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Title:
Geschichte des Mittelalters
Persons:
Welter, Theodor Bernhard
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11928800
<br> 179 <br> fallen, ober hatten ihn verlassen. In Italien verlor er eine <br> bedeutende Schlacht bei Parma; Enzio, sein liebster Sohn, <br> wurde von den Einwohnern Bolognas gefangen. Innerer Gram <br> nagte an seinen Kräften; besonders lag der kirchliche Fluch schwer <br> aus seinem Herzen. Im Jahre 1250 ries endlich der Tod den <br> lebensmüden Kaiser von seiner stürmischen Laufbahn ab. <br> 54. Konrad IV. (1250—1254). — Zeit des Interregnums. <br> Antergang der Hohenstaufen (1268). <br> Nach des Kaisers Tode mußte sein Sohn, Konrad IV., den <br> hartnäckigen Kampf in Italien fortsetzen. Der Bannfluch des <br> Vaters verfolgte auch ihn. Er starb schon nach vier Jahren <br> (1254) und zwar in Apulien und hinterließ einen erst zwei¬ <br> jährigen Sohn, Konradin. Zwei Jahre später starb auch sein <br> Gcgenkönig Wilhelm von Holland. Dieser hatte fast gar kein <br> Ansehen in Deutschland genossen. Ein Bürger ans Utrecht warf <br> einst sogar mit Steinen nach ihm, ein anderer plünderte seine <br> Gemahlin auf offener Straße ans. Auf einem Feldzuge gegen <br> die Friesen blieb er mit seinem Pferde in einem Sumpfe stecken <br> und wurde von den herbeieilenden Bauern erschlagen (1256). <br> Das Interregnum in Deutschland (1256—1273). <br> — Das kaiserliche Ansehen war bereits so tief gesunken, daß <br> kein deutscher Fürst die Krone verlangte. Jeder wollte lieber <br> im ungestörten Genusse seiner Erblünder bleiben und diese ans <br> Kosten des Reiches mit andern bereichern. Die neue Wahl sollte <br> ihnen eine willkommene Erwerbsquelle werden, und Jeder war <br> gesonnen, seine Wahlstimme nur um hohen Preis zu verkaufen. <br> Ihre Boten wanderten fleißig hin und her und mäkelten hin¬ <br> über und herüber; allein eS kam zu keinem gemeinsamen Be¬ <br> schluß. Die Herren blieben unschlüssig und getheilt. Keiner <br> trauete dem Anderen. Jeder verfolgte im Stillen den eigenen <br> Vortheil. Da fielen endlich die Wahlfürsten auf den unwür- <br> 12*