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Title:
(Sechstes und siebentes Schuljahr)
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-15398430
<br> 124 <br> Aber die Sonne duldet kein Weißes; <br> Überall regt sich Bildung und Streben, <br> Alles will sie mit Farben beleben; <br> Doch an Blumen fehlt's im Revier, <br> Sie nimmt geputzte Menschen dafür. <br> Kehre dich um, von diesen Höhen <br> Nach der Stadt zurückzusehen! <br> Aus dem hohlen, finsteim Tor <br> Dringt ein buntes Gewimmel hervor. <br> Jeder sonnt sich heute so gern; <br> Sie feiern die Auferstehung des Herrn; <br> Denn sie sind selber auferstanden: <br> Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, <br> Aus Handwerks- und Eewerbesbanden, <br> Aus dem Druck von Giebeln und Dächern, <br> Aus der Straßen quetschender Enge, <br> Aus der Kirchen ehrwürd'ger Nacht <br> Sind sie alle ans Licht gebracht. <br> Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge <br> Durch die Gärten und Felder zerschlägt, <br> Wie der Fluß in Breit* und Länge <br> So manchen lustigen Nachen bewegt! <br> Und, bis zum Sinken überladen, <br> Entfernt sich dieser letzte Kahn. <br> Selbst von des Berges fernen Pfaden <br> Blinken uns farbige Kleider an; <br> Ich höre schon des Dorfs Getümmel, <br> Hier ist des Volkes wahrer Himmel, <br> Zufrieden jauchzet groß und klein — <br> Hier bin ich Mensch, hier darf ich's fein. <br> 103. Morgengebet. <br> Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff. <br> 1. O wunderbares, tiefes Schweigen, <br> Wie einsam ist*s noch auf der Welt! <br> Die Wälder leise nur sich neigen, <br> Als ging der Herr durchs stille Feld.