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Title:
(Drittes und viertes Schuljahr)
Persons:
Bojunga, Klaudius Tesdorpf, Wilhelm Plümer, Emil Lentz, Alfred Haupt, W. Bachmann, C. Fr.
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-15600207
<br> sich selbst: „Gott sei's gedankt! Nun wird es mir nimmer an Arbeit <br> fehlen." <br> 2. <br> Da er aber ein Jahr lang oder etwas darüber Holz gesägt und <br> gespalten hatte, sprach der Zuckersieder zu ihm: „Klaus, du hast einen <br> weiten Weg abends heim ltnb morgens wieder heraus. Gefällt's dir, <br> so magst du dort in mein Gartenhaus ziehen und mit Weib und Kindern <br> darin wohnen umsonst." <br> Und da Karsten ein Jahr lang oder darüber im Sommerhause ge. <br> wohnt hatte, trat sein Brotherr wiederum zu ihm und sprach: „Klans, <br> der Hausmeister hat lange Finger gemacht und hinter der Tür Abschied <br> gesagt. Willst du, so kannst du seinen Posten einnehmen." <br> Und abermals über ein Jahr ließ der alte Zuckersieder mitten durch <br> seinen großen Garten zwischen den Trockenböden und dem Sommerhaus- <br> lein eine hohe Mauer aufführen. Aber niemand getraute sich zu fragen: <br> „Warum tust du das?" Selbst sein eigner Bruder nicht. Und ob nun <br> gleich der Hausmeister Karsten fortan einen weiten Umweg machen <br> mußte, wenn er zu den Seinen im Gartenhause gelangen wollte, so <br> fragte er doch nicht, auch nicht mit einer Miene, wie oder warum? <br> Darüber starb der Zuckersieder, und in seinem Testament stand ge¬ <br> schrieben : „Dem Klaus Karsten vermache ich die andre Halbscheid meines <br> Gartens jenseit der Mauer, nnb will ihn mein Bruder and> fernerhin <br> als Hausmeister behalten, so mag er eine Tür durch die Wand brechen <br> lassen; wo nicht, so zahlt er dem Manne dreitausend Mark und läßt <br> ihn ziehen. Sollte aber Klaus Karsten, was ich jedoch nicht erwarte, <br> fragen, warum er zu mir gekommen, so werde ihm zu wissen getan, wie <br> folgt: Zum Holzhacker wählte ich den Klaus, weil ich ihn beten sah. <br> Hätte damals sein Kamerad gebetet und er den Hut auf dem Kopse be¬ <br> halten, würde ich ihn nicht gedungen haben, sondern seinen Vetter." <br> Karl Stöber. <br> 4. Beispiel unsrer Voreltern, <br> Gottesfurcht unsrer Voreltern gab sich häufig in Sprache und <br> 8mA Sitte zu erkennen. Wenn sie jemanden grüßten, so sagten sie: <br> „Gott grüße dich!" Fingen sie ein Werk an, so sprachen sie: „Mit <br> Gott!" Gedachten sie, in Zukunft etwas zu tun, so sagten sie: „Will's <br> Gott!" Nahmen sie Abschied von einem, so hieß es: „Behüt' euch <br> Gott!" Hatten sie etwas ausgerichtet, so war es nur „mit Gottes <br> Hilfe" geschehen. Hatten sie eine Wohltat empfangen, so hieß es: <br> „Vergelt's Gott!" Sie aßen und tranken nicht, ohne daß sie beteten: <br> „Komm, Herr Jesu, sei unser Gast!" Sie schliefen nicht ein ohne <br> 1* <br> 5 <br> 10 <br> 15 <br> 20 <br> 25 <br> 5 <br> I