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Title:
[Teil 8]
Persons:
Supprian, Karl Gabriel, Heinrich
PURL:
https://gei-digital.gei.de:443/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:0220-gd-14605706
<br> 3 <br> Zu des Südpols nie erblickten Sternen <br> dringt sein rastlos ungehemmter Lauf; <br> alle Inseln spürt er, alle fernen <br> Küsten — nur das Paradies nicht auf. <br> Ach, umsonst auf allen Länderkarten <br> spähst du nach dem seligen Gebiet, <br> wo der Freiheit ewig grüner Garten, <br> wo der Menschheit schöne Jugend blüht. <br> Endlos liegt die Welt vor deinen Blicken, <br> und die Schifffahrt selbst ermißt sie kaum; <br> doch auf ihrem unermessnen Rücken <br> ist für zehen Glückliche nicht Raum. <br> In des Herzens heilig stille Räume <br> mußt du fliehen aus des Lebens Drang! <br> Freiheit ist nur m dem Reich der Träume, <br> und das Schöne blüht nur im Gesang. <br> 4. Aus „Hermann und Dorothea." <br> (Johann Wolsgang von Goethe.) <br> (Gesang 6, Klio, Vers 1 bis 80. Rede des Richters unter den Vertriebenen über die <br> französische Revolution.) <br> Als rinn der geistliche Herr den fremden Richter befragte, <br> was die Gemeine gelitten, wie lang' sie von Hause vertrieben, <br> sagte der Mann darauf: Nicht kurz sind unsere Leiden; <br> denn wir haben das Bitt're der sämtlichen Jahre getrunken, <br> schrecklicher, weil auch uns die schönste Hoffnung zerstört ward. <br> Denn wer leugnet es wohl, daß hoch sich das Herz ihm erhoben, <br> ihm die freiere Brust mit reineren Pulsen geschlagen, <br> als sich der erste Glanz der neuen Sonne heranhob, <br> als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen gemein sei, <br> von der begeisternden Freiheit und von der löblichen Gleichheit! <br> Damals hoffte jeder, sich selbst zu leben; es schien sich <br> aufzulösen das Band, das viele Länder umstrickte, <br> das der Müßiggang und der Eigennutz in der Hand hielt. <br> Schauten nicht alle Völker in jenen drängenden Tagen <br> nach der Hauptstadt der Welt, die es schon so lange gewesen <br> und jetzt mehr als je den herrlichen Namen verdiente?