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Title:
Anschauungsunterricht und Heimatkunde für das 1. - 4. Schuljahr mehrklassiger Schulen
Persons:
Börner, Richard Weber, Hugo Jütting, Wübbe Ulrichs
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-8923863
<br> — 265 — <br> Milch, Käse, Felle und Fleisch, die Schweine Fleisch (Schinken, Wurst, <br> Speck) und Borsten. Von allen diesen Tieren erhält der Landmann noch <br> wertvollen Dünger, der seine Äcker fruchtbar macht. Viele Landwirte halten <br> außerdem Geflügel (Hühner, Gänse, Enten, Tauben) und Bienen: sie <br> treiben Geflügel- und Bienenzucht und gewinnen dadurch zartes Fleisch, <br> Federn und Eier, Honig und Wachs. Die Landwirte verkaufen die Erzeug- <br> nisse (Produkte) des Ackerbaues und der Viehzucht und lösen daraus Geld <br> oder verbrauchen sie selbst. Da sie für unsere Nahrung sorgen, gehören sie <br> zum Nährstande. Der Bauernstand ist der wichtigste Stand im Lande. <br> NB. Die hier und in den nächsten Kapiteln entwickelten Lehrstoffe sollen <br> Anfänge der „Bürgerlehre" sein, auf welche auch die deutsche Schule durch <br> die Entwickelung des gesellschaftlichen und staatlichen Lebens immer mehr hinge- <br> drängt wird. Hoffentlich ist sie Geist von deutschem Geiste, erhebt sie nicht den <br> Anspruch eines besonderen Lehrfaches, pocht sie vielmehr mit ihrem wichtigen Stoffe <br> an alle Thüren der Schulfächcr an. <br> 1. Landleben. Voß. W. II. 279, W. 384. <br> 2. Die Freunde des Landmanns. Zollikoser. W. II. 280. <br> d. Das Gewerbe. Der Bauer bebaut das Feld, züchtet das <br> Schaf zc. Das Feld ist ein Stück der Natur, und auch das Schaf, das <br> darauf weidet, gehört zur Natur. Der Roggen, der auf dem Felde, und <br> die Wolle, die auf dem Schafe wächst, hat die Natur erzeugt, sie sind <br> Erzeugnisse der Natur. Die Naturerzeugnisse, z. B. Tierhäute, Holz ?c., <br> sind rohe Stoffe. Rohstoffe können nicht so gebraucht werden, wie die <br> Natur sie liefert. Wir können nicht die rohen Roggenkörner genießen, <br> uns nicht mit der rohen Wolle des Schafes bekleiden, den Fuß nicht in <br> ein Stück Ochsenhaut wickeln zc. Der Roggen muß erst vom Müller in <br> Mehl, das Mehl vom Bäcker in Brot verwandelt werden. Das geschieht <br> durch Arbeit. Noch mehr Arbeit erfordert die Wolle. Der Spinner <br> muß die Wolle zu Garn verspinnen, der Weber das Garn zu Zeug ver- <br> weben und der Schneider das Zeug zu einem Kleidungsstücke zusammen- <br> nähen. Nun ist die Wolle verarbeitet; erst jetzt können wir sie ge- <br> brauchen oder benutzen. Ebenso ist es mit den Naturerzeugnissen, welche <br> uns der Bergmann liefert. <br> Spinnen, weben und nähen kann nicht jeder. Wollene Strümpfe <br> stricken können wohl die Mädchen, aber nicht die Knaben, Strümpfe <br> wirken können nur die Strumpfwirker. Was nicht jeder kann, ist eine <br> Kunst. Die Wolle ist also ein Naturerzeugnis, der gestrickte oder ge- <br> wirkte Strumpf dagegen ein Kunsterzeugnis. Der gestrickte Strumpf <br> ist ein Werk der Menschenhand und der Stricknadeln, der gewirkte ein <br> Werk der Hand und der Maschine. Zum Stricken braucht man also nicht <br> nur Wolle als Stoff, sondern auch Hände, Nadeln, Maschinen 2C. als <br> Werkzeuge. Wer mit geschickter Hand und Werkzeugen aus rohen Stoffen <br> ein Kunsterzeugnis oder ein Werk bildet, ist ein Handwerker. <br> Welche Handwerker giebt es in unserem Wohnorte? Welche sorgen <br> für Nahrungsmittel? für Kleidung? für die Wohnung? Welche verarbeiten