Freude hat mir Gott gegeben! die ihren Schöpfer wandelnd loben
Sehet! wie ein goldner Stern und führen das bekränzte Jahr.
aus der Hülse, blank und eben Nur ewigen und ernsten Dingen
schält sich der metallne Kern. sei ihr metallner Mund geweiht,
Von dem helm zum Kranz und stündlich mit den schnellen
spielt's wie Sonnenglanz. Schwingen
Auch des Wappens nette Schilder berühr' im Fluge sie die Zeit.
loben den erfahrnen Bilder. Dem Schicksal leihe sie die Zunge;
selbst herzlos, ohne Mitgefühl,
Herein! Herein! begleite sie mit ihrem Schwunge
Gesellen alle, schließt den Reih'n, des Lebens wechselvolles Spiel.
daß wir die Glocke taufend weih'n! Und wie der Klang im Ohr vergehet,
Concordia soll ihr Name sein! der mächtig tönend ihr entschallt,
Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine so lehre sie, daß nichts bestehet,
versammle sie die liebende Gemeine. daß alles Irdische verhallt.
Und dies sei fortan ihr Beruf, Jetzo mit der Kraft des Stranges
wozu der Meister sie erschuf: wiegt die Glock' mir aus der Gruft,
hoch überm niedern Erdenleben daß sie in das Reich des Klanges
soll sie im blauen Himmelszelt, steige, in die Himmelsluft!
die Nachbarin des Donners, schweben ZFiehet, ziehet, hebt!
und grenzen an die Sternenwelt, Sie bewegt sich, schwebt!
soll eine Stimme sein von oben, Freude dieser Stadt bedeute
wie der Gestirne helle Schar, Friede sei ihr erst Geläute!
73. Die Reichsverfassung.
Bacdisehes Lesebueh.
1. Das Reich ist zum Schutze des Reichsgebiets und zur Pflege der
Wohlfahrt des gesamten deutschen Volkes gegründet. Die hieraus sich
ergebenden gemeinschaftlichen Rufgaben, deren Erfüllung dem Deutschen
Reiche zusteh? in der Reichsverfassung genau bezeichnet. Dazu
gehört namen. er und Flotte, auswärtige Vertretung,
Sche des Candels und der Arbeit im In⸗ und
Auslande, Jollwe . a, Seimat- und Niederlassungswesen,
Post und Telegrap, Ordnung des Eisenbahnwesens im
Interesse des allgemeinen Verkehrss, Münz-, Maß- und Gewichts—
wesen, die Ordnung des Strafrechts und des bürgerlichen
Rechts, sowie des Verfahrens vor den Gerichten. Auf den
meisten dieser Gebiete hat das Reich nur die erforderlichen Gesetze zu
erlassen, während die Landesregierungen und ihre Behörden sie voll—
ziehen; nur in wenigen Angelegenheiten, z. B. bei dem Post- und
Telegraphenwesen, bei der auswärtigen Vertretung, besorgt das Reich
auch den Vollzug durch Reichsbeamte. Überdem sind bei der Gründung
des Reichs einzelnen Staaten (Bayern und Württemberg) besondere
Rechte zugestanden worden.
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