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Title:
Anschaulich-ausführliches Realienbuch
Persons:
Kahnmeyer, Ludwig Schulze, Hermann
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13000994
<br> 151 <br> uns Amerika ausschließlich mit diesem Leuchtstoffe versorgt. Jetzt aber werden uns <br> daneben auch von Baku (am Kaspischen See) große Mengen Petroleum zugeführt. <br> 2. Reinigung. Das Steinöl sieht im rohen Zustande hell- oder dunkelbraun <br> aus. Es bildet eine ziemlich dickflüssige Masse, die sehr stark riecht und sich leicht <br> (schon t>ei —j- 7° C) entzündet. Um das Öl für unsere Lanchen brauchbar zu machen, <br> muß man es mehrmals destillieren. Dabei trennen sich zunächst die leicht entzünd¬ <br> baren Stoffe, Petroleumäther und Benzin, von der dichten Masse; dann erst scheidet <br> sich das Petroleum aus. Es ist jetzt wasserhell oder schwach gelb gefärbt, zeigt <br> einen bläulichen Schimmer und entzündet sich erst bei einer Wärme von ff- 40—50° C. <br> 100. Der Guar). <br> 1. Vorkommen. Den Quarz finden wir bei uns als Sand oder Kies. <br> Auch die sogenannten Kiesel- und Feuersteine bestehen größtenteils aus Quarz. In <br> den Steinbrüchen kommt er als Sandstein vor. Am schönsten tritt er uns in <br> dem wasserhellen, glasartigen, glänzenden Bergkristalle entgegen. Dieser kristalli¬ <br> siert in sechsseitigen Säulen, die an einem oder beiden Enden zugespitzt sind. Er <br> wird besonders auf dem St. Gotthard, in Frankreich und auf Madagaskar gefunden. <br> Aus dieser Insel kommt er in Blöcken von 6—7 m Umfang vor. Man verfertigt <br> aus ihm allerlei Schmucksachen, wie Kronleuchter, Vasen, Dosen und Ringsteine. <br> 2. Glasfabrikation. Der weiße Quarz wird zur Glasbereitung benutzt. Zur <br> Herstellung des gewöhnlichen Glases braucht man Quarz, Soda und Kalkstein. Man <br> zerstampft die Stoffe zu Pulver und bringt sie abgewogen in feuerfesten Ton¬ <br> gefäßen (Glashäsen) in den Glasofen. In diesem stehen auf einem Mauervorsprunge <br> (Bank) die Schmelztiegel (Häfen) so, daß sie von den flammen berührt werden. <br> Vor jedem Hafen hat der Schmelzofen ein Loch. Durch dieses taucht der Arbeiter <br> ein ll¡2 m langes eisernes Rohr (Pfeife), das mit einem hölzernen Mundstücke <br> versehen ist, in die geschmolzene Masse. Dabei setzt sich diese teilweise unten an <br> dem Rohre fest. Der Arbeiter zieht nun das Rohr heraus, bläst hinein und treibt, <br> ähnlich wie die Knaben die Seifenblasen, das Glas zu einer Kugel auf. Durch <br> verschiedene Werkzeuge gibt er dann dieser Kugel die gewünschte Gestalt, z. B. die <br> einer Flasche, oder eines Glases. Will man Fensterglas herstellen, so erweitert man <br> die Kugel bedeutend und schwenkt sie dann hin und her, wodurch sie die Form <br> eines Zylinders annimmt. Dieser wird mit einer Schere an den Enden glatt ge¬ <br> schnitten, der Länge nach geöffnet und mit der Spalte nach oben in den „Streck¬ <br> ofen" gelegt. Hier erweicht er und breitet sich zu einer Platte aus, die man <br> mit einem nassen Plüttholze vollends glatt streicht. Sehr große Glastafeln <br> werden nicht geblasen, sondern (aus einer Metallplatte) gegossen. <br> 101. Das Kochsalz. <br> Das Kochsalz wird hauptsächlich aus Steinsalz (S. 52) oder aus Sole ge¬ <br> wonnen. Das Solwasser quillt aus der Erde. Auf 100 Teile Solwasser kommen <br> etwa 6—24 Teile Salz. Um das Salz von dem Wasser zu trennen, sucht man <br> zunächst das Wasser durch Luft und Sonnenwärme zu vermindern: man „gradiert" <br> die Sole. Zu dem Zwecke wird sie durch Pumpwerke ans hohe, lange Dorn¬ <br> schichten („Gradierhänser") geleitet und durch Röhren über die ganze Länge der¬ <br> selben verteilt. Aus diesen Röhren rieselt nun das Wasser auf die Dornen herab <br> und fällt von Zweig zu Zweig. Dabei verdunstet viel Wasser, und die erdigen <br> Teile (Kalk, Gips u. s. w.) bleiben an den Dornen als „Dornstein" sitzen. Unten <br> wird die Sole durch Behälter aufgefangen. Schwache Sole muß mehrmals gradiert <br> werden. Ist die Sole hinlänglich gesättigt, so wird sie in große Pfannen geleitet <br> und gekocht. Dabei verdampft der letzte Rest des Wassers, und das Salz bleibt <br> auf dem Boden der Pfanne zurück.