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Title:
Heimatkundlicher Anschauungsunterricht im zweiten und dritten Schuljahre
Persons:
Wernecke, Robert
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-8881001
<br> dritte Schuljahr. <br> I. Einleitende Unterredungen. <br> 1. Keimat und Jremde. <br> Wo bist du geboren? N. ist also dein Geburtsort. Weshalb nennst <br> du N. deinen Geburtsort? In welchem Orte bist du geboren, B.? Wie <br> nennst du 36., weil du darin geboren bist? Wo wohnst du aber jetzt? Was <br> ist dieser Ort für dich, für uns alle, weil wir darin wohnen? Wohnort. <br> Wer von euch wohnt in seinem Geburtsorte? Wer von euch wohnt nicht <br> in seinem Geburtsorte? Die meisten Kinder wohnen in dem Orte, wo sie <br> geboren sind. Ihr wohnt mit eueru Eltern hier in N. Hier verlebt ihr <br> eure Kinderzeit, hier wachset ihr auf, hier werdet ihr erzogen, hier seid ihr <br> zu Hause, daheim; hier ist eure Heimat. Welcher Ort ist dein Heimats- <br> ort? Weshalb nennst du N. deine Heimat? (Heimatsdorf, Vaterstadt.) <br> Bei wem wohnt ihr Kinder? Wem gehört das Haus, in dem du mit <br> deinen Eltern wohnst? Das Haus gehört deinem Vater. Du wohnst in <br> deinem Vaterhause. Wer von euch hat ein Vaterhaus? <br> Hört, was ein Wanderbursche auf seiner Wanderschaft einst seinem <br> Kameraden von seinem Vaterhause erzählte: <br> „Wo's Dörflein dort zu Ende geht, <br> Wo's Mühlenrad am Bach sich dreht, <br> Da steht im dust'gen Blütenstrauß <br> Ein Hüttlein klein: mein Vaterhaus. <br> Da schlagen mir zwei Herzen drin <br> Voll Liebe und voll treuem Sinn: <br> Mein Vater und die Mutter mein, <br> Das sind die Herzen fromm und reitt. <br> Darin noch meine Wiege steht, <br> Darin lernt' ich mein erst' Gebet; <br> Darin fand Spiel und Lust stets Raum, <br> Darin träumt' ich deu ersten Traum; <br> Drum tauscht' ich für das schönste Schloß, <br> War's felsenfest und riesengroß, <br> Mein liebes Hüttlein doch nicht aus, <br> Denn 's gibt ja nur ein Vaterhaus." <br> Wie lieb auch ihr das teure Vaterhaus habt, das ist euch so recht zum <br> Bewußtsein gekommen, als ihr auf einige Zeit eure Verwandten in einer <br> fernen Stadt besuchtet. Gewiß hat es euch auch dort gut gefallen, ihr habt <br> viel Gutes und Liebes erfahren, viel Schönes gefthen. Aber nach einiger <br> Zeit wurde euch doch recht weh ums Herz, ihr wurdet traurig, und besonders <br> abends, wenn ihr im stillen Kämmerlein euch zum Schlafe niedergelegt hattet,