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Title:
(Sechstes und siebentes Schuljahr)
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-15398262
<br> IV. Fabeln, Parabeln, Sprichwörter. <br> 79. Die Pfauen und die Krähe. <br> Eotthold Ephraim Lessing. <br> Eine stolze Krähe schmückte sich mit den ausgefallenen Federn der <br> farbigen Pfauen und mischte sich kühn, als sie genug geschmückt zu sein <br> glaubte, unter diese glänzenden Vögel der Juno. Sie ward erkannt, <br> und schnell fielen die Pfauen mit scharfen Schnäbeln auf sie, ihr den <br> betrügerischen Putz auszureisen. <br> „Lasset nach!" schrie sie endlich; „ihr habt nun alle das Eurige <br> wieder." Doch die Pfauen, die einige von den eignen glänzenden Schwung¬ <br> federn der Krähe bemerkt hatten, versetzten: „Schweig', armselige Närrin; <br> auch diese können nicht dein sein!" — und hackten weiter. <br> 80. Der Oeirige. <br> Gotthold Ephraim Lessing. <br> „Ich Unglücklicher!“ klagte ein Geizhals seinem Nachbar. „Man <br> hat mir den Schatz, den ich in meinem Garten vergraben hatte, diese <br> Nacht entwendet und einen verdammten Stein an dessen Stelle <br> gelegt." <br> „Du würdest," antwortete ihm der Nachbar, „deinen Schatz <br> doch nicht genutzt haben. Bilde dir also ein, der Stein sei dein <br> Schatz, und du bist nichts ärmer." <br> „Wäre ich auch schon nichts ärmer," erwiderte der Geizhals, <br> „ist ein andrer nicht um so viel reicher? Ein andrer um so viel <br> reicher? Ich möchte rasend werden."