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Vaterländisches Lesebuch für die mehrklassige evangelische Volksschule Norddeutschlands

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1010824570
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16628940
Title:
Germanisches Sagen- und Märchenbuch
Shelfmark:
DCG-II 98(1,1891)
Editor:
Schmidt, C.
Floß, A.
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Ernst Siegfried Mittler und Sohn
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1891
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
für den Unterricht bearbeitet

Binder

Document type:
Monograph
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Vaterländisches Lesebuch für die mehrklassige evangelische Volksschule Norddeutschlands
  • Binder
  • Title page
  • Aus dem Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur zwölften Auflage
  • Vorwort zur dreizehnten Auflage
  • Vorwort zur sechzehnten Auflage
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erste Abteilung. Erbauliches und Beschauliches
  • Anhang. Zum Singen und Sagen
  • Zweite Abteilung. Bilder zur Belebung und Hebung des Sachunterrichts
  • Advertising
  • Schleswig-Holstein in geschichtlichen und geographischen Bildern
  • Inhaltsverzeichnis
  • Binder

Full text

104. Das Mamel. 
431 
Schnur geht, die fest an den Schlitten befestigt wird. Der Leitstrang ist an die 
Wurzel des Geweihs geknüpft und wird bald nach der einen, bald nach der 
anderen Seite geworfen, wenn man links oder rechts lenken will. Es übertrifft, 
wenn nicht an Schnelligkeit, so doch an Ausdauer das Pferd und läuft bestän¬ 
dig im Trabe. Doch soll, wie auch leicht einzusehen ist, eine solche Schlitten¬ 
fahrt nicht die angenehmste sein, indem man beständig arbeiten muß, um den 
leichten Schlitten im Gleichgewicht zu erhalten. Auch soll das Tier öfters hals¬ 
starrig werden, sich umdrehen und mit den kräftigen, gefährlichen Füßen nach 
dem Reisenden schlagen, dem dann nichts weiter übrig bleibt, als den Schlitten 
umzuwerfen und in Geduld abzuwarten, bis es wieder besänftigt ist. Es greift 
beim Laufen weit aus und spreizt die Hufe auseinander, um leicht, ohne ein¬ 
zusinken, über den Schnee wegkommen zu können. Beini Laufen hört man weit¬ 
hin ein starkes Knacken, wie bei dem Elen. Dieses Geräusch entsteht zum Teil 
vom Anschlagen der Afterklauen und der wahren Hufe gegeneinander. 
Die Mckch, die ein- oder zweimal des Tages in kleinen Portionen gemolken 
wird, ist äußerst nährend. Durch bloßes Schütteln wird sie zu schneeweißer Butter, 
die jedoch nur im Sommer bei gutem Futter schmackhaft, allein im Winter talgig 
sein soll. Außer dieser wird vom Renntier fast alles benutzt, und das Fleisch 
von jungen und besonders von wilden Tieren ist sehr saftig und schmackhaft. 
Feinde haben sie an den Büren, Wölfen und Vielfraßen; die ersteren jagen 
sie gesellschaftlich und verfolgen sie in Gebirgen so lange, bis eins oder das 
andere in einen Abgrund stürzt oder ermattet gepackt wird. 
Sind Renntiere in großen Herden beisammen, so wehren sie sich mit 
ihrem kräftigen Vorderfuße gegen den Angriff der Wölfe, die sie öfters nicht 
allein zurückschlagen, sondern auch manchmal töten. Der Vielfraß jedoch soll 
ihnen bei weitem der gefährlichste sein; denn er lauert heimtückisch auf den Ästen 
eines Baumes und stürzt dem arglos dahin gehenden Tiere ins Genick, wo er 
sich festbeißt und so lange würgt, bis das Tier ermattet zusammenstürzt. 
Ihr lästigster Feind oder vielmehr ihre größte Plage sind zwei Arten 
Bremsen. Die Renntierbremse verfolgt sie den ganzen Tag, bis sie einen gün¬ 
stigen Augenblick erhascht, um ihr klebriges weißes Ei aus ihren Rücken nieder¬ 
fallen zu lassen. Die aus dem Ei bald ausgeschlüpfte Made bohrt sich in die 
Haut ein und erregt ein Geschwür. Viele solcher Madengeschwüre können ein 
Tier zu Grunde richten. Die Nasenbremsen legen dem Tiere die Eier in die 
Rase, wo die Maden ihm viele Beschwerden verursachen. Es schnaubt dann 
beständig und schlägt mit dein Kopf um sich, um diese bösen Gäste zu entfernen. 
Wenn der Schnee friert oder es entsteht dickes Glatteis, so verhungern viele, 
weil sie nicht mit ihren Füßen den Schnee von ihrem Futter wegscharren können. 
Alle Versuche, dieses höchst nützliche Tier in die Hochgebirge der südlichen 
Regionen Europas einzuführen, find gescheitert. Die Tiere starben in wenig 
Jahren und pflanzten sich nicht fort. Kaup. 
104. Das Kamel. 
^ie eigentlichen Kamele, welche in der alten Welt leben und mit den Lamas 
der neuen Welt eine zusammengehörige Familie ausmachen, sind große, mi߬
	        

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Citation recommendation

Meyn, Ludwig et al. Vaterländisches Lesebuch Für Die Mehrklassige Evangelische Volksschule Norddeutschlands. Halle a.S.: Buchh. des Waisenhauses, 1902. Print.
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