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als Gastgeschenk gegeben hatten, war kein gewöhnlicher Knäuel; man
konnte davon abwickeln, soviel man wollte, er wurde nie alle.
Und Fräulein Theodelinde strickte Strümpfe über Strümpfe und
dichtete dazu, und wenn sie über die Straße ging, sagten die Leute:
„Da kommt der Blaustrumpf.“
31. Herzog Heinrich und die goldne Halskette.
(Herzoge 912—919. König, 919-936.)
Die Brüder Grimm. Deutsche Sagen. Berlin. 1816—18. Nicolaisclie Buclili. II. S. 152.
Heinrich, Ottos Sohn, folgte in seinem väterlichen Erbe, sowie in den
meisten Gütern, die auch Otto voni Reich getragen hatte; doch nicht in allen,
weil König Konrad fürchtete, Heinrich möchte übermächtig werden. Dieses
schmerzte Heinrichen, und die Feindschaft wie Unkraut unter dem Weizen
wuchs zwischen beiden. Die Sachsen murrten; aber der König stellte sich
freundlich in Worten gegen Heinrich und suchte, ihn durch List zu berücken-
Des Verrates Anstifter wurde aber Bischof Hatto von Mainz, der auch den
Grafen Adalbert, Heinrichs Vetter, trüglich ums Leben gebracht hatte. Dieser
Hatto ging zu einem Schmied und bestellte eine goldene Halskette, in welcher
Heinrich erwürgt werden sollte. Eines Tages kam nun einer von des
Königs Leuten in die Werkstütte, die Arbeit zu besehen, und als er sie
betrachtete, seufzte er. Der Goldschmied fragte: „Warum seufzet Ihr so?"
„Ach," antwortete jener, „weil sie bald rot werden soll vom Blute des
besten Mannes, des Herzogs Heinrich." Der Schmied aber schwieg still als
um eine Kleinigkeit. Sobald er hernach das Werk mit großer Kunst voll-
endet hatte, entfernte er sich insgeheim und ging dem Herzog Heinrich, der
schon unterwegs war, entgegen, Er traf ihn bei dem Orte Kassala und
fragte, wo er hin gedächte. Heinrich antwortete: „Zu einem Gastmahl und
großen Ehren, wozu ich geladen worden bin." Da entdeckte ihm der
Schmied die ganze Beschaffenheit der Sache; Heinrich rief den Gesandten,
der ihn eingeladen hatte, hieß ihn allein ziehen und den Herren danken und
absagen. Für Hatto soll er ihm folgenden Bescheid mitgegeben haben'
„Geh hin und sage Hatto, daß Heinrich keinen härteren Hals trägt ab-
Adalbert; und lieber will er zu Hause bleiben, als ihn mit seinem vielen
Gefolge belästigen." Hierauf überzog Heinrich des Bischofs Besitzungen i*1
Sachsen und Thüringen und befeindete des Königs Freunde. Das Glüö
verließ den König und wandte sich überall dem Herzog Heinrich zu, welcher
nachmals als König Heinrich der Vogler genannt wurde.