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kleinen Bär. Er steht genau in der Richtung des nördlichen £71 m m e I s p o I s
und ist daher für die (Orientierung am nächtlichen Fimmel sehr wichtig.
An der südlichen Hälfte des Himmels sieht man im Winter unser größtes
und glänzendstes Sternbild, den Grion, der als Krieger dargestellt wird, dessen
Gürtel drei nahe beisammen stehende Sterne bilden, die unter dem Namen I a--
kobsstab bekannt sind. Geht inan in der Richtung des Gürtels weiter hinab,
so trifft man den hellsten Stern ain ganzen Himmel, den Sirius oder Hunds¬
stern im großen Hund. Das südliche Kreuz, das prächtigste von allen
Sternbildern, ist uns nicht sichtbar.
Unter allen Fixsternen ist für uns die Sonne am wichtigsten,
weil sie die Hauptquelle des Lichtes und der Wärme für die Erde bildet.
Sie ist IV4 Millionen mal so groß als die Erde und dreht sich in
25^2 Tagen um ihre Achse. lil, 45.
d. Eine zweite Art von Sternen sind die Platteten oder
Wandelsterne, welche Licht und Wärme von der Sonne empfangen
und sich sowohl um ihre Achse, als auch in langrunden (elliptischen)
Bahnen um die Sonne bewegen. Die Zeit, innerhalb welcher ein Planet
die Sonne umkreist, heißt sein Jahr. Sechs Planeten sind mit unbe¬
waffnetem Auge zu sehen und überstrahlen in gewissen Stellungen die
hellsten Fixsterne; die übrigen (über 400) erblickt man nur durch ein
gutes Fernrohr.
Der Soune am nächsten steht Merkur, dann folgen Venus (der schöne
Morgen- und Abendstern), Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus,
Neptun. Zwischen Mars und Jupiter befinden sich viele „kleine Planeten",
die inan unter dein Namen Planetoiden (oder Asteroiden) zusammenfaßt.
e. Um einige Planeten bewegen sich kleinere Sterne, welche
Nebenplaneten, Trabanten oder Monde heißen. Sie empfangen
Licht und Wärme von der Sonne und haben eine dreifache Bewe¬
gung: um ihre Achse, um ihren Hauptplaneten und mit diesem um die
Sonne. Die Eide hat nur 1 Mond, Jupiter 4, Saturn 8 Monde und
einen merkwürdigen Doppelring.
d. Am auffallendsten unter den Sternen sind die Kometen oder
Schweif st erne. Sie bestehen gewöhnlich aus einem hellen Kerne
und einem langen, rutenförmig ausgebreiteten Schweife. Ihre Zahl
ist sehr groß. Sie bewegen sich in langgestreckten Bahnen um die Sonne
und verändern ihre Stellung am Himmel sehr schnell. Manche sind nur
kurze Zeit, kaum einige Tage, andere dagegen viele Monate sichtbar,
worauf sie — oft auf viele tausend Jahre — im unendlichen Himmels¬
raume wieder verschwinden.
6. In sternenhellen Nächten sieht man nicht selten leuchtende Punkte
schnell durch den Himmelsraum dahinschießen und plötzlich verschwinden.
Sie heißen Sternschnuppen und erscheinen besonders häufig am 10. Aug.
und vom 12.—14. November. Mit ihnen verwandt sind die Feuer¬
kugeln, welche sowohl bei Nacht als auch am Tage beobachtet worden
sind. Sie fallen manchmal unter heftigem Knall auf die Erde nieder
und werden Meteorsteine genannt. Ihr Hauptbestandteil ist Eisen.
Alle Körper, welche sich um die Sonne bewegen und von dieser
Licht und Wärme erhalten, bilden zusammen unser Sonnensystem.