Produkte der Schweiz. — Königreich Dänemark. 297 Neufchatel. — Ba umwollen fab riken sind die wichtigsten; die feinen Gewebe und Druckwaaren sind unvergleichlich. Hauptsitz ist Zürich, das die Hälfte liefert, und Winterthur; nächstdem die Cantone Aargau, St. Gallen, Appenzell, Gla¬ rus. Es gibt gegen 4000 Stühle und 131 Spinnereien. — Leinen und Da - mast liefert Bern; Spitzen besonders Neufchatel (Thal Travers, Lücle), genannt französische oder Lausanner Spitzen. — Seidenfabriken sind am be¬ deutendsten in Zürich, das dafür einer der wichtigsten Orte ist, die es gibt, und in Basel, wo diese Industrie durch französische Auswanderer begründet ist und beständig steigt. Besonders.fertigt man Bänder in und um Basel (gegen 5000 Stühle). Florence in und um Zürich (an 12.000 Stühle). Auch Bern und Aarau haben große Fabriken. — Tuchfabriken sind unbedeutend. Die Hälfte des Bedarfs an Wollenwaaren muß eingeführt werden. — Leder von Lausanne, Vevay, Genf, Zürich rc. Gemsenleder besonders aus dem Haslithal in Bern. — Papier¬ fabriken, gegen 50, waren sonst, besonders bei Basel, sehr berühmt. — Stroh- und Holzwaaren ans mehreren Cantoncn. — Eisenwerke meist im Jura (Cant. Bern), in Solothurn, Wallis, St. Gallen, Schafshausen. Zürich hat eine Maschinenfabrik mit 6000 Arbeitern. — Stahlwaaren im Jonpthale und in den Neufchateller Jurathälern; viel Uhrmacherwerkzeuge. Messer rc. in Aarau, Gens, Schaffhausen• Gewehre in Genf, Zürich; Kanonen in Aarau. — Uhrenfabri¬ kation ist einer der wichtigsten Industriezweige und wird nirgends so großartig getrieben; sie beschäftigt 36.000 Arb., und liefert jährlich \ Mill. Uhren (3 gol¬ dene auf 4 silberne). — Biele Spieldosen, Gold-, Silber- und Bijouterie- Waaren, hauptsächlich auch von Gens, gehen durch alle Länder. — Die beste Pulvermühle zu Bern. Handel. Er ist sehr blühend und ausgedehnt, durch kostbare Straßen begün¬ stigt, aus den Seen durch Dampfschiffe erleichtert. Sehr wicktig ist der Speditions¬ und Transithandel. Eingeführt werden die rohen Produkte für die großen Fabriken (in einem Jahre für mehr als 33 Mill. Frcs. nur aus Frankreich). Baumwolle, Seide, Twist, Wolle, Flachs, Farbstoffe; Tuch; Salz, Reiß, Getreide, Oel rc. — Ausfuhr besonders von Vieh, Fettwaaren, Leder, Obst, Wein, Kirschwasser, Holz, Kohlen, Apothekerwaaren, Banmwollenzeugcn, Leinwand (nach Süden), Bat¬ tist, Spitzen, Blonden, Musselin, Schleier, gestickten Waaren, Schärpen, Jndien- nes, rothem Kattun (nach der Levante), Seidenzengen, besonders Bändern (nach Amerika und Rußland), Uhren, Gold- und Bijouterie-Waaren rc. § 604. Zkönigreich Dänemark. Dänemark besteht aus dem eigentlichen Königreiche, den Herzogthümern und den Beiländern, nämlich den Färöer (d. h. Schaf-) Inseln, der Insel Island, Grönland und den 3 westindischen Inseln; letztere machen l des Ganzen aus. Ersteres liegt zwischen 53z und 57|° nördl. Breite und 26 bis 330 östl. Länge., die Färöer zwischen 6iz und 62-|° nördl. Br., nördlich von den britischen Inseln; Island, das eher zu Amerika als zu Europa gehört, zwischen 63z bis 66z" nördl. Breite, und der 1° östlicher Länge geht durch den östlich¬ sten Theil. Der Staat ist eine constitutionelle Monarchie mit 2 Wahlkammern, dem Volks¬ thing und Landsthing. — Die geistige Bildung ist seit langer Zeit vielseitig und verbreitet. Universitäten befinden sich zu Kopenhagen und Kiel. Ueber 4 der Bew. sind Dänen; fast ? Deutsche. 30.000 Friesen, 8.000 Norweger und Schweden, 4.150 Juden.