§. 56. Staaten und Colonien. 145 seine Production von Gold, Silber, Kupfer. Chuquisaca (24 T. Ew.), Hauptstadt. Potosi (23 T. Ew., einst 160 T. Ew.), Berg stadt. La Paz (76 T. Ew.), 11520' über dem Meere, in dem Becken des Titicacasees. C o- bija (2 T. Ew.), einziger Hafenplatz des Landes, rings von der Wüste um¬ geben, so daß das Trinkwasser durch Destillation von Seewasser gewonnen werden muß. II) Chile (6300 cuM., 1908 T. Ew., darunter sehr wenig Neger und Indianer). Dieser Staat hat sich unter allen südamerikanischen Staaten seit der Unabhängigkeitserklärung der größten inneren Ruhe zu erfreuen gehabt und ist daher in lebhaftem Aufblühen begriffen. Zugleich ist das Land aber auch mit Gütern aller Art gesegnet. Dahin rechnen wir die besonders im Süden so hafenreiche Küste, das reiche Vorkommen von Gold, Silber, Kupfer, Schwefel, das gesunde, milde Klima, welches in Verbindung mit der reichlichen Bewässerung durch die vom Schnee der Anden genährten Flüsse eine üppige Entwickelung der Vegetation begünstigt. Eine Menge europäischer Cultur¬ pflanzen sind hier verwildert, z. B. die Artischocke und der Apfelbaum, der namentlich in Valdivia ganze Wälder bildet. Die hauptsächlich angebaute Frucht ist der Weizen und bildet neben den Metallen den hauptsächlichsten Gegenstand der Ausfuhr. Nicht unbeträchtlich ist die Viehzucht, und die Küsten endlich sind reich an Fischen, Phoken und Walfischen. Daher ist die Einwan¬ derung von Europäern in das Land nicht unbeträchtlich, und besonders im Süden, in der Provinz Valdivia, sind viele Deutsche angesiedelt. Hier ist eine ber wenigen Stellen, wo der Deutsche im Ausland sich bemüht, deutsch zu bleiben. St. Jago (115 T. Ew.), Hauptstadt, mit bedeutenden wissen¬ schaftlichen Instituten (Universität, Sternwarte). Valparaiso (70 T, Ett).), Haupthandelsplatz und Anfangspunkt der Küstendampsschrfflinie nach Panama. Copiapo in der Atakamawüste, Hauptausfuhrhafen für die Metalle, die sich besonders im Norden der Republik finden. Valdivia. — Die Republik be¬ ansprucht ganz Patagonien und hat an der Magelhaensstraße einige Nieder¬ lassungen gegründet. In nächster Zeit wird eine Schleppdampfschiffahrt durch diese Straße angelegt und dadurch den Schiffen der beschwerliche Weg um das Cap Horn erspart werden. 12) Die Guyana (9300 DM, 244 T. Ew., darunter über die Hälfte Neger, Chinesen und Kulis). Dieses in seinen Marschküsten höchst ungesunde, im Innern noch nicht «Ionisierte Gebiet ist etwa zur Hälfte britisch. Deme- rara, 25 T. Ew. In die andere, östliche Hälfte theilen sich die Niederlande und Frankreich. Paramaribo (24 T. Ew.) ist die Hauptstadt im nieder¬ ländischen, Cayenne (6 T. Ew.) im französischen Antheile. Letzteres ist als Deportatronsort berüchtigt. Nach Jahresfrist ist die Hälfte der Deportierten dem mörderischen Klima erlegen; dennoch sind stets über 3000 vorhanden. 13) Das Kaiserthum Brasilien (152000 dm,11780$. Ew., darunter mindestens 500 T. Indianer und 1715 T. Negersklaven). Dies Land, lange Zeit von seinem Mutterlande stiefmütterlich behandelt und ausgebeutet, hob sich erst durch Freigebung des Verkehrs mit allen Nationen, als die portugie¬ sische Königsfamilie 1807 nach Brasilien übersiedelte. Als dieselbe aber 1821 nach Europa zurückkehrte, erklärte sich Brasilien für unabhängig und wählte den Sohn Königs Johann VI, Dom Pedro I, zum Kaiser, dem sein Sohn r5 II,Jeit 1P32 in bcr Herrschaft nachgefolgt ist. Das Land hat die aus¬ gezeichnetsten Hülfsmittel aller Art, leidet aber unter dem Fluche der Neger¬ sklave«!, deren Abschaffung aber in naher Aussicht steht. Man hat in der neueren Zeit die europäische Einwanderung hierher zu leiten gesucht; das dabei oft angewandte Parceriasystem macht aber die Ansiedler nur zu Sklaven der Guthk. Schulgeograpyle. >0