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Title:
Geschichte des Mittelalters
Persons:
Welter, Theodor Bernhard
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11929359
<br> 234 <br> erwählt und feierlich zu Aachen gekrönt. Eifrig bemüht um <br> die Wiederherstellung der königlichen Rechte in Deutschland <br> war er auch auf die Vergrößerung der Macht seines Hauses <br> bedacht. Ucberall zeigte er sich als einen kräftigen und tüch¬ <br> tigen Fürsten, der jeden Aufstand in seinen Erblündern wie <br> im deutschen Reiche niederschlug. Gegen das Ende seiner Re¬ <br> gierung setzt mau die Entstehung der Schweizer Eidgenossen¬ <br> schaft und bringt damit die Gründung der engeren Vereini¬ <br> gung der drei Reichsgemeinden Uri, Schwyz und Unterwalden, <br> wie auch die sagenhafte Erzählung von dem Vogte Hermann <br> Geßler und dessen Ermordung durch den Schützen Wilhelm Tell <br> in Verbindung. <br> 65. Die Schweizer Eidgenossenschaft. <br> Seit den ältesten Zeiten waren die Helvetier oder Schwei¬ <br> zer, wie gewöhnlich die Bergvölker, von Muth und Freihcitssiun <br> beseelt. Die reine gesunde Luft, welche sie einathmcn, das frische <br> Qucllwasser und die einfache Kost stärken ihren Körper. Die <br> vielen Gefahren, welche sie überall zwischen schroffen Abgründen <br> und reißenden Gewässern umgeben, machen sie unerschrocken und <br> kühn. Dazu hat die Natur selbst ihr ganzes Land zu einer gro¬ <br> ßen Gebirgsfestung eingerichtet. In dem Felsenriuge seiner Ge¬ <br> birge bewahrte das biedere und kräftige Hirtenvolk seine Freiheit, <br> wenngleich unter heftigen Stürmen, bis auf den heutigen Tag. <br> Mehrere Herren hatten in diesem Lande, das ehemals ein <br> Theil des burgundischen Reiches war, Besitzungen, unter andern <br> auch die Grafen von Habsburg. Diese übten als Landgrafen <br> des AargaueS auch über die sogenannten Waldstädte, Schwyz, <br> Uri und Unterwalden die Gerichtsbarkeit und schickten zur <br> Wahrnehmung derselben ihre Vögte dahin. Aber die freien Män¬ <br> ner der drei Kantone wollten den Vögten nicht zu Recht stehen, <br> und beim Tode Kaisers Rudolf vereinigten sie sich, keinen Rich¬ <br> ter anzunehmen, der nicht freier Bauer und aus ihrer Mitte <br> gewählt sei. Sogar die Zinspflichtigen traten willkürlich aus