecke <br> gemäfs suchte die Markgrafschaft auch die Ausdehnung über die (wieder <br> verloren gehende) Lausitz. Die dazu äufserst wichtige Lage der Burg, <br> da, wo zum letzten Male Berge, bevor die Elbe endgültig in die Ebene <br> eintritt, von beiden Seiten den Flufs einengen, gab den Anlafs dazu, <br> dafs sie für ähnliche Aufgaben vielfach begehrt und bald auch der Sitz <br> eines Bischofs und endlich noch der eines kaiserlichen Burggrafen wurde. <br> Diese Gewalten aber, die alle drei nach der Landeshoheit strebten, ver¬ <br> trugen sich auf die Dauer nicht nebeneinander und schliefslich, als die <br> Kolonisation im Osten ihre Aufgabe beendet, gaben sie sogar sämtlich <br> die Residenz Meifsen wieder auf. Der Bischof verlegte seinen Wohnsitz <br> nach Wurzen, der Burggraf nach Leisnig und der Markgraf (zuerst 1270) <br> nach Dresden. An Macht überholten die Markgrafen weit die beiden <br> anderen, namentlich seitdem die Wettiner, die das Osterland (mit <br> Leipzig, aber nicht mit Wettin selber) einbrachten, 1127 in den erblichen <br> Besitz der Markgrafenwürde gelangten. Zu den allgemeinen Kulturmitteln <br> des Deutschtums (Christentum, Heerbann u. a.) kamen der Machtentwick¬ <br> lung Meifsens unter dem Markgrafen Otto d. Reichen (1156/90) besonders <br> zwei Ereignisse zustatten, erstens die Entdeckung der Silberadern bei <br> Freiberg, deren Ausbeute seit 1170 eine starke germanische Einwanderung <br> bewirkte, und dann die gleichzeitig erfolgende Einrichtung zweier Messen <br> in Leipzig, das bis dahin nur ein bescheidenes Fischerdorf am Treffpunkt <br> dreier Flüsse gewesen, nun aber Stadtrechte erhielt und bald unter <br> Benutzung derselben Flufsläufe ein aufblühender Handelsplatz wurde. <br> Die Gunst der geographischen Lage, die von Otto dem Reichen richtig <br> erfafst wurde, besteht darin, dafs hier, wo der natürliche Sammelpunkt <br> der näheren Umgebung war, sich auch die Strafsen, die über Eisenach <br> vom Mittel- und Niederrhein kommen, wie diejenigen, die über das Vogt¬ <br> land die Elster abwärts vom Main und Donau herüberführen, für den <br> Verkehr über die mittlere Elbe vereinigen. Von Leipzig gehen natur- <br> gemäfs die Wege weiter nach Magdeburg und nach Berlin, nach Dresden <br> und nach Prag. Es sind dieselben, auf denen auch so oft sich die Heere <br> in der Nähe Leipzigs getroffen, teilweise auch die, auf denen 1409 die <br> Prager Studenten zur Gründung der neuen Universität herüberwanderten. <br> Die Leipziger Kaufmannschaft, die vielleicht auch diesem Zuwachs ihre <br> geistige Regsamkeit mit zu verdanken hat, wufste die Gunst ihrer Lage <br> immer geschickt weiter auszunutzen. (S. die ältesten Eisenbahnen.) <br> III. Die ersten Erwerbungen der Wettiner. <br> Eine bedeutende weitere Erwerbung zum Osterland und Meifsen <br> machten die Wettiner, als sie 1247 nach dem Tode Heinrich Raspes das <br> östlich der Werra gelegene Thüringen bekamen und ferner, als sie 1307 <br> nach dem Siege bei Lucka das schon 1246 zugesicherte Pleifsen (Alten¬ <br> burg) endgültig in ihren Besitz brachten. Dazu gewannen sie unter den <br> drei Enkeln Friedrichs des Freidigen, die 1349/81 gemeinsam regierten, <br> zunächst um 1350 die Grafschaft Orlamünde, dann 1353 von Heinrich von <br> Henneberg (Meiningen) durch Heirat die Pflege Koburg und endlich auf <br> gleichem Wege 1354 Hildburghausen. Somit vergröfserte sich Thüringen <br> nunmehr auch über die Südseite des Thüringer Waldes in das Fränkische <br> hinein. Die Orlamündaer Erwerbungen wurden 1373 noch vervollständigt <br> durch die von Weimar und Jena. Demnach wuchs Meifsen gewifs an¬ <br> sehnlich; bezeichnend ist es indes in ganz besonderem Mafse für die <br> Wettiner Lande, dafs die Machterweiterung fortwährend, wenn auch <br> meist nur vorübergehend, durch Teilungen unterbrochen wurde. — Um <br> trotzdem die Zusammengehörigkeit auch äufserlich zu erkennen zu geben, <br> wurde später der doch eigentlich wenig zutreffende Name Sachsen für <br> alle Teile eingeführt und zähe festgehalten.