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Title:
[Teil 8]
Persons:
Supprian, Karl Gabriel, Heinrich
PURL:
http://gei-digital.gei.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-14609404
<br> — 374 — <br> gehren, Geld und Arbeit geben; er sorgt nur für heilsame und gerechte, <br> sichere Ordnungen und Einrichtungen im großen Wirtschafts-Haushalt des <br> ganzen Volkes, innerhalb deren alle einander helfen können und — nota¬ <br> bene! — auch sollen. <br> 2. <br> Wieviel man auch von geringem Einkommen ersparen kann — <br> das bedenken, berechnen sich diejenigen nicht, die es am nötigsten hätten. Wer <br> z. B. täglich auch nur ein Glas Bier weniger trinkt und eine Zigarre weniger <br> raucht, hat — beides zusammen auch nur auf 15 Pf. berechnet, jährlich <br> fast 55 Jis, in 10 Jahren 550 Jk, in 20 Jahren 1100, in 50 Jahren <br> aber 2750 M, ohne Zinsen, zurückgelegt. Bei 5 °/0 Zins auf Zins <br> angelegt, verdoppelt sich ein Kapital bekanntlich schon nach 14 Jahren; <br> bei 3^3 °/o dauert es freilich länger, nämlich etwa 21 Jahre. Wenn <br> aber immer, worin eben das Sparen besteht, noch Kapital zugelegt wird, <br> so geht es um so schneller. <br> Wie thöricht sind also so viele junge Leute, die ihr Geld durch¬ <br> bringen, anstatt sich ein hübsches Kapital für die Zukunft zu sparen! <br> Schon nach wenigen Jahren, wenn sie nur einmal ansingen, würde es <br> ganz ansehnlich sein, und sie wären nicht so unsicher gestellt beim selb¬ <br> ständigen Anfang eines Berufes, der immer Betriebskapital oder Kaution <br> kostet, oder bei Begründung eines eigenen Hausstandes. Die Jahre <br> fliegen pfeilgeschwind, und wir Menschen wissen, daß eine Zukunft mit <br> allen ihren Aufgaben und Ausgaben kommt. Manches Tier lebt — <br> freilich instinktmäßig — nicht so gleichgiltig gegen die Bedürfnisse der <br> Zukunft, wie es leider viele Menschen thun, die „in den Tag hinein", <br> „aus der Hand in den Mund" leben. Wir haben alte unsere Geistes¬ <br> und Körperkräfte für unser ganzes Leben und sollen den Überschuß der <br> Jugendkraft dem Alter zu gute kommen lassen. Gott hilft dem, der sich <br> selbst hilft und sich von Gott helfen läßt. Darum bete, arbeite, sei ge¬ <br> nügsam, spare, thue Gutes und sei glücklich! Suche das Glück nicht in <br> vielen sinnlichen Genüssen, stürze dich nicht ans einem Vergnügen in das <br> andere, sondern erfülle vor allem deine Pflichten; so kannst du mit gutem <br> Gewissen fröhlich sein und getrost in die Zukunft schauen, sonst aber nicht. <br> 3. <br> Tugenden, die mit der Sparsamkeit zusammenhängen. <br> „Alle Tugenden sind miteinander verwandt!" so lehrte schon der <br> weise heidnische Römer Cicero. Bei der Sparsamkeit kann man die <br> Wahrheit dieses Satzes so recht deutlich erkennen.