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Title:
Hilfsbuch für den Unterricht in der deutschen Geschichte bis zum Ausgang des Mittelalters
Persons:
Lohmeyer, Karl Thomas, A. Knaake, Emil
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4656689
<br> I. Die ersten Kämpfe der Germanen mit den Römern. <br> 7 <br> lurtg erschien jeder waffenfähige Mann mit seinen Waffen; Stimm¬ <br> recht hatten jedoch nur die freien Grundbesitzer. Die Versammlung <br> wählte' die Fürsten, die Beamten für den Krieg und den Frieden. <br> Bei den östlichen Stämmen dagegen findet sich früh ein erbliches König¬ <br> tum. Aus dem Volke erhoben sich einzelne burd; besonderes Ansehen <br> oder reichen Besitz ausgezeichnete Familien, sie bildeten den Adel. Vor¬ <br> nehme erscheinen häufig von einem Gefolge umgeben, das ihnen in <br> den Geschäften des Krieges wie des Friedens zur Seite steht und von <br> den Gefolgsherrn unterhalten wird. Den Gefolgsherrn im Kampfe <br> überlebt zu haben, galt als schwerer Vorwurf, denn neben der Wahr¬ <br> haftigkeit und Gastfreundschaft stand unsern Vorfahren die Treue <br> am höchsten. — Außer den Freien gab es noch Freigelassene und <br> Sklaven. Die Freigelassenen oder Hörigen (Liten) hatten ein Grund¬ <br> stück von ihren früheren Herren in Pacht, waren wehrpflichtig, hatten <br> aber keinen Zutritt zur Volksversammlung. Die Sklaven oder Knechte <br> waren wie das Vieh verkäuflich und bebauten den Acker ihrer Herren. <br> 5. Die Götter der Germanen. <br> Die Götter der alten Germanen waren ursprünglich Naturkräfte. <br> Im Walten der Natur, in Sonne und Mond, in den Gestirnen, in <br> Sturm und Donner, im Erblühen des Frühlings und im Absterben <br> des Herbstes glaubten sie himmlische Kräfte thätig. Sie verehrten <br> einen Himmels- und einen Sturmgott Wodan (Wuotan) oder Odhin <br> als den Vater der Menschen und Götter, den Schöpfer des Himmels <br> und der Erde. Von ihm geht alles Leben der Natur und des Geistes <br> aus. Er führt nach den Stürmen des Winters den Frühling ins <br> Land zurück. Er ist der Erfinder der Runen (einer Buchstabenschrift) <br> und der keilförmigen Schlachtordnung. Er verleiht den Sieg und führt <br> durch die Walküren, die Schlachtjungfrauen, die Geister der erschla¬ <br> genen Helden zu sich empor nach Walhalla, der Himmelsburg. Sein <br> Himmelswagen ist der große Bär, fein Roß die Sturmwolke. — Donar <br> oder Thor ist der Gott des Feuers, der Schützer des Familienlebens <br> und des Ackerbaus. Er führt den Blitz und Donner im Kampfe gegen <br> die Riefen. — Tyr oder Zio ist der einarmige Kriegsgott. — Balder <br> ist der Gott des Frühlings, der Wahrheit und des Lichtes. — Die <br> Gemahlin Wodans ist Frigga (später Freia). Sie war ursprünglich <br> eine Lichtgöttin, dann ist Frigga die Göttin der Liebe, Beschützerin <br> der Ehe und des häuslichen Glückes. Nerthns (Berchta oder Holba) <br> war die Göttin der mütterlichen Erde. — Den Göttern gegenüber stehen <br> die bösen Geister, die Ungeheuer der Unterwelt, die Riesen und die <br> Schwarzelfen, denn sie wollen die schöne Welt, das Werk der Götter, <br> zerstören. Sie führt Loki, ursprünglich das Schwinden des Lichts, <br> daher der Böse, der Gott der Lüge und der Falschheit. Auch die <br> Götter haben gefehlt; deshalb finden sie am letzten Tage, im Kampfe