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Title:
Der deutsche Kinderfreund
Persons:
Wilmsen, Friedrich Philipp
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11339227
<br> zr Erzählungen <br> samt ich nicht seyn, wie leicht könnte -er arme Mensch <br> erfrieren, und mag er immerhin betrunken seyn, er ist <br> à Mensch, und zwar ein hüls-bedürftiger Mensch, ich <br> will thun, waS ich kann, um ihm daS -eben zu reden. <br> Nun, so mache, was du willst, rief Klau- unwillig, <br> ich mag nicht länger hier stehen und frieren; und damit <br> ging er weiter. Kunz bedeckte nun eiligst den Schla¬ <br> fenden mit Schnee, weil er gehört hatte, daß der <br> Schnee wärme, und lief dann so schnell als möglich nach <br> dem nächsten Dorfe, um einen Wagen zu holen. Glück¬ <br> licher Weise fand er auch gleich einen menschenfreund¬ <br> lichen Bauer, der eben aus der Stadt gefahren kam, und <br> mit dessen Hülfe er den Halbtod en fremden sehr bald <br> ins Leben brachte. Fröhlich wanderte er nun nach Hau¬ <br> fe. Was urtheilt ihr vom Kun,? Und was urtheilet <br> ihr vom Klaus? Wessen Betragen wollet ihr zum Mu¬ <br> ster nehmen? <br> lg. Die Furchtsame. <br> Äöilhelmine hatte eine abergläubische Wärterinn, <br> welche ihr oft Gespenstergeschichten erzählte, dabei <br> hatte man es ihr angewöhnt, immer bei einer Lampe, <br> und nie allein zu schlafen. Dadurch wurde sie furch, <br> sam Sie war schon »ehn Jahr alt, al- eS sich traf <br> daß alle ihre Geschwister krank wurden, und da ihr <br> Vater gerade verreist war, so mußte es sich Wilhel¬ <br> mine mm erstenmal gefallen lassen, allein zu schlafen. <br> Darüber, qerieth sie nun in große Angst, besonders <br> da die Mutter keine Lampe in ihrer Kammer wollte <br> brennen lassen, sondern meinte: das große Mädchen <br> könnte auch wohl einmal im Finstern zu Bette gehen. <br> Gar zu gerne hätte sie in der Krankenstube geschla¬ <br> fen. aber dieß wollte die Mutter nicht zugeben, weil <br> sie dadurch leicht hätte angesteckt werden können. Wei¬ <br> nend ging Wilhelmine in ihre Kammer, zog sich ha¬ <br> stig aus, und steckte aus Furcht den Kopf unter da- <br> Decküette. Von Zeit zu Zeit zog sie ihn scheu her¬ <br> vor. um Lust m schöpfen, und sich ängstlich in der <br> Kammer ummsthen. Auf einmal glaubte sie an der <br> Kammerthüre «ine lange weiße Gestalt zu erblicken. <br> Voller Schrecken zog sie sich das Deckbette über den