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Title:
[Teil 8]
Persons:
Supprian, Karl Gabriel, Heinrich
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-14609389
<br> 372 <br> um etwas zu erübrigen, sparsam wirtschaften muß, nicht alles, was man <br> hat, ausgeben darf. Jeder weiß auch, daß, wenn man dies eine längere <br> Zeit hindurch fortsetzt, daraus ein immer ansehnlicherer Vorrat, endlich <br> ein Kapital an Geld und Gut wird. Was nun aber viele nicht wissen <br> oder glauben, das ist, daß fast jeder etwas sparen kann, auch' Kinder. <br> Dazu sind von alten Zeiten her die Sparbüchsen der Kinder. Wenn sie <br> nur recht gebraucht würden! Leider, leider ist das nur zu häufig nicht der <br> Fall. Auch wenn sich etwas Geld in den Sparbüchsen angesammelt hat, <br> es bleibt gewöhnlich nicht lange darin. Überhaupt aber wird jetzt von den <br> Heranwachsenden Kindern und jungen Leuten viel zu wenig gespart. Viele <br> junge Leute haben obiges Sprichwort längst in den Wind geschlagen, <br> lachen darüber, thun das gerade Gegenteil davon. Sind sie noch Kinder, <br> so vernaschen sie es; sind sie größer, so verspielen sie's, vertrinkend, <br> verjubeln's, bringend mit Putz, mit unnützem Tand unb Großthun durch. <br> Der Knabe dünkt sich groß, wenn er auch schon die Zigarre oder gar Pfeife <br> in den Mund stecken kann; das Mädchen bildet sich ein, immer nach der <br> neuesten Mode gehen zu müssen. Einfache, gewöhnliche Kleider und <br> Sachen sind deshalb nicht gut genug; es müssen feine und kostbare gekauft <br> werden. So kostet der Putz auch schon für Kinder viel Geld. <br> Wie viele Knaben und Mädchen gehen mit ihren Kleidern und Schul¬ <br> sachen recht unsparsam, ja liederlich um. Die Kleider werden oft mut¬ <br> willig beschmutzt oder zerrissen, die Bücher verdorben, verloren; erst wird <br> schlecht in den Heften geschrieben, dann werden die schlecht beschriebenen <br> Blätter herausgerissen. Zeit, Papier und Geld ist in solchem Falle ver¬ <br> schleudert anstatt erspart. <br> Viele Kinder können nicht genug Taschengeld bekommen; aber wozu? <br> Da sind Zucker- und Knchenbäckereien, Tierbuden, Karussells, Schau¬ <br> stellungen, Lustbarkeiten in großer Menge; ein Geldstück nach dem andern <br> wandert um dieser Herrlichkeiten willen aus Karls oder Wilhelms Tasche <br> in die Tasche der Hökerweiber, der Inhaber von Spiel- und Knchenbuden, <br> Karussells u. s. w. Bei weitem nicht immer haben die Eltern dazu Er¬ <br> laubnis gegeben. <br> Dazu kommt der Neid, die Sucht, niemandem nachzustehen. Da kann <br> August nicht sehen, wie Hermann eine bessere Büchertasche, ein schöneres <br> Schreibzeug, eine feinere Mütze oder wohl gar eine Taschenuhr besitzt. Da <br> kann Malchen nicht sehen, wie Annchen neue Handschuhe, Lieschen einen <br> Sonnenschirm, Leuchen hohe Absätze an ihren Schlehen hat, sie aber nicht. <br> August und Malchen drängen und quälen ihre Eltern, bis diese endlich <br> nachgeben und die teuren Sachen anschaffen. Dafür giebt's dann im Hanse