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Title:
Bürger- und Haushaltungskunde
Persons:
Haehn, Emil Hähn, Emil
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13117124
<br> Haushaltungskunde. <br> Erstes Jahr. <br> Der Hausbau. Wer in der Lage ist, sich ein Haus bauen <br> lassen zu können, suche sich zunächst einen geeigneten Bauplatz <br> in gesunder, freier Lage zu erwerben, der es ermöglicht, hohe und <br> helle Räume in genügender Zahl und Größe herzustellen und <br> überdies die Anlage eines Gärtchens gestattet. Da in jedem <br> Hause vom Keller bis zum Dache eine beständige Luftströmung <br> stattfindet, so ist die Beschaffenheit des Baugrundes von großer <br> Wichtigkeit. Nur Wohnungen auf trockenem Boden sind gesund, <br> während solche auf feuchtem Baugrunde die Gesundheit in hohem <br> Grade gefährden. Die Herstellung eines zweckmäßig eingerich¬ <br> teten Wohnhauses erfordert viel Erfahrung, Umsicht und Geschick. <br> Darum wird die Ausführung eines Hausbaues am besten einem <br> erfahrenen Baumeister übertragen, der zunächst einen entsprechen <br> den Bauplan nebst Kostenvoranschlag aufzustellen und dem <br> Bauherrn vorzulegen hat. Ist dieser mit dem Bauplan und dem <br> Kostenvoranschlage einverstanden, so kann mit der Ausgrabung <br> der Fundamente und der Aufführung des Mauerwerkes be¬ <br> gonnen werden. Dabei dürfen nur gute Baumaterialien, <br> gesunde, trockene Steine und ausgetrocknetes Holz zur Ver¬ <br> wendung kommen. Wenn nötig, müssen die Grundmauern durch <br> Isolierung gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Die vor¬ <br> schriftsmäßige Ausführung dieser Schutzeinrichtung ist Sache <br> des Baumeisters. Dieser wird im Interesse des Bauherrn streng¬ <br> stens darauf achten, daß alle am Bau beschäftigten Hand¬ <br> werker, wie Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Schreiner, Schlosser, <br> Glaser, Spengler, Gipser, Tüncher, Tapezierer u. s. w. nur gute <br> Arbeit liefern und er das Haus nach Fertigstellung dem Bauherrn <br> in tadellosem Zustande übergeben kann. Ein vorsichtiger und <br> verständiger Bauherr wird auf seinem Hause einen Blitzableiter <br> anbringen lassen. Es ist dies eine auf dem Dachfirst senkrecht <br> stehende Eisenstange, die mit einer zur Erde hinabführenden <br> Ableitungsstange verbunden ist und beim Einschlagen den Blitz <br> an sich reißt und diesen an der Ableitungsstange zur Erde <br> hinableitet, so daß das Haus und die Bewohner desselben vor <br> Schaden bewahrt werden. Wird ein Haus von mehreren Familien <br> bezogen, so müssen die einzelnen Wohnungen für sich abge¬ <br> schlossen sein und ihren eigenen Eingang haben. Nur so ist es <br> möglich, daß jede Familie in Ruhe und Frieden für sich leben <br> kann. Vor Wiedervermietung ist im Interesse eines ungestörten <br> Familienlebens dringend abzuraten. Lieber beziehe man eine <br> kleinere und billigere Wohnung, bewohne diese aber allein. <br> 29