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Title:
[Geschichte des Mittelalters]
Persons:
Weber, Georg Schröer, Tobias Gottfried
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-10399370
<br> Mittlere Geschichte. <br> Einleitung. <br> Gang und Charakter der mittleren Geschichte. <br> der Erscheinung des Heilandes auf Erden und mit dem Eintritt <br> des Christeuthums in die Weltgeschichte erhält das innere Leben der Völker <br> eine gänzliche Umgestaltung, und als ob die bisherigen Nationen, die in <br> der heidnischen Cultur ihren Lebenszweck hatten, als Träger und Förderer <br> der christlichen Bildung nnd Lebensanschauung nicht mehr fähig wären, <br> treten neue Volksstämme von ursprünglicher Kraft und empfänglicher Natur <br> in den Vordergrund der Geschichte. Während das Alterthum an den <br> geistreichen Hellenen und au den thatenfrohen, rechtskundigen Römern <br> seinen vollkommensten Ausdruck hatte, schließt sich das Mittelalter an <br> die tiefe und bildungsfähige Natur der Germanen an, und während <br> dort mehr das praktische Staatsleben, die Bürgertugend und Vaterlands¬ <br> liebe zur Ausbildung kamen, fand hier mehr die persönliche Freiheit, die <br> Genossenschaft mit ihren abgeschlossenen Sonderintcressen und das religiöse <br> Leben mit seiner Innerlichkeit und Gefühlswelt Pflege und Anerkennung. <br> In der heidnischen Welt des Alterthums ging der Mensch im Bürger auf, <br> und da alle Kräfte und Bestrebungen auf den Staat gerichtet waren und <br> Alle nach der Theilnahme an der Herrschaft trachteten, so wurde die <br> republikanische Staatsform, die allen Bürgern den Zutritt zu der höchsten <br> Macht und Würde öffnet, die vorwiegende. Das Christenthum, die Aus¬ <br> bildung und Veredlung des Menschen nach dem Ebenbilde Gottes als Ziel <br> und Aufgabe des Erdenlebens hinstellend, legte auf Herrschaft und Staats¬ <br> formen weniger Bedeutung und schärfte vielmehr das ruhige Ausharren unter <br> jeder von Gott verordneten Obrigkeit als höchste Pflicht ein, daher im christ¬ <br> lichen Mittelalter die monarchische Staatsordnung die vorherrschende war. <br> In der Alleinherrschaft des Angustus, womit der erste Band schloß, <br> hatte das griechisch-römische Alterthum seinen Höhepunkt erreicht, indem <br> alle Lebensäußerungen, in Religion und Literatur, in Staat und Gesell¬ <br> schaftsleben zur Entfaltung und Erscheinung gekommen waren. Und zu <br> Oeser'.S Weltgeschichte. II. 5. Ausl. 1