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Title:
Der neue Kinderfreund
Persons:
Rochow, Friedrich Eberhard von Türk, W. E. von
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-11283150
<br> 35 <br> Gotttes mit best Menschen nicht genug unterrichtet sind. <br> Spr. Sal. 14, 32. <br> Lernt, Kinder, aus allen solchen Geschichten, wie <br> viel Nützliches man in guten Schulen. lernt! <br> 62. Verschiedene Folgen des ordentlichen und un¬ <br> ordentlichen Lebens. <br> Einst waren zwei Schwestern in einem Dorfe; die äl¬ <br> teste war ordentlich und sittsam, und die jüngste frech <br> und liederlich. <br> Die älteste, nachdem sie eine Zeitlang fleißig und <br> treu gedient hatte, heirathete einen guten Mann, mit <br> dem sie vergnügt lebte.. <br> Die jüngste aber ward ihrem Bräutigam ungetreu, <br> und lief mit einem andern Mann davon. Dieser aber <br> war selbst liederlich; und weil er gewahr wurde, daß <br> sie mit andern freundlicher that, als mit ihm, so ver¬ <br> ließ er sie und ihr Kind in großer Armuth. Sie bettelte <br> sich nun nach ihrem Vaterlande zurück, wo sie von al¬ <br> len ihren vorigen Bekannten verachtet wurde. Indeß <br> verdarbte ihr unschuldiges Kknd; und weil sie, statt zu <br> arbeiten, lieber stehlen wogte, so kam sie in das Zucht¬ <br> haus, worin sie auch starb. <br> Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar <br> Ein breiter Weg durch Auen; <br> Allein sein Fortgang wird Gefahr, <br> Sein Ende Nacht und Grauen. <br> Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, <br> Lässt nichts als Mühe blicken: <br> Doch weiterhin fuhrt er zum Heil, <br> Und endlich zum Entzücken. <br> 63. Es ist mehr Gutes als Böses in der Welt. <br> Ehrisiian sprach oft zu seinen Kindern: „Kinder, wann <br> „es euch wohl geht, wann ihr mit Lust esset, wany ihr <br> „gesund seyd, wann es schön Wetter ist, wann die Vd- <br> „gel singen, wann ihr euch an dem Anblick des Getrei¬ <br> des oder am Geruch, der blumigten Wiese vergnügt — <br> „so danket Gott Mt Freuden, der alles dies Gute giebt. <br> C 2