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Title:
Heimatkunde der Provinz Hessen-Nassau nach natürlichen Landschaftsgebieten
Persons:
Hinkel, Philipp
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-8729252
<br> Anhang für die Oberstufe der Frankfurter Schulen. <br> Frankfurt a. M. <br> a) Geschichtliches. Im Jahre 794 hielt Karl der Große zu Frankfurt a. M. <br> eine Reichs- und Kircheuversammlung ab. Bei dieser Gelegenheit wird der Ort zuui <br> ersten Male von den Schriftstellern erwähnt. Seit 843 war Frankfurt die Hauptstadt <br> des ostfränkischen Reiches. Ludwig der Fromme bante neben der alten Pfalz, an <br> der Stelle des jetzigen Saalhofes einen neuen prächtigen Palast. — Im Jahre 1147 <br> liefe der Hoheuftaufe Konrad III. vor seinem Kreuzzuge seinen zehnjährigen Sohn <br> Heinrich durch die vornehmsten Fürsten des Reiches in Frankfurt zu feinen: Nach- <br> folger wählen. Der Thronfolger starb aber schon vor der Rückkehr des Vaters. <br> 1152 erfolgte in Frankfurt die Wahl Friedrich Barbarossas zum deutschen Kaiser. <br> Im Jahre 1356 bestätigte Karl IV. durch die „Goldene Bulle", ein Reichsgrund- <br> gesetz, das die Kaiserwahl und die Krönungsordnung festsetzte, Frankfurt als <br> Wahlstadt. — 1562 erfolgte die Wahl uud Krönung Maximilians II. Seitdem galt <br> Frankfurt als Kröuungsstadt der deutschen Kaiser. Im Dreißig- und Siebenjährigen <br> Kriege und in den französischen Kriegen (1792, 1796, 1799, 1869, 1866) litt Frank- <br> furt bedeutend. — 1866 wurde die Stadt und das dazu gehörige Gebiet durch <br> Napoleon dem Fürst-Primas des Rheinbundes, Karl von Dalberg, übergeben. — <br> 1816 bildete Napoleon aus Frankfurt, Hanau, Fulda, Wetzlar uud Aschaffeuburg <br> das Großherzogtum Frankfurt, und Fürst-Primas wurde zum Großherzog von <br> Frankfurt ernannt. — Bei der Neugestaltung Deutschlauds (1815) wurde Frankfurt <br> Freie Reichsstadt und 1816 Sitz des Bundestages (1816—1866 im Thurn- und <br> Taxisschen Palais, Buudespalais). — 1848 tagte in der Paulskirche die National¬ <br> versammlung. — Seit dem 18. Oktober 1866 ist Frankfurt dem Königreiche Preußen <br> einverleibt. <br> . b) Handel n n d Verkehr. Infolge seiner günstigen Lage wurde Frankfurt <br> schon früh einer der ersten Handelsplätze Deutschlands Kanslente ans allen <br> Teilen Europas trafeu hier zur Zeit der Frankfurter Messen zusammen, um <br> ihre Waren auszutauschen. Besonders lebhaft war der Handel mit Tuch, <br> Wein, Leder, Leinwand und Pferden (Leinwandhaus und Pferdemärkte noch <br> heute). Geld wurde umgewechselt, und die Messe bildete eine Haupteinnahme- <br> quelle der Bewohner Frankfurts. Selbst der Buchhandel gedieh eine Zeitlang <br> iBnchgasse), bis Sachsen die Zollschranken für den Buchhandel aufhob und da- <br> durch den Schwerpunkt des Buchhandels nach Leipzig verlegte. Etwa 46 T. <br> Menschen besuchten alljährlich die Messe. Die Herbstmesse war die älteste Messe <br> und anfangs mit dem Kirchweihfeste der Bartholomänskirche (des Domes) ver- <br> bunden- Da es durch den Papst verboten war, am Domplatze Handel zu treiben,