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Lesebuch zum Gebrauch in Volksschulen für Schüler von 10 bis 15 Jahren

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1799663329
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-21908453
Titel:
Lesebuch zum Gebrauch in Volksschulen für Schüler von 10 bis 15 Jahren
Signatur:
DDH-I 8(4,1868)
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Böse, J. H.
Böse, Karl Gottfried (26.12.1828-24.10.1886)
Kröger, C. H.
Munderloh, Hinrich F. (13.11.1817-20.10.1893)
Erscheinungsort:
Oldenburg
Verlag:
Schulze
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1868
Ausgabenbezeichnung:
Vierte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
[Lesestücke 1-20]
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lesebuch zum Gebrauch in Volksschulen für Schüler von 10 bis 15 Jahren
  • binder
  • Titelseite
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur zweiten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Inhaltsverzeichniß
  • Sachlich geordnetes Inhaltsverzeichniß
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-60]
  • [Lesestücke 61-80]
  • [Lesestücke 81-100]
  • [Lesestücke 101-120]
  • [Lesestücke 121-140]
  • [Lesestücke 141-160]
  • [Lesestücke 161-180]
  • [Lesestücke 181-200]
  • [Lesestücke 201-220]
  • [Lesestücke 221-240]
  • [Lesestücke 241-260]
  • [Lesestücke 261-280]
  • [Lesestücke 281-300]
  • [Lesestücke 301-306]
  • Verzeichniß der Verfasser
  • binder

Volltext

J 
Ein gutes Recept. 
Der Kaiser Joseph in Wien war ein weiser und wohlthätiger Monarch, 
wie Jedermann weiß; aber nicht alle Leute wissen, wie er einmal der Doctor 
gewesen ist und eine arme Frau curirt hat. Eine arme kranke Frau sagte zu 
ihrem Büblein: Kind, hol' mir einen Doctor, sonst kann ich's nimmer aus⸗ 
halten vor Schmerzen.“ Das Büblein lief zum ersten Doctor und zum zwei⸗ 
ten; aber keiner wollte kommen; denn in Wien kostet ein Gang zu einem 
Patienten einen Gulden, und der arme Knabe hatte nichts als Thränen, die 
wohl im Himmel fuͤr gute Münze gelten, aber nicht bei allen Leulen auf der 
Erde. Als er aber zum dritten Doctor auf dem Weg war, oder heim, fuhr 
langsam der Kaiser in einer offenen Kutsche an ihm vorbei. Der Knabe hielt 
ihn wohl für einen reichen Herrn, ob er gleich nicht wußte, daß es der Kaiser 
war, und dachte: „Ich will's versuchen.“ „Gnädiger Herr,“ sagte er, „wolltel Ihr 
mir nicht einen Gulden schenken? Seid so barmherzig!“ Der Kaiser dachte: „Der 
faßt's kurz, und denkt Wenn ich den Gulden auf einmal bekomme, so brauch' 
ich nicht sechszigmal um den Kreuzer zu betteln.“ „Thut's ein Käsperlein oder 
zwei Zwanziger nicht auch?“ fragte ihn der Kaiser. Das Büblein sagte: „Nein,“ 
und offenbarte ihm, wozu er das Geld benöthigt sei. Also gab ihm der Kaiser 
den Gulden, und ließ sich von ihm beschreiben, wie seine Mutter heiße, und wo 
sie wohne. Und während das Buͤblein zum dritten Doctor springt, und die kranke 
Frau betet daheim, der liebe Goti wolle sie doch nicht verlassen, fährt der Kaiser 
zu ihrer Wohnung, und verhüllt sich ein wenig in seinen Mantel, also daß man 
ihn nicht recht erkennen konnte, wer ihn nicht darum ansah. Als er aber zu 
der kranken Frau in ihr Stüblein kam, und es sah recht leer und betrübt darin 
aus, meint sie, es sei der Doctor, und erzählte ihm ihren Umstand, und wie sie 
noch so arm dabei sei und sich nicht pflegen könne. Der Kaiser sagte: „Ich 
will Euch dann jetzt ein Recept verschreiben,“ und sie sagte ihm, wo des Buͤb⸗ 
leins Schreibzeug sei. Also schrieb er das Recept, und belehrte die Frau, in 
welche Apotheke sie es schicken müsse, wenn das Kind heim komme, und legte 
es auf den Tisch. Als er aber kaum eine Minute fort war, kam der rechte 
Doctor auch. Die Frau verwunderte sich nicht wenig, als sie hörte, er sei auch 
der Doctor, und entschuldigte sich, es sei schon so einer da gewesen und hab' ihr 
Etwas verordnet, und sie habe nur auf ihr Büblein gewartet. Als aber der 
Doctor das Recept in die Hand nahm, und sehen wolite, wer bei ihr gewesen 
sei, und was für einen Trauf oder Pillelein er ihr verordnet habe, erstaunte er 
auch nicht wenig, und sagte zu ihr: „Frau,“ sagte er, „Ihr seid einem guten 
Arzt in die Hände gefallen; denn er hat Euch fünf und zwanzig Dublonen 
verordnet, beim Zahlamt zu erheben, und inten dran steht: Joseph, wenn 
Ihr ihn kennt. Ein solches Magenpflaster und Herzsalbe und Augentrost hätt 
ich Euch nicht verschreiben können.“ Da that die Frau einen Blic gegen den 
Himmel, und konnte Nichts sagen vor danklarken uhe Rührung, und das Geld 
wurde hernach richtig und ohne Anstand von dem Zahlamt ausbezahlt, und der 
Doctor verordnete ihr eine Mixtur, und durch die gute Arznei und durch die 
gute Pflege, die sie sich jetzt verschaffen konnte, stand sie in wenig Tagen wieder 
auf gesunden Beinen. Also hat der Doctor die kranke Frau curirt, und der 
Kaiser die arme, und sie lebte noch lange, und hat sich nachgehends wieder ver— 
heirathet. Hebel.
	        

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Böse, J. H. et al. Lesebuch Zum Gebrauch in Volksschulen Für Schüler Von 10 Bis 15 Jahren. Oldenburg: Schulze, 1868. Print.
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