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Title:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Persons:
Kahnmeyer, Ludwig Schulze, Hermann
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-12619640
<br> 121 <br> 111 <br> sowie alle Nebenblätter abgebrochen, um allen Saft den Hauptblättern zuzuführen. <br> Diese werden im September abgenommen, auf Fäden gezogen und an der Luft ge¬ <br> trocknet. Den meisten Tabak liefert Amerika; in Deutschland wird er vorzugsweise <br> in Baden, in der Pfalz, in Sachsen und Thüringen gebaut. <br> 2. Verarbeitung. Der Tabak wird in besondern Fabriken verarbeitet. Die <br> rohen Blätter werden zunächst befeuchtet und dann in großen Haufen aufgeschichtet. <br> Hierdurch erhitzt sich der Tabak von selber, gerät in Gärung und erhält seine braune <br> Farbe. Sodann werden die Blätter getrocknet und zu Cigarren verarbeitet oder zu <br> Rauchtabak zerschnitten. Die Blätter, aus denen Schnupftabak hergestellt werden soll, <br> werden in scharfe Brühen gelegt, dann mit einer Maschine zerschnitten und schlie߬ <br> lich auf einem Block mit einem Wiegemesser so fein wie möglich gemacht. Auch Kau¬ <br> tabak, den besonders die Matrosen gern genießen, wird durch Zusätze von Brühen <br> (Saucen) hergestellt. <br> 3. Wirkung. Der Tabak enthält einen giftigen Stoff, Nikotin genannt. Daher er¬ <br> regt das Rauchen bei Anfängern Übelkeit und Erbrechen, Kopfweh und Betäubung. Durch <br> fortgesetzten Gebrauch gewöhnt sich jedoch der Körper allmählich an das Gift, und cs ver¬ <br> liert an Wirkung. Wer am Halse leidet, sollte weder rauchen noch schnupfen. Auch Kin¬ <br> dern und jugendlichen Personen darf das Rauchen nicht gestattet werden, da es ihrer Ge¬ <br> sundheit durchaus nicht zuträglich ist. <br> 142. Die Waumwoüe. <br> 1. Anbau. Die Baumwolle kommt von einer Pstanze, welche mit unsern Mal¬ <br> ven nahe verwandt ist. Die Größe dieser Pflanze ist sehr verschieden; bald ist sie ein <br> kleiner Strauch, bald ein 3—5 m hoher Baum. Wir finden sie wild wachsend in Ost- <br> und Westindien sowie auch im Innern Afrikas. Ihres reichen Ertrages wegen wird <br> sie aber vielfach angebaut, besonders an den Ufern des Mississippi. In Europa ge¬ <br> deiht die Baumwolle nur in Spanien, Süditalien und in der Türkei. Im März oder <br> April legt man die Samenkörner in regelmäßigen Zwischenräumen in das gepflügte <br> Erdreich. Der bald üppig hervorschießende Stengel wird bis auf Fiugerläuge am <br> Erdboden abgeschnitten, damit er recht viele Äste treibt. Im Juni blüht der Strauch. <br> Aus den ziemlich großen, gelben Blüten, welche in den Blattwiukeln sitzen, entwickeln <br> sich im Juli runde Kapseln von der Größe einer Walnuß. <br> 2. Grnte. Bei völliger Reife springen die Kapseln mit lautem Knalle auf, und <br> aus den Spalten quillt die weiße Wolle hervor, welche 4—20 erbsengroße Samen¬ <br> körner umschließt. In den Baumwollfeldern werden jedoch die Kapseln gepflückt, ehe <br> sie aufspringen. Hierauf zerdrückt man sie durch Maschinen, reinigt die Baumwolle <br> von den Samenkörnern und verpackt sie in Ballen von 150—175 kg, um sie so in <br> die großen Fabriken zum Weben und Spinnen zu bringen. <br> 3. Verarbeitung. Die meiste Baumwolle wandert zu Schiffe nach England in die <br> großen Fabrikslädtc. Ünter diesen steht Manchester obenan. Dort sind an 200 Fabriken, <br> und in jeder derselben werden 6—800 Menschen beschäftigt. Noch einmal wird hier die <br> Baumwolle gereinigt, dann gesponnen und gewebt. Ein Mädchen kann 2 Wcbstühle versorgen, <br> und jeder Stuhl verfertigt täglich ein Stück Kattun, wozu ein Weber mit der Hand mehrere <br> Wochen gebrauchen würde. Nach der Verschiedenheit des Gewebes unterscheidet man Kattun, <br> Nanking, Musselin, Jaconet, Gingan, Tüll, Barchent, Pique rc. <br> 143. Die Gewürzpflanzen. <br> 1. Der Hervürznelkenbauur ist auf den Gcwürzinscln heimisch. Er wird etwa <br> jo groß wie unser Kirschbaum. Seine Blütcnkuospen werden gesammelt und getrocknet <br> und, da der Kelch die Form eines Nagelstifts hat, „Nägelchen" oder „Nägelein" genannt. <br> Man bedient sich derselben gern beim Einmachen der Früchte. <br> 2. Der Zirnrnetbaum ist auf der Insel Ceylon zu Hause, wird aber auch auf den <br> Molukken angebaut. Der Stamm kann 9 m hoch werden, doch wird derselbe in den <br> Pflanzungen jung am Boden abgeschnitten, so daß er 3—4 m hohe Zweige treibt. Diese <br> werden im Mai und Juni abgeschnitten. Die gewöhnlich von Kindern abgeschälte Rinde