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Title:
Hilfsbuch für den Unterricht in der deutschen Geschichte bis zum Ausgang des Mittelalters
Persons:
Lohmeyer, Karl Thomas, A. Knaake, Emil
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-4656715
<br> 10 Erster Zeitraum. Von den ältesten Zeiten bis zur Bildung des deutschen Reiches 843. <br> schuldigen, durch Tierhetzen und Gladiatorenspiele. Sein Wahlspruch <br> war: „Mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten!" Er wurde <br> durch zwei Offiziere seiner Leibgarde ermordet. <br> Ihm folgte Claudius, ein Bruder des Germanieus, ein ge¬ <br> lehrter, aber schwacher und furchtsamer Fürst. Unter seiner Regierung <br> wurde Mauretanien eine römische Provinz. Claudius mußte seine <br> eigene Gemahlin, die sittenlose Messalina, hinrichten lassen und hei¬ <br> ratete dann seine Nichte Agrippina, eine Tochter des Germanieus, die <br> aus einer früheren Ehe einen Sohn Nero hatte. Um diesem den Weg <br> zum Throne zu bahnen, ließ sie ihn non Claudius adoptieren und <br> vergiftete ihren Gatten. <br> Nero erkaufte sich von den Prätorianern die Regierung, obwohl <br> des Claudius Sohn Britanniens ein näheres Anrecht darauf hatte. <br> Er war ein herrschsüchtiger und blutdürstiger Tyrann, ließ den Bri¬ <br> tanniens und seine Mutter ermorden und tötete seine eigene Frau <br> 64 durch einen Fußtritt. Als im Jahre 64 eine ungeheure Feuersbrunst <br> einen großen Teil Roms in Asche legte, beschuldigte man ihn der <br> Brandstiftung, bis er alle Schuld auf die Christen schob, die daher <br> grausam in Rom verfolgt wurden. Die Stadt wurde auf das präch¬ <br> tigste wieder aufgebaut. Aber wegen der drückenden Abgaben entstand <br> eine Empörung, und Nero ließ sich durch einen Freigelassenen erdolchen. <br> 2. Tic Flavier. <br> Nach dem Erlöschen des Jnlischen Hauses entstand ein Bürger¬ <br> krieg, da die Legionen im Jahre 69 drei Kaiser auf den Thron er¬ <br> hoben, bis die syrischen Legionen ihren Feldherrn Vespafian zum Kaiser <br> —79 ausriefen. Titus Flavins Vefpafianus machte den Greuelthaten <br> des Bürgerkrieges ein Ende, brachte wieder Ordnung in die Finanzen <br> und verschönerte die Hauptstadt durch prächtige Bauten. Das Finnische <br> Amphitheater oder Kolosseum bot 80000 Zuschauern Platz. Den Senat <br> ergänzte er ans allen Provinzen des römischen Reiches. Unter seiner <br> Regierung erhoben sich die Bataver an der Mündung des Rheins, <br> wurden aber bei Trier besiegt und kehrten in ihr früheres Bnndes- <br> verhältnis zu Rom zurück. Furchtbarer war der Krieg gegen die Ju¬ <br> den, die sich wegen Erpressungen der römischen Statthalter und aus <br> Religionshaß erhoben hatten. Des Kaisers Sohn Titus erstürmte im <br> jo Jahre 70 Jerusalem unter furchtbarem Blutvergießen, wobei der Tem¬ <br> pel in Flammen aufging und die Stadt zerstört wurde. <br> -8i Vespasians Sohn und Nachfolger Titus, wegen seiner Milde <br> und Freigebigkeit vom dankbaren Volke „die Liebe und Wonne des <br> Menschengeschlechts" genannt, war ein pflichttreuer und gerechter Fürst. <br> Zum Wohle der ärmeren Klaffen baute er öffentliche Badeanstalten, <br> die „Thermen des Titus". Ganz besonders half er den Notleidenden, <br> als im Jahre 79 infolge eines plötzlichen Ausbruchs des Vesuvs die