×

You are using an outdated browser that does not fully support the intranda viewer.
As a result, some pages may not be displayed correctly.

We recommend you use one of the following browsers:

Title:
[Theil 1]
Persons:
Grube, August Wilhelm
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-6117876
<br> 646 <br> Pflanzzeit, durfte also auf keinen Fall, ohne seinen Zweck erreicht zu haben, <br> nach Hause kommen; als er daher an einer andern Hütte vorbeiritt, in <br> der ebenfalls ein junges, obgleich sehr armes Mädchen wohnte, so stieg er <br> ab, trat hinein und beendete in anderthalb Stunden das Geschäft, indem <br> er schnell von den Eltern und dem Mädchen, die ihn alle als einen fleißi¬ <br> gen Burschen kannten, die Zustimmung erhielt. Vier Stunden später <br> ging er schon wieder in Hemdärmeln auf seinem eigenen Lande hinter dem <br> Pfluge her und zog Furchen für die Maissaat. Acht Tage darauf ritt er <br> mit seiner Braut zum Friedensrichter und verließ diesen als ein verhei- <br> ratheter Mann. <br> So arm ein Backwoodsman aber auch sein mag, so wird er doch <br> nie zugeben, daß seine Frau eine sehr harte Arbeit thue; ihre Beschäfti¬ <br> gungen beschränken sich auf Kochen, Waschen, Spinnen und Weben. Von <br> Vergnügungen — einen gelegentlichen Tanz ausgenommen — weiß eine <br> solche Frau freilich gar nichts, — Städte kennt sie nur dem Namen nach; <br> sie verlangt aber auch nichts weiter, als ihre eigene Familie gedeihen, ihre <br> Heerden mit jedem Jahre wachsen zu sehen. Sonntags reitet sie an der <br> Seite ihres Mannes auf einent hübschen Damensattel (den sie sich anschafft, <br> und wenn sie darum eine Kuh verkaufen müßte) zur Betversammlung, be¬ <br> nutzt vielleicht zugleich die Gelegenheit, eine nicht sehr entfernt wohnende <br> Freundin zu besuchen. <br> Welche Thatkraft aber in der Brust einer solchen Frau oft schlum¬ <br> mert, die nur des Funkens bedarf, um zur Flamme empor zu lodern, mag <br> das folgende Beispiel beweisen: <br> Im April des Jahres 1840 hatte ein junger Missourier auf einein <br> Jagdzuge, den er mit mehreren Kameraden unternomnten, zufällig eine <br> augenscheinlich sehr reichhaltige Bleimine entdeckt, die etwa öO engl. Meilen <br> von seiner eigenen und fast eben so weit von jeder andern Farm entlegen <br> war. Da seine Gefährten sich zufällig von ihnl entfernt hatten, so be¬ <br> schloß er, Keinem ein Wort davon zu sagen, sondern mit Weib und Kind <br> dahin auszuwandern und an der Stelle ein „Jmprovement" anzulegen, <br> d. h. sich dort niederzulassen, wo er erwarten durfte, aus dem Ertrag der <br> Mine, wenn er sich vor allen Dingen das Land gesichert hatte, reichen <br> Nutzen zu ziehen. Gedacht, gethan. Schon am dritten Morgen kehrte er zu <br> den Seinigen zurück, verließ, da er nicht gleich einen Käufer fand, sein klei¬ <br> nes Besitzthum, packte das nothwendigste Handwerkszeug auf ein Pferd, seine <br> Frau und zwei kleine Kinder auf ein anderes, schulterte die Büchse und <br> trat nun wohlgemuth, voll froher Hoffnung, seinen Marsch nach der neuen <br> Heimath an. Da aber das jüngste Kind, ein Säugling von dreiviertel <br> Jahren, unwohl war, so vermochte er nicht die ganze Strecke in einem <br> Tage zurückzulegen, sondern lenkte am Abend, da sich überdies der Himmel <br> umwölkte, die Schritte am Ufer eines kleinen Baches hinauf, wo er früher <br> einmal eine alte verlassene Blockhütte gesehen hatte. Das ersehnte Ob¬ <br> dach war kaum erreicht, als der Regen in Strömen herabgoß, grelle Blitze <br> J