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Das Mittelalter (Band 2)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN672741172
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5375685
Titel:
Die Weltgeschichte in Lebensbildern und Darstellungen
Autor*in:
Hoffmann, Ernst
Erscheinungsort:
Mainz
Verlag:
Kirchheim
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1883
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
für Schule und Haus

Band

Persistenter Identifier:
PPN672743116
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-5378886
Titel:
Das Mittelalter
Signatur:
27/81
Autor*in:
Hoffmann, Ernst
Bandzählung:
Band 2
Erscheinungsort:
Mainz
Verlag:
Kirchheim
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1884
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
geschichtliche Bilder und Darstellungen ; für Schule und Haus

Kapitel

Titel:
II. Die christliche Zeit A. Von der Geburt Christi bis zur Entdeckung Amerikas
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
XI. Die Kreuzzüge
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Die Weltgeschichte in Lebensbildern und Darstellungen
  • Das Mittelalter (Band 2)
  • Einband
  • Titelseite
  • Titelseite
  • II. Die christliche Zeit A. Von der Geburt Christi bis zur Entdeckung Amerikas
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einband

Volltext

144 Der erste Kreuzzug. Kaiser Alexius. 
hin den Kreuzfahrern den Durchzug zu erlauben. Indessen ließ 
er sich endlich bedeuten, daß die Neuangekommenen bessere Leute 
wären, als jene früheren, und versprach ihnen Lebensmittel, wo¬ 
gegen die Kreuzfahrer die strengste Mannszucht gelobten und — 
auch hielten. Auch beim Zuge durch das Land der Bulgaren 
lies alles friedlich ab. Um so mehr war dies im griechischen 
Kaisertum zu erwarten. Aber Alexius hatte seinen Sinn geän¬ 
dert. Er hatte zwar die abendländischen Fürsten um Hilfssol¬ 
daten gebeten; aber daß sich, wie es schien, das ganze Abendland 
erheben würde, hatte er nicht vorausgesehen. Au 300,000 Kreuz¬ 
fahrer waren schon bei ihm vorübergeflutet, und hatten fast sämt¬ 
lich bereits den Tod gesunden. Nun hörte er, jetzt käme erst 
das Hauptheer, dem wieder neue Schwärme folgert sollten. Da¬ 
bei ergriff ihn der Argwohn, ob wohl die Sache ans seinen eige¬ 
nen Thron abgesehen wäre, und von nun an bewies er sich feind¬ 
lich gegen die Kreuzfahrer. Ihnen offen entgegenzutreten, dazu 
war er zu schwach; aber Kunstgriffe der Heimtücke übte er an 
ihnen ans, die alle zu erzählen, der Raum nicht erlaubt. Auch an 
Gottfried wollte er feine Tücke auslasten; aber dieser wußte 
ihm zu begegnen. Als nämlich Gottfried erfuhr, daß Alexius 
den über Italien gezogenen Hugo, Grasen von Vermandois, der 
an der griechischen Küste Schiffbruch gelitten, und sich nur mit 
wenigen nach Conftantinopel gerettet hatte, gefangen genommmen, 
und daß der Kaiser seinen Unterthanen verboten habe, das La¬ 
ger der Kreuzfahrer mit Lebensmitteln zu versehen, wie er doch 
versprochen hatte, so befahl er seinen Leuten, nur selbst zuzu¬ 
greifen, und das thaten diese auch so nachdrücklich, daß Alexius 
schnell das Lager mit allem Überflüsse versorgte, und den Grafen 
auf freien Fuß fetzte. 
Überhaupt war der Charakter dieses Kaisers ein Gemisch 
von Hochmut, Feigheit und Tücke, und die Kreuzfahrer mußten 
sich sehr vor ihm hüten. Als nun außer Gottfried noch viele 
andere, meist französische und italienische große Herren im Lager 
bei Conftantinopel angekommen waren, verlangte er, daß sie 
ihm den Lehenseid leisten sollten für diejenigen Länder, welche 
sie etwa in Asien erobern würden. Anfangs erklärten ihm alle, 
daß sie sich nie dazu verstehen würden; allein er wußte sie durch 
süße Worte und Geschenke zu gewinnen, daß sie endlich ein¬ 
willigten, da es ja doch nur eine leere Ceremonie sei. Bei der 
Handlung selbst zeigte Alexius einen albernen Stolz. Als Gott¬ 
fried und die übrigen Großen und Ritter, alle in herrlichem Waffen¬ 
schmucke, in den Audienzsaal traten, sich tief vor dem Kaiser beugten, 
und ihm gar — so wollte es die griechische Sitte — die Kniee
	        

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Hoffmann, Ernst. Das Mittelalter. Mainz: Kirchheim, 1884. Print.
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