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Title:
Leitfaden für volkswirtschaftliche Belehrungen an Mittelschulen
Persons:
Hacks, Jakob Rosteutscher, Waldemar
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13302541
<br> 23 <br> groher Teil der Güter selbst bedürfen zu ihrer Herstellung vieler Roh¬ <br> stoffe, die den drei Reichen der Natur, also auch dem Boden ent¬ <br> stammen. Solche Rohstoffe sind: Holz, Kohle. Metalle, Erden (Lehm. <br> Ton, Kal?), Baumwolle, Wolle, Seide, Ole usw. Sie sind auch <br> tzurch die Arbeit des Menschen aus dem Boden erzeugt, dienen aber <br> nicht selbst als Gebrauchsgüter, sondern als Erzeugungsmittel von <br> Gebrauchsgütern, wodurch die Zahl jener Güter vermehrt wird. <br> Werkzeuge, Fabriken, Rohstoffe, überhaupt alle Dinge, durch die die <br> Gebrauchsgüter vermehrt werden können, bilden das volkswirtschaft¬ <br> liche Kapital. <br> Ein volkswirtschaftliches Kapital ist also ein Erzeugungsmittel, <br> das selbst erzeugt ist. Der Boden gehört nicht dazu; er dient zwar der <br> Erzeugung der Güter, ist aber nicht selbst hergestellt. Das Geld <br> gehört auch nicht da^u; denn mit Geld kann man nicht andre Güter <br> Herstellen, sondern sie nur eintauschen. <br> Privatwirtschaftliches Kapital ist ein Besitz, aus dem jemand <br> eine Einnahme bezieht; volkswirtschaftliches Kapital ist aber <br> alles das, was selbst hergestellt ist, vm znr Vermehrung -er Ver¬ <br> brauchsgüter zu dienen. <br> 11. Welches find die volkswirtschaftlichen Kosten der Güter? <br> Auch bei den Kosten der Güter dentt man zunächst an Geld; denn <br> die Frage: Wieviel Geld kostet ein Gegenstand? spielt in der Privat <br> wirtschaft eine große Rolle, da alle Güter, die man nicht selbst er¬ <br> zeugt, gekauft, also mit Hilfe von Geld erworben werden müssen. <br> Ob Geld auch zu den volkswirtschaftlichen Kosten der Güter <br> gehört, werden wir gleich sehen. Zunächst wollen wir untersuchen, <br> was man überhaupt unter Kosten zu verstehen hat. Wenn ich für <br> einen Gebrauchsgegenstand Geld ausgebe, so verschwindet das Geld <br> für mich, ich mutz es opfern, ich kann dasselbe Geld nicht für irgend <br> ein andres Gut hingeben. Unter Kosten versteht man also diejenige <br> Sache, die man opfern mutz, um ein Nahrungs- oder ein Kulturmittel <br> zu erhalten. Muh nun ein Volk Geld opfern, um Gebrauchsgegen¬ <br> stände zu erhalten? Denken wir zunächst an ein Volk, das zu keine,n <br> andern Volke in Beziehung steht, keine Güter von ihm erhält und <br> keine Güter an das fremde Volt abgibt, also an ein Volk, das einen <br> geschlossenen Handelsstaat bildet. Da ist nun folgendes möglich. <br> A., B. und C. erwerben mit Hilfe von Geld Güter, die D.. E. und F.