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[Abschn. 2 = Unterstufe: Quinta, [Schülerband]] (Abschn. 2 = Unterstufe: Quinta, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN818317833
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-14405056
Titel:
Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
Autor*in:
Hopf, Jacob
Paulsiek, Karl (29.03.1825-24.04.1892)
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Mittler
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1882
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
[in drei Stufen nebst einer Vorstufe]

Band

Persistenter Identifier:
PPN1011631628
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15886294
Titel:
[Abschn. 2 = Unterstufe: Quinta, [Schülerband]]
Signatur:
DCG-II 52(1,13)-1,2
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Scheel, Willy (29.09.1869-30.03.1929)
Hopf, Jakob
Paulsiek, Karl (29.03.1825-24.04.1892)
Bandzählung:
Abschn. 2 = Unterstufe: Quinta, [Schülerband]
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Ernst Siegfried Mittler und Sohn
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1913
Ausgabenbezeichnung:
Neudruck [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
[in drei Stufen nebst einer Vorstufe]

Kapitel

Titel:
Prosa
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
5. Aus dem deutschen Walde
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
  • [Abschn. 2 = Unterstufe: Quinta, [Schülerband]] (Abschn. 2 = Unterstufe: Quinta, [Schülerband])
  • Einband
  • Werbung
  • Urteile der Fachpresse
  • Titelseite
  • Geleitwort
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Poesie
  • Prosa
  • 1. Märchen
  • 2. Erzählungen
  • 3. Erzählungen aus der alten Sage und Geschichte
  • 4. Bilder aus deutschen Gauen
  • 5. Aus dem deutschen Walde
  • 6. Aus der Tierwelt
  • Ausgewählte Regeln und Beispiele aus der Sprachlehre
  • Zeichensetzung und Rechtschreibung
  • Schriftstellerverzeichnis
  • Anfänge der Gedichte
  • Werbung
  • Einband

Volltext

160 
Prosa. 5. Aus Vein deutschen Walde. 
geblieben waren, ans sich niederrieseln, weil man glaubte, das Wasser schütze gegen 
allerlei Krankheiten und Unfälle. Ihr Bast diente als Schutzmittel gegen bösen 
Zauber, gegen den Teufel und alle bösen Geister und wurde daher mit Heiliger- 
Scheu betrachtet und aufbewahrt. 
Im Gegensatz dazu war in manchen Gegenden der Aberglaube im Schwange, 
sie verleihe den Zauberern Gewalt, Menschen in Wölfe, Werwölfe genannt, 
zu verwandeln. Nach einer alten Erzählung kam einst eine böse Hexe auf eine 
Hochzeit, um aus Rache siir eine ihr angetane Beleidigung die Neuvermählten 
in Werwölfe zu verwandeln. Sie drehte ihren Gürtel zusammen und legte 
ihn auf die Schwelle des Hochzeitshauses. Alsdann braute sie einen Trank 
aus Lindenholz und goß ihn den Hochzeitsgästen, denen sie arges zugedacht 
hatte, unter die Füße. Als diese über die Schwelle traten, schrmnpsten sie plötz¬ 
lich zusammen und wurden Werwölfe, die sich nur durch ihre Größe von den 
übrigen unterschieden. Voll Wut flohen sie und liefen drei Jahre in Wolfs¬ 
gestalt mit furchtbarem Geheul um das Haus der Hexe herum. Niemand konnte 
ihnen helfen. Erst nach vielem Leid schlug für die Unglücklichen die Stunde der 
Erlösung. Die alte Hexe wurde gezwungen, sie wieder in menschliche Gestalt 
zu verwandeln. 
Neben solchen Erzählungen wurden noch manche andere schaurige Geschichten 
berichtet, die ihren Ursprung in den alten Femgerichten haben, welche unter hohen 
Linden abgehalten wurden. Waren auch die Freigerichte zur Herstellung von 
Recht und Sicherheit eingerichtet, so arteten sie doch späterhin so aus, daß nie¬ 
mand seines Lebens sicher war. Es kam nicht selten vor, daß jemand vor das 
heimliche Gericht geladen wurde, ohne zu wissen, wer seine Richter waren und 
welches Verbrechen man ihm vorwarf. Erschien der Angeklagte nicht, so sprach 
ihn der Vorsitzende in die heimliche Acht, indem er die markerschütternden Worte 
ries: „Den Beklagten nehme ich aus dem Frieden, Rechte und den Freiheiten, 
mache ihn unwürdig, recht-, siegel-, ehr- und friedlos, weihe seinen Hals dem 
Stricke, seinen Leichnam den Vögeln, ihn zu verzehren und befehle seine Seele 
Gott im Himmel; sein Weib soll Witwe, seine Kinder Waisen sein." Der 
Geächtete war dann vogelsrei, niemand durste ihm Schutz und Herberge ge¬ 
währen. 
So sahen die Linden viel unschuldig Blut fließen, und das Volk, das an 
solchen Femlinden vorüberging, dachte mit Entsetzen an jene unsichern Zeiten 
und frischte die überlieferten Geschichten immer von neuem wieder auf. 
Ein nicht unwesentlicher Anteil ist der Linde in der herrlichen Sage von 
Siegfried zugewiesen. Bei ihrem Eintritt wird die Aufmerksamkeit des Lesers 
in wunderbar ergreifender Weise gespannt; sie schürzt den Knoten und löst ihn 
durch Ermöglichung eines tragischen Geschicks.
	        

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Scheel, Willy, Jakob Hopf, and Karl Paulsiek. [Abschn. 2 = Unterstufe: Quinta, [Schülerband]]. Berlin: Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 1913. Print.
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