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Title:
[Geschichte des Mittelalters]
Persons:
Weber, Georg Schröer, Tobias Gottfried
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-10402416
<br> 305 <br> welchen der Volksglaube als Zauberer und Hexenkünstler in den Kreis <br> seiner Märchenpoesie ausgenommen hat, führten ihre Studien zu einer, <br> den Hülfsmitteln der damaligen Zeit gegenüber, sehr bedeutenden Höhe. <br> Mit welch' unglaublichem Eifer diese Gelehrten arbeiteten, bezeugen des <br> Albertus Magnus in 21 Foliobänden gesammelte Werke. <br> In diese Zeit fällt auch der erste Beginn der hohen Schulen, <br> an denen anfangs nur immer eine Wissenschaft gelehrt wurde, z. B. die <br> Heil- und Naturwissenschaften in Salerno, das Recht zu <br> Bologna u. s. w. Im dreizehnten Jahrhundert aber entstanden die <br> sogenannten allgemeinen Studien und die Lehrer ein und derselben <br> Wissenschaft verbanden sich in Zünfte, Fakultäten. „So wurden die <br> göttlichen Jungfrauen, durch welche vormals die Griechen Künste unv <br> Wissenschaften persönlich darstellten, mit vier ernsten, würdevollen Matronen <br> vertauscht, neben denen nicht einmal die heitere Poesie Platz finden durfte;" <br> sie heißen nun Theologie, Philosophie, Jurisprudenz und <br> Medicin bis auf den heutigen Tag. Die Universität zu Paris war <br> die erste, welche im Sinne der modernen Hochschulen eingerichtet ward; <br> in Italien gründete Friedrich II. eine die gesammten Wissenschaften um¬ <br> fassende Universität zu Neapel, das Lieblingswerk des geistvollen Fürsten. <br> Bald sollten solche Beispiele auch in Deutschland Früchte tragen. Kaiser <br> und Päpste wetteiferten in der Begünstigung und Pflege solcher Anstalten. <br> Schon Kaiser Friedrich I. sorgte für die Wohlfahrt der Studenten, die <br> überall sicher wohnen und reisen sollten, und denen jede Beschädigung <br> vierfach ersetzt werden sollte. „Denn", fügt der alte Kaiser hinzu, „wir <br> halten es für billig, daß, da alle guten Menschen unser Lob und unfern <br> Schutz verdienen, Diejenigen, durch deren Wissenschaft die Welt erleuchtet <br> wird, und die ihre Zöglinge zum Gehorsam gegen Gott und uns, dessen <br> Diener, bilden, mit einer ausgezeichneten Sorgfalt wider alle Beleidigungen <br> geschützt und vertheidigt werden." <br> 8- 6. Heldengedicht. Kunstmaßigcs Epos. Rouian- <br> tische Poesie. Minnegesang. <br> Die ritterliche fromme Begeisterung, welche die abendländischen Ritter <br> über das Meer und durch die Gluth der öden Sandwüste nach dem <br> heiligen Lande führte, erzeugte unter dem Einflüsse der schwärmerisch <br> leidenschaftlichen orientalischen Phantasie eine eigenthümliche Richtung der <br> Poesie, welche man mit dem Namen der „romantischen" bezeichnet hat, <br> weil sie vorzugsweise aus den romanischen Sprachen hervorging, die, <br> Oeser's Weltgeschichte. II 5. Ausl. 2»