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Title:
Bürger- und Haushaltungskunde
Persons:
Haehn, Emil Hähn, Emil
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-13117571
<br> Beim Dämpfen des Fleisches erfolgt das Weich- und Gar¬ <br> werden durch Einwirkung des Dampfes ohne namhaften Verlust <br> an Fleischsaft. Gedämpftes Fleisch ist saftiger und nahrhafter <br> als gekochtes, steht jedoch in jeder Hinsicht dem gebratenen <br> Fleische nach. Wird das Fleisch mit Fett gedämpft oder ge¬ <br> schmort, bleibt es besonders saftig und kräftig. <br> Beim Einsalzen oder Einpökeln und Räuchern des <br> Fleisches leidet die Verdaulichkeit desselben, weil die Fasern <br> trockener und unlöslicher werden. <br> Das Aufbewahren des Fleisches geschieht am besten in <br> einem kühlen, luftigen und staubfreien Raum. Legt man das <br> Fleisch auf Eis, wird es mürbe und zart und zum Braten be¬ <br> sonders geeignet. Geräucherte Fleischwaren lassen sich sehr <br> lange aufbewahren, wenn sie an einem luftigen Raum au f'gj hängt <br> werden. <br> Die Fische, welche eine nahrhafte und wohlfeile Kost liefern und <br> darum seitens der Haustrauen größere Beachtung verdienten, unterscheidet <br> man in fettreiche und fettarme. Aal, Lachs und Hering gehören zu den fett¬ <br> reichen, Schellfisch, Stocküsch, Hecht, Barsch und Karpfen zu den fettarmen <br> Fischen. Letztere werden mit Zugabe flüssiger Butter genossen, was den <br> Fischgenuß etwas verteuert. <br> Verdauung, Verdauungsorgane. Durch die Ver¬ <br> dauung werden die Nahrungsmittel so zubereitet, dass ihre <br> Nährbestandteile zur Aufnahme in das Blut fähig gemacht werden. <br> Je leichter und rascher die Nährstoffe eines Nahrungsmittels in <br> das Blut gebracht werden können, desto nahrhafter und ver¬ <br> daulicher ist dieses. Die Verdauung erfolgt durch die Ver¬ <br> dauungsorgane. Zu diesen gehören: die Mund- und Rachen¬ <br> höhle samt Zähnen, Zunge, Gaumen, Mandeln und Speicheldrüsen, <br> ferner die Speiseröhre, der Magen und der Darmkanal, der aus <br> Dünn- und Dickdarm besteht. Der ganze Verdauungsapparat ist <br> innen mit Schleimhaut ausgekleidet und mit Muskeln versehen, <br> durch deren Bewegung die Speisen von einem Organe zum <br> anderen geschoben werden. Die Mundhöhle nimmt die Speisen <br> auf, zerkleinert sie mit den Zähnen, vermengt sie mit dem aus <br> den Speicheldrüsen fliessenden Speichel und schiebt sie mit Hilfe <br> der Zunge zwischen den beiden Mandeln hindurch in die Rachen¬ <br> höhle. Von hier gelangt sie durch Schluckbewegungen in die <br> Speiseröhre und rutscht infolge ihrer Schwere allmählich in den <br> Magen. Der aus den Magenwänden ausschwitzende Magensaft <br> löst nun die Speisen auf und verwandelt sie in einen Brei, der <br> Chymus genannt wird. Aus diesem Speisebrei saugen die Blut¬ <br> gefässe der Magenwände die schon völlig aufgelösten Nährstoffe <br> ein und geben sie an das Blut ab. Der Rest des Speisebreies <br> wird durch die Magenbewegungen in den Dünndarm geschoben, <br> wo durch Hinzutritt der aus der Leber abgesonderten Galle die <br> weitere Auflösung und die Aufsaugung der blutbildenden Stoffe <br> durch die Blutgefässe der Darmwände erfolgt. Die unlöslichen <br> 74