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Historischer Schulatlas des deutsch-amerikanischen Fotopioniers Robert Benecke kehrt nach Braunschweig zurück

Das Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) konnte im vergangenen Jahr auf dem Antiquariatsmarkt in den USA einen Schulatlas erwerben, der erst auf den zweiten Blick eine spannende Geschichte offenbart.

Bei dem Atlas handelt es sich um einen 1848 im Musik- und Landkartenverlag Holle in Wolfenbüttel erschienenen "Vollständigen Schul-Atlas der neuesten Erdkunde". In dem Atlas fanden sich handschriftliche Angaben, die Rückschlüsse auf den früheren Besitzer und einige seiner Lebensstationen geben: u.a. tauchte der Name Robert Benecke auf, der 1835 in Stiege (Oberharz) geboren wurde und seine Schulzeit in Blankenburg verbrachte. Beide Orte gehörten Mitte des 19. Jahrhunderts, genauso wie Wolfenbüttel, zum damaligen Herzogtum Braunschweig.

Robert Benecke kam bereits als junger Mann mit der aufkommenden Fotografie in Kontakt und arbeitete ab 1855 in Nordhausen in einem Fotostudio. Wie viele Auswanderer war er aufgrund seiner prodemokratischen Einstellung zur Emigration gezwungen und siedelte sich in St. Louis an. Neben der Portraitfotografie lag der Fokus seiner Arbeiten auf Fotografien von Eisenbahnen, Brücken, Gebäuden und Dampfbooten, die zu der Zeit als Insignien des Fortschritts galten. Er vermittelte der Öffentlichkeit als einer der ersten Fotografen Eindrücke vom Mittleren Westen der USA. Bis zu seinem Tod 1903 war er auch in der Herstellung von Fotozubehör und als Redakteur für das Fotomagazin "St. Louis and Canadian Photographer" tätig. Seine Fotografien sind als Kulturgut Teil der Sammlungen der New York Public Library, des J. Paul Getty Museum und der Southern Methodist University.

Der Schulatlas stellt nicht nur wegen des ehemaligen Besitzers eine Rarität dar, sondern ist auch aus bibliothekarischer Perspektive ein wertvolles Sammlerstück. Das im Besitz des Georg-Eckert-Instituts befindliche Exemplar gilt aufgrund von Bestandsverlusten in anderen Bibliotheken als einzige, bisher noch erhaltene und verfügbare Ausgabe des Werkes. Als eine glückliche Fügung ist in dem Zusammenhang nach 150 Jahren die "Rückkehr" des "Benecke'schen Schulatlas" nach Braunschweig anzusehen.

Den Erwerb des "Benecke'schen Schulatlas" und einer Reihe anderer Atlanten aus dem 19. Jahrhundert konnte mit der finanziellen Unterstützung der Friedrich E.W. Walz-Stiftung realisiert werden. Der Friedrich E.W. Walz-Stiftung gilt der ausdrückliche Dank des GEI.

Um der breiten Öffentlichkeit einen Einblick in die historische Entwicklung von Schulatlanten zu ermöglichen, digitalisiert das GEI diese wertvollen und einzigartigen Werke zusammen mit historischen Schulbüchern aus der Zeit von der Entstehung der Schulentwicklung bis 1918 mit der Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

"GEI-Digital" ist ein Kooperationsprojekt. Beteiligt sind neben dem GEI die Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung (BBF/DIPF) und das Gauß-IT-Zentrum der TU Braunschweig.

Links:

Robert Benecke: https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Benecke

"Vollständiger Schul-Atlas der neuesten Erdkunde" (1848): http://gei-digital.gei.de/cms/ppnresolver/?PPN780346769

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