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Title:
Geschichte des Mittelalters
Persons:
Welter, Theodor Bernhard
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11929538
<br> 252 <br> einander nach dem Lager und schrien: „Die Hengste her! Die <br> Hengste her!" Aber die Knechte waren in der Angst mit den <br> Rossen davon gejagt. Schwerfällig in den eisernen, vom Son- <br> ncnstrale heißen Rüstungen flohen die unglücklichen Herren. Aber <br> ihnen auf den Fersen folgte schrecklich der Tod von den Schwer¬ <br> tern und Keulen der grimmigen Hirten.*) <br> Dieser Sieg war entscheidend für die Freiheit und Unab¬ <br> hängigkeit der Schweizer. Zwar hatten sie in der Folge noch <br> manchen heißen Kampf um dieselbe zu bestehen, allein siegreich <br> gingen sie aus demselben hervor. Durch die Aufnahme noch <br> mehrerer Orte gewann der Bund immer größere Stärke und <br> Festigkeit und wurde endlich, im westfälischen Frieden (1648), <br> als ein Freistaat förmlich anerkannt. <br> 71. Sigismund (1410—1437). <br> Rach Ruprecht's kurzer Regierung wurde Sigismund <br> oder Sigmund, der Bruder des abgesetzten Wenzel, auf den <br> deutschen Thron erhoben. Dieser war ein rechtschaffener und <br> treuherziger Mann, dem das Wohl des Reiches sehr am Her¬ <br> zen lag. Vor allem war er bemüht, das große Aergerniß zu <br> heben, welches durch ein päpstliches Schisma (Kirchenspal¬ <br> tung) gegeben wurde, indem in Folge von Uneinigkeiten im <br> Kardinalskollegium erst doppelte Papstwahlen stattgefunden hat¬ <br> ten, dann aber durch den mißlungenen Versuch der Kirchenver- <br> sammluug zu Pisa, die Spaltung zu beseitigen, zu den beiden <br> Gegenpäpstcn noch ein dritter hinzugekommen war. Alle Chri¬ <br> sten waren in ihrem Gewissen höchst beunruhigt. Kein Bischof, <br> kein Abt wußte mehr, bei wem er seine Bestätigung suchen sollte, <br> und das Volk war ungewiß, ob der von einem der Päpste ein¬ <br> gesetzte Geistliche auch rechtmäßig und gültig die Pftichteu sei¬ <br> nes Amtes erfüllen könne. Daher war es der Wunsch aller <br> *) Eine Kapelle bezeichnet die Stelle, wo der Herzog Leopold fiel, <br> und noch jetzt wird der Jahrestag der Schlacht durch feierlichen Gottes¬ <br> dienst im Andenken erhalten.