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Title:
Geschichte des Mittelalters
Persons:
Welter, Theodor Bernhard
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11927069
<br> 5 <br> wilde Land so reich an edelen Metallen sei, wie sich in der Folge <br> fand. Salzquellen gab es in Menge. Diese standen in solchem <br> Ansehen, daß häufige Kriege um sie geführt wurden. Ihren <br> Hauptreichthnm jedoch enthielten die Wälder. Diese bargen in <br> ihrem Dickicht eine Menge der größten Raubthiere, die nun schon <br> lange entweder ausgerottet, oder tiefer nach Norden gezogen sind, <br> als Gären, Auerochsen, Elenne, Rennthiere und Raubvögel ohne <br> Zahl. Gegen sie konnte der rüstige Deutsche in Zeiten des <br> Friedens Muth und Kampflust stillen; sie gaben Nahrung und <br> Kleidung zugleich. Unter den Vögeln des Waldes war auch der <br> Edelfalk häufig, der, zur Jagd abgerichtet, noch in späterer Zeit <br> dem Ritter ein sehr gesuchtes Vergnügen verschaffte. Flüsse <br> und Seen wimmelten von großen und schmackhaften Fischen. <br> 3. Deutschlands älteste Bewohner und deren Einrichtungen. <br> Die alten Deutschen hatten weder Städte noch Flecken, <br> nicht einmal zusammenhangende Dörfer. Weit zerstreut lagen <br> ihre Hütten, damit keine zu nahe Nachbarschaft die Grenzen der¬ <br> selben beengte. Leicht war die Hütte erbauet. Sie bestand aus <br> rohen Baumstämmen, durch farbigen Lehm verbunden, oben mit <br> einem Gesiecht aus Stroh und Zweigen leicht gedeckt. Wo es <br> gefiel, setzte man sie hin, am frischen Quell, im stillen Hain, auf <br> steiler Höh, im grünen Thal. Um die Hütte lag das Feld. Der <br> Hofraum wurde mit einem schirmenden Gehege umzäunt. Ein <br> Bild solcher Ansiedelung findet sich noch auf auffallende Weise <br> in dem Kcrnlande des alten Germaniens, in dem heutigen West¬ <br> falen, wo noch jetzt die Höfe, von Holzungen, Wiesen und Saat¬ <br> feldern umkränzt, in romantischer Einsamkeit zu liegen pflegen. <br> In solchen Häusern oder geschlossenen Höfen wohnte damals der <br> Deutsche in ungebundener Freiheit. Hier war er allein Herr <br> und Richter, König in der Familie, über alle, die von seinem <br> Gute lebten, und rächte blutig jeden Eingriff in seine Rechte. <br> Eine Anzahl solcher Höfe zusammen bildete einen Weiler, <br> mehrere Weiler einen Gau. Der Name „Gau" hat sich noch